Velberter Ehepaar setzt gute Vorsätze in Taten um

Muckis statt Speck: Rentner Gerd Willi Backhaus macht sich fit im ASV Vit Fitness Studio in Tönisheide.
Muckis statt Speck: Rentner Gerd Willi Backhaus macht sich fit im ASV Vit Fitness Studio in Tönisheide.
Foto: FUNKE Foto Services
Fast jeder hat im neuen Jahr gute Vorsätze. Das Ehepaar Ursula und Gerd Backhaus setzte sie 2014 in Taten um: Sie treiben Sport und haben abgenommen.

Neviges..  Nie mehr rauchen, weniger Süßigkeiten, runter vom Sofa und rein in die Turnschuhe: Je jünger das Jahr, desto gewaltiger die Vorsätze. Kaum blühen die ersten Schneeglöckchen, sind sie häufig verpufft – nicht so bei Ursula und Gerd Backhaus. Das Rentnerehepaar hat im letzten Frühjahr einen Ernährungskurs mitgemacht, dazu viel Sport getrieben. Das tolle Ergebnis: Der 77-Jährige nahm zehn Kilo ab, seine Frau Ursula (76) sieben.

„Vornehmen tut man sich sowas ja immer. Aber der Geist ist willig, das Fleisch ist schwach“, meint Ursula Backhaus und tritt bei ASV-Vit, dem vereinseigenem Fitness-Studio des ASV Tönisheide, kräftig in die Pedale. Erstmal zehn Minuten warm machen, bevor es dann an die Geräte geht, an Beinpresse und Bauchtrainer. Seit neun Jahren bringen sich die beiden hier in Form, trotzdem hatte sich Ende 2013 das ein oder andere Pfund zuviel auf die Hüften gemogelt. Als das Studio in Tönisheide im Januar 2014 zusammen mit einem Essener Ernährungsinstitut einen zehnwöchigen Abnehmkurs anbot, war für die Backhaus’ klar: „Da machen wir mit.“

Regelmäßige Treffen und ein Ordner mit abwechslungsreichen Rezepten, alle zusammengestellt nach dem einfachen, aber effektiven Grundsatz mehr Eiweiß, weniger Kohlenhydrate, führten zum Erfolg. „Abends gab es Gemüse und viel Salat, keine Butterbrote, Süßigkeiten und Fettes wurden gestrichen.“ Dazu kam ein individuell ausgearbeiteter Sportplan. Das Ergebnis: Anfang April nähte sich Ursula Backhaus ihre Hosen enger, ihrem Gerd schlackerten nach zehn Wochen die Hemden um den Bauch. Ein bisschen Stolz schwingt zu Recht mit, wenn der ehemalige Projektleiter im Bereich Straßenbahn- und U-Bahnfertigung knapp anmerkt: „Von 109 auf 99 Kilo, da kann man nicht meckern. Nehmen Sie mal zehn Kilo in die Hand, ist ganz schön schwer, was die Gelenke da aushalten müssen.“

Von der Beinpresse zum Crosstrainer

Weiter geht’s, Schweiß abwischen und ab zum Bauchtrainer. Ehefrau Ursula atmet derweil nach zwei mal 20 Durchgängen auf der Beinpresse kurz durch und peilt zielstrebig den Crosstrainer an. Keine Frage, die beiden sind fit wie ein Turnschuh.

„Ich hab auch nicht immer Lust, aber wenn man den Schweinehund überwunden hat, ist man jedes Mal froh“, meint die 76-Jährige und müht sich am „Lat Mach“ ab, dem Gerät für Rücken und Oberarme. „Es folgt ja leider alles der Anziehungskraft der Erde . . .“ Auch Ehemann Gerd lässt keine Ausrede gelten, der Dienstag und Donnerstag Vormittag ist für beide fest geblockt. „Wissen Sie, Schludern liegt uns nicht. Ich bin Widder, die gehen manchmal mit dem Kopf durch die Wand. Aber ich haue mir nicht den Schädel ein.“ Während des zehnwöchigen Kurses, da habe er schon auf sich geachtet, „einmal in der Woche auf die Wage, hab mir auch extra ein Zentimetermaß gekauft, damit hab ich regelmäßig den Bauchumfang gemessen“. Und warum das Ganze? „Na, damit man abends nicht so schlapp im Sessel hängt.“ Als wenn der Hobby-Handwerker dazu Zeit hätte, gibt es doch daheim eine komplett eingerichtete Schreinerwerkstatt, auch seine Kellerbar hat er selbst gebaut, „mit Zapfhahn und allem drum und dran“. Man muss die Feste feiern wie sie fallen.

Deshalb wird seine Ursula jetzt wieder mehr Tomatensalat mit Kürbiskernöl reichen. Denn ein ganz kleines bisschen, gibt der sportliche Rentner zu, habe sich der Zeiger der Wage wieder nach rechts geneigt. „Die vielen Geburtstage, dann beim Grillen die leckeren Würstchen und Bauchspeck, da kann man nicht immer nein sagen.“ Auch der Velberter Männerchor hat Spuren hinterlassen, nun macht Singen bekanntlich nicht dick, „ein Bierchen danach am Donnerstag, nach dem Chor, das muss ein“.

Ehefrau Ursula sieht das alles locker: „Kriegen wir runter. Wir wissen ja jetzt, wie es geht.“

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