Velberter Berufskolleg bei Europa-Wettbewerb ausgezeichnet

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Was wir bereits wissen
Schüler des Berufskollegs Niederberg aus Velbert haben beim Europa-Wettbewerb gute Platzierungen erzielt. Einer wurde sogar auf Bundesebene ausgezeichnet.

Velbert.. Studiendirektor Wolfgang Stein muss weit ausholen, wenn er überlegt, ab wann das Berufskolleg Niederberg Kontakte in europäische Länder geknüpft hat: „Wir haben 1995, als wirklich noch keine Schule das gemacht hat, mit dem ersten bilateralen Projekt in Holland angefangen.“

Seither haben immer wieder junge Menschen der Schule an Austauschprogrammen teilgenommen. Etwa mit Istanbul, Gran Canaria, Holland, Belgien oder Brandenburg – um mit Schülern dort gemeinsam Projekte zu erarbeiten. Kein Wunder also, dass Politiklehrer Mark Westerhoff auch gleich an der Teilnahme am Europäischen Wettbewerb interessiert war, an dem sich das Berufskolleg das erste Mal beteiligt hat: „Von den zehn zur Auswahl stehenden Themen konnten meine Schüler zwischen ,Frieden in Europa’ und ,Festung Europa’ wählen. Bei der Umsetzung hatten sie freie Hand.“

Mit dem Ukrainekonflikt hat sich Phillip Czauderna an ein schweres Thema gewagt, das er mit Hilfe einer altersgemäßen Plattform umgesetzt hat: „Ich habe auf Youtube Video-Material gesichtet und anschließend zusammengeschnitten.“ Dabei herausgekommen ist eine beeindruckende Dokumentation des sich immer mehr zuspitzenden Konflikts – mit Einspielern aus Medien wie Tagesschau oder Focus-Online sowie original Zitaten von Putin und Obama, die mit einem bedrückenden Atombombenszenario endet.

Das Werk unter dem Titel „Die Dämonen schlafen nur“ überzeugte die Jury. Bundesweit nahmen 78 000 Schüler teil, 200 davon stammen aus NRW. Aus 481 Gruppen und Einzelarbeiten, die an eine Landesjury geschickt wurden, wurden 85 an eine Bundesjury weitergeleitet. Mit seinem Video gelang es dem jungen Schüler auf Landesebene den ersten und auf Bundesebene einen der ersten Plätze zu gewinnen. Als Belohnung winkt ihm zusammen mit anderen Preisträgern eine Reise nach Straßburg.

Ebenfalls eingereicht wurde ein Plakat zum selben Thema, das vier seiner Mitschülerinnen erarbeiten hatten. Einen ersten Platz auf Landesebene hat zudem eine Dreier-Schülerinnengruppe gewonnen. Als preiswürdig wurde die Idee der 18- bis 20-Jährigen befunden, ein Spiel im Stil von „Mensch ärgere dich nicht“ über die Flüchtlingsproblematik in Europa zu konzipieren. „Uns war wichtig, dass bereits Kinder daraus lernen können“, erläutert Spielentwicklerin Kim Fuchs.

Dass Phillip Czauderna nicht nur gut mit Videos, sondern auch mit der englischen Sprache umgehen kann, bewies er mit Mitschüler Benjamin Tumkeo. Beide lieferten für einen weiteren Wettbewerb eine so gut formulierte Resolution in Englisch ab, dass sie vier Tage nach Münster eingeladen wurden, wo sie in Komitees Resolutionen zum Thema Frieden in Europa erarbeiteten und vorgetragen haben.