Velberter Grundschule braucht mehr Unterstützung

Die Inklusion in der GGS Alber Schweitzer Grundschule Deller Strasse mit Lehrerin Sophia Wehrmann.
Die Inklusion in der GGS Alber Schweitzer Grundschule Deller Strasse mit Lehrerin Sophia Wehrmann.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderungen stellt die Lehrer oftmals vor eine Herausforderung. Zuviel müsse improvisiert werden.

Velbert..  Auf den ersten Blick wirkt die Albert-Schweitzer -Grundschule an der Dellerstraße sehr entspannt. Laute Rockmusik und Geräte wie Stelzen, Pedalos oder Diabolos laden zum Austoben in den Pausen ein. Der darauffolgende Unterricht der vierten Klasse von Sophia Wehrmann wirkt sehr diszipliniert. Alle Tischgruppen sind aufgeräumt, die Kinder leise, also gibt es ein Belohnungssternchen pro Tischgruppe.

Als Außenstehender auszumachen, dass hier Inklusion praktiziert wird, ist so gut wie unmöglich. Bei den Matheaufgaben nimmt sich die Klassenlehrerin vielleicht für einige Kinder mehr Zeit. Diesen Luxus verdankt sie aber einzig und allein der Tatsache, dass sie seit Mittwoch von einer Lehramtsanwärterin unterstützt wird.

Wobei wir gleich bei den Problemen wären, die die Einführung der Inklusion vor fünf Jahren gebracht hat. „Seitdem wir das gemeinsame Lernen praktizieren, werden Schüler, die Defizite beispielsweise im Bereich Lernen oder auch im Bereich der emotionalen Intelligenz haben, nicht mehr an Förderschulen empfohlen, sondern können unsere Schule besuchen“, erläutert Schulleiterin Doris Börner.

Inklusives Lernen heißt im Fall dieser Klasse, in der zwei Kinder mit Lernschwächen sind, dass die Beiden, wenn das Lösen von Matheaufgaben in Eigenarbeit ansteht, nicht das Mathebuch der Übrigen aus der Tasche ziehen, sondern ihre eigenen, auf ihren Bedarf ausgerichteten Aufgaben haben. Die Mehrarbeit dafür bleibt an der Klassenlehrerin hängen: „Zur Unterstützung hatten wir am Anfang für vier Stunden pro Woche eine Förderexpertin hier an der Schule, die uns zum Beispiel gezeigt hat, welche Aufgaben für das jeweilige Kind angemessen sind.“

Mittlerweile wurden die Arbeitseinsätze der Förderlehrerin auf sechs Stunden verlängert, in denen sie diagnostiziert, individuell je nach Förderbedarf des jeweiligen Kindes berät, Anträge auf diagnostische Förderung stellt, die das Kind bei Bedarf vom Notendruck befreit und obendrein noch Fortbildungen für die Lehrer durchführt. Zu wenig für Schulleiterin Doris Börner: „Zum einen haben wir bisher zweimal erfolglos einen Inklusionshelfer beantragt, zum anderen hatte ich gehofft, dass wir mehr Unterstützung durch Förderlehrer kriegen. Zudem fehlt es an Mitteln für Bücher oder Lernhilfen. Auch ein extra Raum wäre schön“, zählt sie auf, woran es mangelt. Dennoch und dank großer Improvisationsfähigkeit findet sie: „Inklusion ist gut. Aber mehr Unterstützung wäre schön.“