Velberter Kita-Kinder basteln „Wörterdecke“ für Bücherei

Gerade haben Emil Weise (r) und Ivo Simic die Wörterdecke enthüllt.
Gerade haben Emil Weise (r) und Ivo Simic die Wörterdecke enthüllt.
Foto: Sascha Döring
Was wir bereits wissen
  • Kita-Kinder aus Velbert haben sich mit dem Thema Flucht auseinandergesetzt
  • Die Aktion „Willkommen in Velbert“ fand zusammen mit der Stadtbücherei statt
  • Zum Abschluss haben die Kinder in Anlehnung an ein Buch eine „Wörterdecke“ gebastelt

Velbert..  Ein wenig amüsiert beobachten die Erzieherinnen der Kindertagesstätten und die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei die Horde Kinder, die da vorne vor der großen Leinwand hockt. Denn gerade ist Bibliotheksleiterin Ulrike Motte dabei, die Kleinen zur Abschlussfeier der Aktion „Willkommen in Velbert“ zu begrüßen. Nennt sie den Namen einer Kita, sollen die Kinder dieser Einrichtung eigentlich aufstehen. Das klappt aber nicht so ganz. Erst als die jeweilige Erzieherin eingreift, erheben sich die Kinder.

Und dann kann es losgehen. Eine Überraschung soll enthüllt werden, dazu sind auch der stellvertretende Bürgermeister Emil Weise und der Integrationsbeauftragte der Stadt, Ivo Simic, in die Zentralbücherei gekommen. Rund 100 Kinder aus Velberter Kindertageseinrichtungen haben in den vergangenen Monaten an dem Projekt „Zusammen lesen – zusammen leben“ der Stiftung Lesen beteiligt. Ziel der Aktion war es, Kindern das Thema Flucht näher zu bringen.

Sprache lernen

Um den Kindern eine altersgerechte Annäherung zu ermöglichen, hatte sich das Büchereiteam das Buch „Zuhause kann überall sein“ ausgesucht. Darin geht es um ein Mädchen, das vor Krieg flüchtet und in der neuen Heimat dank eines anderen Mädchens langsam ankommt. Dabei hüllt sie sich zunächst in eine – im übertragenen Sinne – alte Decke aus Begriffen und Erinnerungen ihrer alten Heimat. In dieser Decke fühlt sie sich wohl. Im Laufe der Geschichte aber webt sie sich eine „neue Decke“ aus neuen Wörtern, neuen Begriffen – und langsam fühlt sie sich auch in der neuen Heimat wohler.

Das Motiv der Decke haben die Kinder aufgegriffen und selber eine solche gebastelt – feierlich enthüllt von Emil Weise und Ivo Simic. Die Decke besteht aus neun Feldern, acht davon sind vom Nachwuchs bebildert und beschriftet worden. Nach Themengebieten sortiert – etwa „Spielsachen“, „Zuhause“ oder „Tiere“ – haben die Kinder Begriffe angeordnet: Bei den Tieren etwa findet sich eine Fledermaus, bei den Spielsachen ein Bagger, im Feld „Zuhause“ ein Eimer oder Zahnbürsten.

Die „Wörterdecke“ soll nun, ähnlich wie im Buch, Kindern die neu in Velbert sind, dabei helfen, die Sprache zu lernen.