Velberter Schulen erhalten kaum Anfragen von Sponsoren

Die Pausenbrot Aktion an der Regenbogenschule wurde von einem Butterproduzenten unterstützt.
Die Pausenbrot Aktion an der Regenbogenschule wurde von einem Butterproduzenten unterstützt.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Während Lehrergewerkschaft und Verbraucherzentralen davor warnen, dass Firmen immer mehr mit kommerziellen Angeboten in Schulen drängen, hat dieser Trend Velbert noch nicht erreicht.

Laut Lehrergewerkschaften, Verbraucherzentralen und dem Verein Lobby Control erreichen kommerzielle Werbeangebote immer häufiger die Schulen (die WAZ berichtete). In Velbert scheint diese Welle aber noch nicht angekommen zu sein, wie Velberter Schulleiter gegenüber der WAZ berichten.

Wobei – ganz frei von Werbung ist man an der Gerhard-Hauptmann-Grundschule auch nicht, erzählt Schulleiter Oliver Pistorius: „Mich nerven vor allem die vielen Schulfotografen, die hier anrufen. Die verwickeln einen geschickt in ein Gespräch über Projekte und am Ende kommt dabei heraus, dass die doch nur wieder unsere Schüler fotografieren wollen. Dafür bieten die uns dann schon mal einen Euro pro fotografiertem Schüler oder Lehrerfreimappen an.“

Dubiose Lederfußballangebote

Darüber hinaus bekommt er alle paar Monate eine dubiose Mail, in der ihm Anbieter kostenlos Lederfußbälle versprechen, wenn er zustimmt, dass diese im Namen seiner Schule dafür nach Sponsoren suchen dürfen. „So was kommt immer mal wieder rein, ansonsten haben wir aber keine Anfragen.“

Auch Sylvia Kleimann von der Martin-Luther-King-Hauptschule hat noch keine Sponsoranfragen erlebt: „Wir sind da wohl ein weißer Fleck auf der Karte. Wenn so etwas kommt, dann würde ich auf jeden Fall sehr vorsichtig damit umgehen, weil man sich mit so etwas auch angreifbar macht.“ Die Schulleiterin hat vielmehr das Gefühl, dass dererlei Sponsoring nachgelassen hat: „Vor 20 Jahren gab es von Versicherungen unterstützte Frühstücksprojekte oder Infoveranstaltungen zu Gesundheitsthemen, aber das gibt es schon lange nicht mehr.“

Das Nikolaus-Ehlen-Gymnasium hätte gegen eine bestimmte Form des Sponsoring gar nichts einzuwenden: „Eigentlich hat man uns zwei Kooperationspartner zugesagt: Das eine ist ein öffentlich-rechtliches Geldinstitut, das anderer soll ein Kooperationspartner aus der Schlüsselregion werden. Es wäre schön, wenn das klappen würde, weil da beide Seite was von hätten“, ist Schulleiter Michael Anger sicher. Und wenn ihm ein Bauer aus der Umgebung eine Kiste Äpfel spendieren wollte, dann wäre er auch nicht abgeneigt: „Im Schulgesetz steht klar geregelt, dass sowas eigentlich nicht zulässig, aber erlaubt ist, wenn der pädagogische Nutzen überwiegt.“ Und Frank Röhr, Vorsitzender des Schulausschusses, hätte angesichts der klammen Situation vieler Schulen sogar Verständnis: „Wenn das Geld für die Ausstattung der Schulen aus solchen Mittel kommen muss, ist das zwar bedenklich, aber durchaus nachvollziehbar.“