Velberter Gemeinde richtet Kommunionkleider-Börse aus

Schon mal getragen, trotzdem noch in bestem Zustand: Wer sparen will, wird bei der Börse in St. Don Bosco fündig.
Schon mal getragen, trotzdem noch in bestem Zustand: Wer sparen will, wird bei der Börse in St. Don Bosco fündig.
Foto: FUNKE Foto Services
Bereits seit zwanzig Jahren bietet die Velberter Gemeinde St. Don Bosco eine Börse für Kommunionkleider an. Eltern können hier richtig sparen.

Velbert..  Fein säuberlich auf Bügeln hängen etwa zwanzig dunkle Anzüge für Jungen und gut ein Dutzend prachtvoller weißer Mädchenroben im Gemeindesaal des Pfarrheims von St. Don Bosco. Schon seit zwanzig Jahren findet hier jedes Jahr eine Börse für Kommunionkleider statt.

„Angefangen haben wir, als unsere eigenen Kinder zur Kommunion gingen“, erinnert sich Angelika Heinen. Und Mitorganisatorin Ute Fahrenbach weiß auch noch, wie man auf die Idee kam: „Für das viele Geld fanden wir es einfach zu schade, dass die Festkleidung nur einmal, höchstens noch ein weiteres Mal an Weihnachten, getragen wird.“ In ihrer eigenen Familie war das allerdings kein Problem, da ihr Sohn sich damals einen alltagstauglichen Leinenanzug aussuchte. Aber wann sonst soll man ein mit Röschen besticktes weißes Tüllkleid mit Puffärmelchen, Schleifenbändern und Reifrock tragen als zur Kommunion?

In genau so einem Kleid dreht und wendet sich gerade vor einem großen aufgestellten Spiegel die achtjährige Lea. „Ein schönes Gefühl“, beschreibt sie glücklich strahlend, wie es ist, einmal so eine Robe tragen zu dürfen. Und nachdem sie sich den ebenfalls hier heute angebotenen Haarkranz mit Blümchen und langen Schleifenbändern ins Haar gedrückt hat, seufzt auch ihre extra zum Einkauf mitgekommene Patentante: „Wie eine kleine Braut.“

Der Preis variiert

Den Haarkranz wird sie nicht brauchen, denn Mama Jutta Schilowski hat ihren eigenen Blumenkranz über die Jahre aufgehoben, zusammen mit ihrem Kleid: „Damals in den 70er Jahren waren die Kleidchen noch ganz kurz, ein Minikleid eben. Meins ist aus einem schönen mit Blümchen geprägten Stoff“, schwelgt sie in Erinnerungen.

Die Preise für die Träume in Weiß variieren je nach Ausstattung, so ist das einfache Kleid ab 30, das Gesamtpaket mit Kunstfellstola und perlenbestickter Tasche für 90 Euro zu haben. Einen kompletten Anzug mit Krawatte und Weste gibt es hier für 50 Euro. Vom jeweiligen Preis werden später jeweils zehn Prozent als Spende für die Renovierung der Kirchenorgel eingesetzt.

Wahre Schnäppchen, wenn man hört, was Börse-Helferin Martina Szubiak-Menne investieren musste: „Meine Tochter ist sehr groß und schlank, so dass wir etwas Passendes neu kaufen mussten. Das knielange Kleid hat 230 Euro, die dazu gehörende Strumpfhose noch mal zehn Euro gekostet und helle Schuhe kommen dann auch noch dazu.“

Während sich mehr und mehr junge Damen, die mit Mutter, Großmutter oder Tante aus Hattingen, Heiligenhaus und sogar aus Troisdorf angereist sind, in kostbar verzierten Festtagskleidern aus zarter Seide und Spitze vor den Spiegeln wenden, bleibt die Jungen-Ecke heute weitgehend verwaist. Sehr zum Bedauern von Angelika Heinen: „Schade, ausgerechnet dieses Jahr haben wir viele Anzüge im Angebot.“