Velberter Verein Wunschbrief lässt Kinderwünsche wahr werden

Fäuste hoch: Der 15-jährige Francesco (gelbe Handschuhe) bekam vom Velberter Verein Wunschbrief einen Traum erfüllt. Er durfte beim Velberter Boxclub mittrainieren.
Fäuste hoch: Der 15-jährige Francesco (gelbe Handschuhe) bekam vom Velberter Verein Wunschbrief einen Traum erfüllt. Er durfte beim Velberter Boxclub mittrainieren.
Foto: Wunschbrief
Was wir bereits wissen
Der Verein Wunschbrief aus Velbert hat es sich zum Ziel gesetzt, schwer kranken oder behinderten Kindern einen Herzenswunsch zu erfüllen. So wie bei Francesco, der den VBC 22 besuchte.

Velbert..  Außer Atem und doch zufrieden setzt sich der 15-jährige Francesco auf eine Bank im Velberter Box-Club (VBC 22). In den Händen hält er seine neuen, zitronengelben Boxhandschuhe, mit denen er dem Boxsack gerade einen Knockout verpasst hat. Wenn man den Jungen so sieht könnte man meinen, er führe ein ganz normales Leben. Dabei leidet er an vielen Krankheiten, darunter Epilepsie, die im Alltag nicht nur für ihn, sondern auch für seine Familie eine Herausforderung darstellen.

Der Velberter Verein Wunschbrief hat sich zum Ziel gesetzt, derart kranken und behinderten Kindern ein besonderes Anliegen zu erfüllen. So wünschte sich Francesco einen Boxsack und Handschuhe, um seinem ganzen Ärger über die Krankheiten Luft zu machen.Die Vereinsvorsitzende Waltraud Triffterer berichtet: „Um mich zu informieren, wo ich einen Sack kaufen kann und worauf ich beim Kauf achten sollte, rief ich beim Velberter Box-Club an.“ Als sie Geschäftsführer Hans-Werner Mundt von Francescos Wunsch erzählte, versprach dieser, dass der Box-Club Boxsack und Handschuhe sponsern würde. „Außerdem hat er den Jungen zum Training eingeladen“, freut sich die Rentnerin, als sie Francesco und seine Mutter zu Hause abholt, um sie in den Box- Club zu begleiten.

Dort angekommen ist der 15-Jährige zunächst noch der schüchterne Beobachter, doch schon nach kurzer Zeit lässt er unter Anleitung des Trainers Kevin Günther selbst die Fäuste fliegen. „Jetzt mal alles rauslassen!“, feuert Günther den Jungen an. „Weiter, weiter!“ Das lässt sich Francesco nicht zweimal sagen. Seine Mutter, die von der Bank aus zuschaut, erklärt: „Vor ein paar Jahren wäre das noch nicht möglich gewesen, weil Francescos Knochen nicht mitgespielt hätten. Es ist einfach schön, ihn jetzt so zu sehen.“

Regelmäßiges Training in Aussicht

Als hätte das Schicksal es geahnt, ist am Tag der Wunscherfüllung der Trainer des Hildener Box Clubs, Uwe Ottehenning, in Velbert. Da Francesco aus dieser Stadt kommt, schlägt er vor, dass der Junge dort jederzeit am Training teilnehmen könne. Bis geklärt ist, ob die Krankenkasse dafür aufkommt, wird Wunschbrief e.V. die Kosten übernehmen. Über Francescos Gesicht geht ein Strahlen.

Zufrieden stellt Waltraud Triffterer fest, dass „heute einfach alles gepasst hat.“ Jetzt muss der Box- Club nur noch den Boxsack zu Francesco nach Hause bringen und bei ihm im Zimmer befestigen. Auf die Vereinsvorsitzende von Wunschbrief wartet jedoch auch noch ein bisschen Arbeit. Während einer Wunscherfüllung schießt sie eine ganze Menge Fotos. „Die klebe ich hinterher in ein Album und gebe sie dem Kind. Dann hat es immer eine Erinnerung an das besondere Erlebnis“, lächelt sie. Was so eine Wunscherfüllung kostet? Keinen Cent! Das einzige, worum der Verein bittet, ist, „dass die Familien unsere Flyer verteilen und auf diesem Weg ein bisschen Werbung machen.“