Velberter Projekt soll Weg in Ausbildung ebnen

Stefanie Schmidt betreut als Ausbildungspatin die 15-jährige Jennifer, das erste Erfolgserlebnis ist ein Praktikum.
Stefanie Schmidt betreut als Ausbildungspatin die 15-jährige Jennifer, das erste Erfolgserlebnis ist ein Praktikum.
Foto: Privat / WP Meschede
Was wir bereits wissen
Mit einem Projekt wollen Freiwilligen- und Kompetenzagentur, Gesamtschule und Wirtschaftsjunioren benachteiligten Schülern ein Lotse sein auf dem Weg in ein Ausbildungsverhältnis

Velbert..  Es ist ein Versuch, den die Freiwilligen-Agentur Velbert, die Kompetenzagentur, die Wirtschaftsjunioren und die Gesamtschule Velbert-Mitte gestartet haben: Sie alle wollen Jugendliche auf ihrem Weg in die Ausbildung unterstützen. „Bislang“, erläutert Klaus Heuer, „gab es Berufsberatung in der Schule. Und dann gab es andere Stellen, die während der Ausbildung beratend zur Seite stehen.“ Hier nun setze das Projekt Ausbildungspaten an, sagt Heuer, der die Koordination übernommen hat. „Ein Pate übernimmt einen Schüler, und zwar schon im letzten Schuljahr. Dann begleitet er ihn bis in die Ausbildungsphase hinein. Wir sind also sozusagen die Klammer.“

Einer dieser Paten ist Hartmut Peller, selbstständiger Unternehmensberater aus Velbert. Er hat sich freiwillig gemeldet, will sich für junge Leuet einsetzen, „die es sonst nicht so leicht haben, an einen Ausbildungsplatz zu kommen.“ Peller bringt Berufserfahrung mit, unter anderem als Personaler. „Wir geben Hilfe zur Selbsthilfe“, erläutert er die Aufgabe der Paten. „Es ist also nicht so, dass wir den Jugendlichen die Bewerbungen schreiben.“ Aber drauf schauen, korrigieren, verbessern.

Freiwilligkeit auf beiden Seiten

Gut sei an dem Projekt, dass es beidseitig auf Freiwilligkeit basiere, sagt Koordinator Klaus Heuer. „Die Schüler bewerben sich. Das heißt, wer dabei ist, will das auch, ist motiviert.“ Gleiches gelte für die Paten. Und so gibt es zu Beginn einen Workshop, an dem sich Erwachsene und Jugendliche kennen lernen. Hier wird geschaut, wer gut zusammenpasst. „Ziel ist eine 1:1-Betreuung, heißt: Wenn wir sechs Paten haben, nehmen wir auch nur sechs Schüler“, sagt Heuer. Danach geht’s los.

„Etwas Zeit muss man schon investieren“, sagt Hartmut Peller. „Wie viel, das hängt von jedem selbst ab.“ Er nehme sich beispielsweise etwa zwei stunde pro Woche, um sich mit seinem „Patenkind“ persönlich zu treffen. „Andere machen das alle 14 Tage oder nutzen digitale Kommunikation, etwa per Mail oder ähnliche Kanäle.“ Doch nicht nur während der Bewerbungsphase, auch im ersten Ausbildungsjahr sind die Paten noch da, sollen helfen, mögliche Konflikte zu lösen oder bei Schwierigkeiten Rat geben.

Im Mai nun startet die zweite Staffel des Lotsen-Projekts. Und dafür „brauchen wir noch Freiwillige, die sich gerne engagieren wollen“, sagt Klaus Heuer. Wer sich interessiert, braucht dafür vor allem Berufserfahrung. Und die Bereitschaft, mit jungen Menschen arbeiten zu wollen. Dafür nehmen Interessierte Kontakt zur Freiwilligen-Agentur auf, und den gibt es unter der Rufnummer 02051 / 26 -2036.