Velberter Firma Bilfinger Mauell steht zum Verkauf

Innerhalb eines Jahres soll das Unternehmen Bilfinger Mauell durch einen strukturierten Verkaufsprozess veräußert werden.
Innerhalb eines Jahres soll das Unternehmen Bilfinger Mauell durch einen strukturierten Verkaufsprozess veräußert werden.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Vor zweieinhalb Jahren übernahm Bilfinger Power Systems die Helmut Mauell GmbH. Doch der Konzern trennt sich nun von dieser Power-Sparte.

„Ja, auch Bilfinger Mauell ist vom Verkauf betroffen.“ Bilfinger-Unternehmenssprecher Sascha Bamberger redet nicht lange um den heißen Brei herum. Vor wenigen Tagen gab der Konzern bekannt, dass er sich vom Geschäftsfeld Power trennt und auf das Industrie- und Immobiliengeschäft fokussiert. Freitagmorgen wurden die Mitarbeiter vor Ort über diese Entscheidung auf einer Betriebsversammlung informiert.

Gerade zweieinhalb Jahre ist es her, da verkündete Firmenchef Helmut Mauell den Verkauf an Bilfinger. Dies sei ein entscheidender Schritt für die Absicherung seines Lebenswerkes, sagte er damals: „Ich habe eine Verantwortung für das Unternehmen, insbesondere natürlich für unsere Mitarbeiter.“ Unter dem Dach von Bilfinger könne sich Mauell hervorragend weiter entwickeln.

300 Mitarbeiter in Neviges

Nun muss die Belegschaft abwarten, wie es sich jetzt weiter entwickelt. „Von den weltweit 11 000 Mitarbeitern im Geschäftsfeld Power sind rund 300 bei Bilfinger Mauell in Velbert beschäftigt“, sagte Sascha Bamberger auf WAZ-Nachfrage. Der so genannte strukturierte Verkaufsprozess solle innerhalb eines Jahres abgeschlossen werden. „Ziel ist es, einen neuen Eigentümer zu finden, der mit entsprechenden Erfahrungen im internationalen Geschäft die Zukunftschancen des Segments konsequent nutzen kann“, so Bamberger weiter.

Überrascht von diesem Schritt zeigte sich der erste Bevollmächtigte der IG Metall Velbert, Michele Dattaro: „Wir müssen uns jetzt in der nächsten Woche mit allen betroffenen Betriebsräten zusammensetzen und prüfen, auf was es in diesem Verkaufsprozess aus unserer Sicht ankommt.“ Denn für die Arbeitnehmer sei nun natürlich vor allem interessant, welches Interesse ein künftiger Inhaber an dem Unternehmen habe und wo es mit diesem dann langgehen werde. „Die Frage ist, was bedeutet dieser Verkauf für unseren Standort?“, erklärt Michele Dattaro und nimmt diese und viele weitere Themen mit in die Betriebsratsrunde.

Ob der Verkauf auch Konsequenzen für die Velberter Mitarbeiter haben wird, ist derzeit noch nicht absehbar. Personalmaßnahmen, so berichtete Bamberger, seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht mit dem Verkauf verbunden: „Aussagen über personelle Anpassungsmaßnahmen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht möglich“, heißt es offiziell von Unternehmensseite. Wie sich die Zukunft für Mauell gestaltet, wird in den kommenden Tagen und Wochen Mitarbeiter, Betriebsrat und Unternehmensführung beschäftigen.

Es gibt bereits Interessenten

Mauell fertigt seit 1975 Komponenten und Systeme im Bereich der Kraftwerkstechnik. Diese werden zur Steuerung, Regelung und Überwachung von Prozessen eingesetzt. Die Frage, ob es bereits Interessenten für Bilfinger Power Systems bzw. Mauell gebe, hat Bamberger zufolge der Bilfinger-Vorstand kurz und knapp beantwortet: „Ja.“