Velberter Gitarrenwettbewerb zieht nach Monheim

Ein Bild aus besseren Tagen: Ralph Güther (o.r.) und Bert Gruber (o.l.) von den Stadtwerken, Frank Eerenstein (u.l.) von der Musikschule und Prof. Alfred Eickholt vom Gitarrenverband (r.) vor dem Wettbewerb 2014.
Ein Bild aus besseren Tagen: Ralph Güther (o.r.) und Bert Gruber (o.l.) von den Stadtwerken, Frank Eerenstein (u.l.) von der Musikschule und Prof. Alfred Eickholt vom Gitarrenverband (r.) vor dem Wettbewerb 2014.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Prof. Alfred Eickholt äußert sich im WAZ-Gespräch über die Ursachen für das Scheitern des internationalen Gitarrenwettbewerbs in Velbert.

Velbert..  In Velbert wird es wohl künftig keinen internationalen Gitarrenwettbewerb mehr geben. Mit Jurymitglied und Bundesvorsitzenden des Berufsverbandes europäischer Gitarrenlehrer, Prof. Alfred Eickholt, sprach WAZ-Redakteur Matthias Spruck.

Wer trägt die Verantwortung für das Scheitern?

Für dass Scheitern dürfen wir niemand persönlich verantwortlich machen, es ist einfach der schwierigen Finanzlage der Stadt geschuldet. Im letzten Jahr hat die Musik- und Kunstschule (M&K) mit ihrem Budget diese Veranstaltung noch „retten“ können, da der Ausstieg von Sponsor RWE eben auch sehr plötzlich erfolgte, das wäre aus dem vorgesehenen neuen Etat für die M&K nicht mehr möglich gewesen.

Was kostet der Wettbewerb?

Die Kosten für ein solches Festival liegen sicher jenseits von 50 000 Euro, wobei ich das jetzt nicht so genau kalkulieren kann, da ja immer ein hoher Anteil von Personalkosten von unserer Verbandsseite aber auch gerade von der M&K im Vorfeld, während und nach dem Festival zu berücksichtigen bleibt. Außerdem auch unsere Akquise von hohen Sachpreisen wie. z.B. hochwertige Instrumente von Instrumentenbauern, Stipendien zu großen Festivals etc., die schon mit mehr als 10 000 Euro zu veranschlagen wären, aber nicht in meiner Schätzung enthalten sind.

Welchen Stellenwert hat der Velberter Gitarrenwettbewerb in der Musikwelt?

In der Musikwelt hat dieser Wettbewerb, der ja mittlerweile 8 mal stattgefunden hat, einen großen Namen. Wir dürfen nicht vergessen, dass er in den vergangen 14 Jahren fast 800 junge Talente, mit ihren Familien, Lehrern und weiterem Anhang nach Velbert geführt hat. Diese kamen aus Ländern rund um den Globus, wie China, Japan, Australien, den Vereinigten Staaten, Südamerika, Israel, aus Russland und zahlreichen europäischen Ländern. Der Präsident des Deutschen Musikrates, Prof. Martin Maria Krüger, war in den letzten Jahren immer Gast des Preisträgerkonzertes und Tagespresse, Fachpresse und Funk und Fernsehen haben das Ereignis begleitet.

Versuchen Sie, das Projekt in einer anderen Stadt zu verwirklichen?

Ja. wir mussten handeln. So haben wir, als wir von der schwierigen Finanzsituation erfuhren, mit andern Städten verhandeln müssen, was dann auch vor kurzem zu einer neuen Perspektive mit der Stadt Monheim geführt hat. Ich möchte aber abschließend betonen, dass wir mit einer großen „Träne im Knopfloch“ Velbert verlassen, voller Dankbarkeit den Bürgern und allen städtischen Institutionen gegenüber.