Velberter Eltern wollen Sprachförderschule erhalten

Ziel ist des neunten Schulrechtsänderungsgesetzes ist es, im Zuge der Inklusion aus den jeweils auf Sprache, Lernen oder emotionale- und soziale Entwicklung spezialisierten Schulen Förderzentren zu schaffen.
Ziel ist des neunten Schulrechtsänderungsgesetzes ist es, im Zuge der Inklusion aus den jeweils auf Sprache, Lernen oder emotionale- und soziale Entwicklung spezialisierten Schulen Förderzentren zu schaffen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Nach dem neunten Schulrechtsänderungsgesetz sollen bald Förderzentren für Kinder mit besonderem Förderbedarf gegründet werden. Eltern wehren sich aber gegen die Pläne.

Velbert..  Der Velberter Schüler Roman ist acht Jahre alt. Er besucht die Sprachförderschule am Peckhaus in Mettmann seit der ersten Klasse. Bereits im Kleinkindalter wurde bei ihm eine Entwicklungsverzögerung beim Sprechen festgestellt, weil er schlecht hören kann. Logopädie stand bereits dreieinhalb Jahre vor der Einschulung auf dem Stundenplan. Mutter Andrea Funk meldete ihren Roman an der Grundschule Deller Straße an. Hier hätte der Junge mit 28 anderen Kindern eine Klasse besucht, vier wiesen insgesamt eine Lernschwäche auf. „Wir waren sehr dankbar, dass wir an der Sprachförderschule angenommen worden sind. Das war ein wahrer Segen.“ Unter der Betreuung der Sonderpädagogin entwickele sich der Junge super.

Förderzentren ab 2016/2017

Daher wäre es für die Mutter eine „Katastrophe, wenn mein Roman in eine andere Schule muss.“ Gemeinsam mit der Elterninitiative zum Erhalt der Sprachförderschule hofft sie nun, dass die Pläne der Förderzentren zumindest in der geplanten Form nicht umgesetzt werden, „da werden die emotionalen Aspekte auch gar nicht betrachtet“, findet die Velberter Mutter.

„Wir sind alle für die Inklusion, doch das ist einfach noch nicht so weit“, findet die Pressebeauftragte Jessica Schreiner. Bei der Onlinepetition der Initiative haben bereits 4883 Personen aus dem Kreis unterzeichnet. Damit ist das Ziel erfüllt. Bei nur 180 Schülern, die die Förderschule besuchen, ein beachtliches Ergebnis. „Wir waren bei Ärzten und Logopäden, die unser Anliegen nur unterstützen können“, so Schreiner. Sie erläutert, dass alle drei Förderbereiche unterschiedliche Voraussetzung mitbringen. „Ein Schüler mit einer Sprachschwäche benötigt zum Lernen beispielsweise ein ruhiges Umfeld“, das könne nicht gelingen, wenn ein Gruppe mit Kindern aus unterschiedlichen Förderbereichen zusammen in einem Raum sind.

Doch aufgrund des neunten Schulrechtsänderungsgesetzes könnte die Sprachförderschule in Mettmann schon 2016/2017 in ihrer Form nicht mehr bestehen. Ziel ist es, im Zuge der Inklusion aus den jeweils auf Sprache, Lernen oder emotionale- und soziale Entwicklung spezialisierten Schulen Förderzentren zu schaffen, in denen alle drei Bereiche gefördert werden sollen. Ulrike Haase, Kreisschuldezernentin, sieht der Umsetzung positiv entgegen: „Wir haben da ein tolles Konzept entwickelt. Für die Velberter Kinder bedeutet das sogar kürzere Fahrwege, da sie dann direkt vor Ort zur Schule gehen können.“ Sie betont weiterhin, dass die gleichen Lehrer eingesetzt werden, die die Kinder dann im neuen Modell betreuen. „Sie haben das neue Konzept sogar mit entwickelt.“ Die ganze Aufregung der Eltern „kann ich nicht nachvollziehen,“ erläutert Haase weiter: „Eine Onlinepetition hat keine juristische Wirkung.“ Dennoch möchte die Initiative ihre Petition dem Landrat Hendele persönlich überreichen. Dieser habe allerdings auf die schriftliche Ankündigung bislang nicht reagiert. Beim Treffen hofft Schreiner dann darauf, „dass sich gemeinsam eine Lösung finden lässt.“