Velberter Kita Steeger Straße seit drei Wochen im Streik

Am Freitag ist es drei Wochen her, dass an der integrativen Kita Steeger Straße mit einem Streik der Erzieherinnen begonnen wurde. Es wurde eine Notgruppe eingerichtet.
Am Freitag ist es drei Wochen her, dass an der integrativen Kita Steeger Straße mit einem Streik der Erzieherinnen begonnen wurde. Es wurde eine Notgruppe eingerichtet.
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Was wir bereits wissen
Kinder der Kita Steeger Straße werden seit 11. Mai nur noch in einer Notgruppe betreut. Verdi: Die meisten Eltern bringen für Forderungen der Erzieher Verständnis auf

Velbert..  Zwar ist Velbert nicht ansatzweise in dem Maß von Streiks der Erzieher betroffen, wie die umliegenden Städte, doch auch in der vom Kreis Mettmann getragenen Kindertagesstätte an der Steeger Straße schauen Bedienstete, Eltern und Kinder am Freitag mittlerweile auf drei Wochen Ausstand zurück. „Wer Kinder hat, berufstätig ist und nicht auf die Unterstützung durch Großeltern bauen darf, kann sich vielleicht vorstellen, unter welchem Druck wir Eltern stehen“, berichtete eine Mutter telefonisch von ihrem Arbeitsplatz, bevor sie ihren Sprössling mittags von der Notgruppe abholte.

Alle zwölf Bediensteten der integrativen Kita Steeger Straße haben ihre Arbeit eingestellt – Erzieherinnen, Sozialpädagogen und Heilerziehungspflegerinnen. Die Forderung formuliert Martina Kranke von der Gewerkschaft Verdi so: „Die letzte Bewertung des Erzieherberufes erfolgte vor 25 Jahren, seither hat sich in diesem Berufsbild viel verändert, so dass wir eine Neubewertung und eine entsprechend höhere Eingruppierung verlangen.“

60 Kinder sind betroffen

Da sei die U3-Betreuung mit Kleinkindern, die auch gewickelt werden müssen, hinzugekommen, der Migrantenanteil mit spezifischem Förderbedarf bei den Kindern habe sich erheblich erhöht. „Dabei ist der Personalschlüssel über die Jahre nicht angepasst worden“, gibt Martina Kranke zu bedenken. Der Streik der weiblichen und männlichen Erzieher läuft bundesweit, oft hört man über die Medien von völlig entnervten Eltern, die sich aktuell aufreiben zwischen Job und Kinderbetreuung. „Die gibt es auch bei unserer Kita“, räumt Leiterin Mareike Ludwig ein. Die sofort am ersten Streiktag eingerichtete Notgruppe fange zwar einen Teil der insgesamt 60 betroffenen Kinder auf. Doch es gibt auch Eltern, die der Streik kalt erwischt hat und die kein Verständnis für die Forderungen der Erzieherinnen aufbringen. „Wenn wir denen jedoch erklären, worum es uns geht, wächst die Zustimmung“, sagt Martina Kranke. „Vier Jahre Ausbildung ohne Vergütung, danach Anerkennungsjahr mit reduzierten Bezügen, dann das Einstiegsgehalt von brutto 2357 Euro“, rechnet Mareike Ludwig vor. Viele Kolleginnen arbeiten überdies Teilzeit, „wie soll man davon leben?“

Drei Wochen Streik – das heißt auch, dass drei Wochen keine von den Eltern bezahlte Leistung erbracht wurde. Zahlt die zuständige Stadt Velbert die Elternbeiträge zurück? „Eigentlich können wir das als Kommune ohne genehmigten Haushalt nicht“, sagt Stadtsprecher Hans-Joachim Blißenbach. Nächste Woche soll das entschieden werden.