Velberter Stadtbrandinspektor Daldrup geht in den Ruhestand

Hängt seinen Helm an den Nagel: Eckhard Daldrup.
Hängt seinen Helm an den Nagel: Eckhard Daldrup.
Foto: Funke Foto Services
Was wir bereits wissen
Der Nevigeser Eckhard Daldrup hängt am 20. Januar seinen Helm als Stadtbrandinspektor an den Nagel und geht in den Ruhestand. Ein Rückblick auf ein langes Berufsleben.

Neviges..  Als stellvertretender Leiter der Feuerwehr und Chef aller drei Nevigeser Löschzüge hat er einiges erlebt. Furchtbare Szenen, die man nie vergisst, aber auch Kurioses. Am 20. Januar hängt Stadtbrandinspektor Eckhard Daldrup den Helm an den Nagel: „Da werd ich 60, dann müssen wir hier raus.“

Insgesamt 42 Jahre lang gehörte ein Großteil seiner Freizeit der Velberter Feuerwehr. Und auch in Zukunft, darauf freut sich der Gärtnermeister der Stadt Wuppertal, wird er zur Wache kommen, an geselligen Abenden „mit dem ein oder anderen töttern“, schmunzelt der gebürtige Nevigeser. Und wenn er mal Langweile hat, was bei Haus, Garten und bald einem zweiten Enkelkind kaum zu befürchten ist, dann könnte sich der Gartenfachmann durchaus vorstellen, auch mit Rat und Tat die Außenanlage an der Wache Siebeneicker Straße zu verschönern. Denn eines ist für ihn klar: „Man ist bei der Feuerwehr bis an sein Lebensende.“ Die Kameradschaft, die Freundschaften, das höre ja nicht so einfach von jetzt auf gleich auf.

Noch gut kann sich der 59-Jährige an den Tag erinnern, als ihm ein Freund 1973 vorschlug: „Komm doch mal mit, kannst du dir ja mal angucken.“ Und Daldrup guckte nicht nur, er war begeistert. „Da war gleich das Gefühl: Ja, das könnte passen.“

Mehr Technik bei Einsätzen

An seinem Entschluss konnte auch der wohlmeinende Rat des älteren Kollegen Heinz Köhler nichts ändern, der da lautete: „Die Haare müssen kürzer.“ Gehört, getan . . .

„Heute würde man sagen: Der spinnt wohl“, meint Daldrup lachend. Was sich noch geändert hat in all den Jahren: „Wir haben viel mehr technische Hilfeleistungen, es ist alles insgesamt anspruchsvoller geworden.“ Von rund 1000 Einsätzen im Jahr rückt die Wehr nur zu einem Drittel zu Bränden aus. Die durch Wetterkapriolen bedingten Einsätze dagegen haben zugenommen „Es gibt auch mehr Umwelteinsätze. Wer hat sich schon früher an einem Ölfleck auf der Straße gestört?“

42 Jahre – da bleiben viele Erinnerungen. Die mit Abstand schlimmste: ein Wohnungsbrand 1988 in der Schaesbergstraße. „Drei Tote, eine Großmutter und zwei Enkel.“ Eckhard Daldrup ist kein Freund großer, pathetischer Worte. Wie sehr ihn und seine Kollegen diese Katastrophe getroffen hat – man kann es nur ahnen. „Einen Feuerwehrseelsorger gab’s da noch nicht. Man hat das so gut es geht aufgearbeitet.“ Auch half der gute Zusammenhalt, die gute Kameradschaft.

Weit weniger dramatisch, aber auch unvergessen: Der kleine Junge, der zu Weihnachten seine Mama auf dem Balkon ausgesperrt hatte. Während der Steppke drinnen saß, musste Muttern per Drehleiter aus der Kälte geholt werden. Alles Schnee von gestern. Jetzt freut sich Eckhard Daldrup auf mehr Zeit mit seiner Frau Andrea, mit der Familie. Und auf entspannte Treffen mit seiner Feuerwehr.