Velberter lernen Rhododendron-Schnitt

Der Obst- und Gartenbauverein Velbert Neviges zeigte im Garten der Familie Uchtenhagen in Wülfrath den sachgemäßen Beschnitt von Rhododendron-Hecken.
Der Obst- und Gartenbauverein Velbert Neviges zeigte im Garten der Familie Uchtenhagen in Wülfrath den sachgemäßen Beschnitt von Rhododendron-Hecken.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Für viele ist der radikale Rückschnitt eine Herausforderung. Wie es richtig geht, zeigt der Nevigeser Obst- und Gartenbauverein.

Neviges..  „Das tut schon weh. Aber er wächst ja wieder“, seufzt Klaus Uchtenhagen. Mit einem ganzen Bündel Ästen in den Armen ist er auf den Weg in den hinteren Teil des Gartens, um sie auf den großen Stapel zu schmeißen. Seit den 70er Jahren durfte die Rhododendron- Hecke ungehemmt wachsen, nun ist Schluss damit. Der Nevigeser Obst- und Gartenbauverein demonstriert an dem über zwei Meter großen Gewächs den sogenannten Verjüngungsschnitt. Ein sommerlicher Radikalschlag, bei dem so manch Gärtnerherz blutet.

Mit dem behüteten Haupt voran taucht Hobbygärtner Hugo Klimmek in die Rhododendron-Hecke. Ein geübter Blick genügt und schon ist klar: Das gute Stück muss ab. Doch die dicken Stämme erfordern drei fleißige Helfer und schweres Schneidwerkzeug. Nach gut einer halben Stunde ragt der erste Strauch nicht mal mehr Kniehoch aus dem Boden. „Der Baum ist von innen vergreist. Das bedeutet, es wächst nichts Grünes mehr. Viele Äste sind tot“, erklärt Reinhard Groß vom Haaner Obst- und Gartenbau Verein.

Viele Gartenfans trauen sich nämlich nicht, so rigoros die Heckenschere anzusetzen. Auch Gastgeber Klaus Uchtenhagen, der sich vor zwei Jahren den Wunsch vom eigenen Traumgarten erfüllte, wusste nicht so recht, wie er den Strauch stutzen sollte. „In einem Rhododendron stecken große Werte. Ich wollte nichts kaputt schneiden“, erklärt Uchtenhagen, der selbst Mitglied im Verein ist.

Viel falsch machen kann man allerdings nicht. „So einen Rhododendron kann man bis auf den Stock setzen“, weiß ein Gartenfreund. Zu weit zurückzuschneiden ist also fast unmöglich. „Wichtig ist, dass man über den Trieben abschneidet und auf die Saftwaage achtet, damit sich der Druck gleichmäßig verteilt“, weiß Groß.

Prinzip der Saftwaage

Der Saftstrom, der die Blätter und Blüten mit Nährstoffen versorgt, kann sich nur dann gleichmäßig in den neuen Trieben verteilen, wenn die benachbarten Äste auf eine Länge geschnitten werden. In jeder „Etage“ des Baumes oder Strauches herrscht somit ein Gleichgewicht.

Im nächsten Jahr sprießen neue Triebe aus dem beschnittenen Rhododendron. Bis die Hecke wieder prachtvoll aufblüht, kann es allerdings noch ein weiteres Jahr dauern. „Bei so einem radikalen Schnitt setzt die Blüte schon mal aus“, weiß Gerd Teichmüller, Vorsitzender des Nevigeser Obst- und Gartenbauverein. Ob Uchtenhagen noch warten muss, zeigt sich erst im nächsten Jahr.