Velberter Mädels erobern den Landtag

Noëlle Fügler und Lina Ellert hatten richtig Spaß beim Jugendlandtag: „Politik ist ja gar nicht so unspannend, wie wir immer dachten und auch viel anstrengender.“
Noëlle Fügler und Lina Ellert hatten richtig Spaß beim Jugendlandtag: „Politik ist ja gar nicht so unspannend, wie wir immer dachten und auch viel anstrengender.“
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Jugendlandtag übernehmen für ein paar Tage die Teenager das Ruder. Viel Spaß gemacht hat es Noëlle Fügler und Lina Ellert.

Velbert..  Was machen wir mit den ganzen Flüchtlingen? Wollen wir die Homo-Ehe? Wie kann man die Studienplatzvergabe gerechter gestalten? 237 Jugendliche machten sich zu diesen und weiteren Themen beim Jugendlandtag Gedanken – unter ihnen auch zwei Velberterinnen.

Einmal im Jahr werden hier im Nordrhein-westfälischen Landtag in Düsseldorf die Plätze getauscht. Für Volker Münchow (SPD) übernahm Noëlle Fügler das Mandat, für Prof. Rainer Bovermann (SPD) aus Hattingen Lina Ellert. „Ich gehe auf die Gesamtschule in Hattingen, und hier bin ich auch angesprochen worden, ob ich an dem Jugendlandtag nicht Interesse hätte“, berichtet die 16-jährige Lina Ellert. Eigentlich, so berichtet sie, habe sie bis dahin überhaupt keine Ahnung von Politik gehabt: „Mich hat das nicht wirklich interessiert, Politik war für mich immer trocken und so weit weg. Das hat sich aber jetzt total geändert, es war wirklich super spannend und ich würde selber gerne aktiv werden.“

Man fühlt sich ein bisschen wichtig

Kein Interesse an Politik? Für Noëlle Fügler undenkbar: „Die Tage in Düsseldorf waren großartig, noch viel besser, als ich es erhofft hatte. Das nah zu erleben, das ist eine ganz besondere Erfahrung.“ Die fast 15-Jährige ist nun ganz Feuer und Flamme. Hat sich schon informiert, wo es ähnliche Veranstaltungen gibt, möchte gerne zu den Jusos, um sich auch vor Ort, vor allem in der Bildungspolitik, zu engagieren.

Am meisten gefallen am Jugendlandtag hat beiden sowohl der Parlamentarische Abend als auch die abschließende Plenarsitzung. „Man fühlt sich da schon ein bisschen wichtig“, finden die beiden Neusozialdemokratinnen. Der runde Raum direkt am Rhein strahle etwas Besonderes aus, „und die Fraktionssäle sind auch ganz schön schick“, findet Lina Ellert.

Der Beruf des Politikers, der sei viel vielseitiger und anstrengender, als sie sich vorgestellt haben. „Vorher dachte ich immer, die Arbeit ist einfach, man müsse nur herum sitzen und abstimmen“, berichtet Noëlle Fügler. „Aber man muss als ganze Fraktion abstimmen, und bis in einer Fraktion eine Entscheidung fällt, gibt es oft lange Diskussionen“, so die jetzigen Erfahrungen von Lina Ellert. Beide finden: „Es ist spannend, aber auch ganz schön anstrengend, denn man muss die ganze Zeit konzentriert sein und zuhören.“

Während Lina Ellert, die gerne nach der Schule Physik und Englisch auf Lehramt studieren möchte, Politik von nun an gerne neben ihrem Hobby, dem Turnen, eine Freizeitbeschäftigung bleibt, hat Noëlle nun ein Ziel: „Ich will definitiv Politikerin werden. Mir hat das richtig Spaß gemacht, ich möchte so schnell es geht in den Landtag!“

Und natürlich auch Jura studieren. Na, da kann Velbert und die SPD sich ja freuen auf zwei junge, engagierte Nachwuchspolitikerinnen.