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Velberter Kundschaft muss für Tüten bezahlen

11.02.2016 | 07:00 Uhr
Velberter Kundschaft muss für Tüten bezahlen
Schon ab dem 1. April könnte die Mitnahme von so vielen Tüten ins Geld gehen - wie viele er nimmt, kann der Kunde selbst entscheiden.Foto: Franziska Kraufmann

Velbert.  Für die Velberter Einzelhändler gehört die kostenlose Tasche zum Service. Ende des Gratis-Plastikbeutels rückt näher. Verbrauch soll gesenkt werden.

Für viele Bürger ist es immer noch normal, mit zahlreichen Plastiktüten vom Einkaufsbummel zurückzukehren. In Deutschland werden pro Kopf und Jahr 71 Tüten benutzt. Das ist zwar im europaweiten Durchschnitt vorbildlich, aber gesamt gesehen ein solches Problem, dass eine EU-Verordnung nun für die Reduzierung des Gesamtverbrauchs sorgen soll.

Um eine solche Reduzierung auch in Deutschland zu erreichen, wird die Mehrheit der Tüten im Einzelhandel ab dem 1. April Geld kosten. „Der deutsche Handel zeigt, dass er Verantwortung übernimmt“, weiß Anne Linnenbrügger, Pressesprecherin des Handelsverbandes NRW-Rheinland „viele haben sich bereiterklärt, an der freiwilligen Selbstverpflichtung teilzunehmen, so dass gut 60 Prozent aller Tüten demnächst kostenpflichtig sind.“

Die Einzelhändler in Velbert tun sich mit Aufschlägen für ihre Tüten schwer, stellen aber fest, dass immer mehr Kunden von sich aus verzichten: „Ich glaube, ich fände es komisch, Kunden, die bei mir teure Sportgeräte erwerben, plötzlich zehn Cent für ‘ne Tüte abzunehmen“, ist Arnd Klose von Intersport ehrlich, „auf der anderen Seite kommen aber auch immer mehr, die einen Stoffbeutel dabeihaben, um ihre Einkäufe einzupacken.“

Auch bei Thalia hat man bisher noch nichts von einer Gebühr für Tüten gehört, Mitarbeiterin Andrea Konieczny fällt ein, dass ihr Unternehmen seit gut einem Jahr eine Alternative zum Plastik bietet: „Wir haben eine Pfandtasche aus Segeltuch mit lustigen Sprüchen drauf, die gerne von unseren Kunden zum Beispiel zum Bildband dazu erworben wird. Außerdem fragen wir auch immer an der Kasse nach, ob eine Tüte erwünscht ist. Mir ist aber auch schon aufgefallen, dass immer mehr eine eigene Tasche mitbringen. Ich glaube, dass durch solche Initiativen wie bei DM, die ihre kleinen kostenfreien Plastiktüten aus dem Programm genommen haben, das Bewusstsein der Verbraucher geschärft wurde.“ Anja Römelt von der Boutique B.Sieben muss als Geschäftsinhaberin auf das Geld achten: „Plastiktüten sind viel günstiger als Papiertüten.“ Aber auch sie fragt, bei kleinen Einkäufen nach, ob eine Tüte gebraucht wird.

Unterwäsche in Beuteln verkauft

Ulrike Müllers, Inhaberin des gleichnamigen Wäschegeschäftes, würde eine solche Frage komisch vorkommen: „Man kauft ja keine Unterwäsche und nimmt sie ohne Tüte mit.“ Die meisten Tüten in ihrem Geschäft sind schon aus Papier, bei Bedarf nimmt sie Plastiktüten mit nach Hause: „Irgendwo sind die auch praktisch und wenn ich Müll darin sammle.“

Birgit Hölker-Schüttler

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Velberter Kundschaft muss für Tüten bezahlen
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2016-02-11 07:00
Velbert