Velberter Gesamtschüler zeigen Kabarett

Gelungene Premiere ihres neuen Programms: Die Kabarettgruppe Notbremse der Gesamtschule Velbert-Mitte.
Gelungene Premiere ihres neuen Programms: Die Kabarettgruppe Notbremse der Gesamtschule Velbert-Mitte.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Im Heiligenhauser Club feierte die Gruppe die Premiere ihres neuen Stücks „Dumm gelaufen“. Dabei nehmen sie vor allem aktuelle politische Themen aufs Korn.

Velbert/Heiligenhaus..  Das Dutzend ist voll. Zum zwölften Mal hat die Kabarettgruppe „Notbremse“ der Gesamtschule Velbert-Mitte ein Programm nicht nur zusammen gestellt, sondern auch aufgeführt. „Dumm gelaufen“ heißt der neueste Streich und feierte jetzt im Club in Heiligenhaus Premiere.

Seit Herbst haben die sieben Schüler – begleitet von zwei Lehrern – an dem Programm gearbeitet. „Wobei wir Lehrer eher begleitend dabei sind“, sagt Daniela Rickert. „Wir geben eigentlich nur Hilfestellungen“, ergänzt Oliver Kaltenecker, der die Akteure auf der Bühne an der Gitarre begleitet.

Die eigentlichen Hauptdarsteller, das sind Clara Rasch, Yildiz Aktas, Helena Schmidt, Steffen Büscher, Julia Engelhardt, Marie Kaldenpoth und Lennart Ahrens. Sie haben alle zwölf Nummern selbst geschrieben, sind dabei hochaktuell. „Manchmal hat man eine Eingebung“, verrät Lennart über den Entstehungsprozess, „manchmal arbeiten wir auch etwas länger an einer Nummer“, ergänzt Steffen.

Während als Running Gag in den Umbaupausen immer wieder auf das Thema Bushaltestellen eingegangen wird (die aufgrund der vielen Baustellen ständig wo anders zu finden sind), geht es sonst um Politik und Gesellschaft. Der CSU widmen die Notbremsen ein eigenes Lied. Auf die Melodie des Dschungelbuch-Klassikers von King Louie heißt es „CSU, so viel besser als Du, will nicht gehen wie Du und schon gar nicht sein wie Du.“ Ähnlich geht es der AfD an den Kragen, auch gesungen, diesmal auf Balus Lied über die Gemütlichkeit: „Probier’s mal mit der AfD, Fremdenhass ist voll OK, braune Politik im blauen Kleid“. „Ich singe falsch, aber gerne“, sagt Lennart zwar, Julia weiß: „Wenn wir vor Mitschülern auftreten, ist die Überwindung schon groß“

Nicht gut weg kommt auch die ewige Brandschutzdebatte. Am Beispiel der eigenen Schule zeigen Lennart und Yildiz Blüten, die die Vorschriften treiben können – etwa das Verbot von Holzbänken auf dem Schulhof. Könnten ja brennen, die Dinger… Gar nicht gut weg kommen auch die Demonstranten von Pegida, die sich vor allem eins zeigen: faktenresistent. Die Waffenlobby bekommt ihr Fett weg, ebenso die Abgeordneten im Bundestag oder die Parteien im Allgemeinen. Denn das Gummibären-Orakel ist gnadenlos.

Mit einer nachdenklichen Nummer beschließen die Notbremsen das gut 90-minütige Programm. In einer Selbsthilfegruppe stellen Schüler ihre Probleme vor. Ob nun die Namenswahl der Eltern oder der Verlust des Smartphones. „Die Welt ist grausam“, heißt es da. „Gut, dass die glücklichen Kinder der Dritten Welt diese Probleme nicht haben.“