Velbert schneidet bei Unternehmensgründungen nicht gut ab

Wer ein Unternehmen gründen möchte, kann sich vorher bei der IHK ausführlich informieren.
Wer ein Unternehmen gründen möchte, kann sich vorher bei der IHK ausführlich informieren.
Foto: ungeklärt
Was wir bereits wissen
Die IHK Düsseldorf hat im Kreis Mettmann die Zahl der Existenzgründungen analysiert. Pro 1000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter werden in Velbert jedoch nur 163,3 Firmen neu gegründet, in Haan sind es 222,9.

Velbert/Kreis Mettmann.  Erneut hat die Industrie- und Handelskammer (IHK) Düsseldorf die Unternehmensgründungen im Kreis Mettmann untersucht. Danach sind im Zeitraum von 2001 bis 2013 insgesamt knapp 55 000 Unternehmen neu gegründet worden. Zieht man die Zahl der aufgegebenen Unternehmen ab, so verbleibt ein positiver Saldo von 6125 in der Gründungsbilanz.

Unter den Kreisen des Landes Nordrhein-Westfalen steht Mettmann auf dem sechsten Platz bei den Neugründungen je 1000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter. Den höchsten Saldo zwischen neu gegründeten und aufgegebenen Unternehmen im Zeitraum 2001 bis 2013 erzielte Ratingen (1675), gefolgt von Langenfeld (899). Das Schlusslicht bilden Monheim (269) und Wülfrath (260). Bezieht man die Zahl der Gründungen auf 1000 Einwohner im erwerbsfähigen Alter, so schneidet im Untersuchungszeitraum Haan (222,9) vor Hilden (207,2) am besten ab, am schlechtesten Velbert (163,3) und Monheim (151,5).

Auch im Kreis Mettmann würden die meisten Unternehmen im Handel neu gegründet, allerdings weniger ausgeprägt als anderswo: „Eine Ursache dafür ist die besondere Lage im Ballungsraum zwischen den Städten Düsseldorf, Köln, Essen, und Wuppertal, wobei die Städte wie Magnete wirken“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Udo Siepmann. Beim Service für Gründer habe sich die Zusammenarbeit der drei Startercenter NRW bei der IHK, der Handwerkskammer und bei der Wirtschaftsförderung des Kreises bewährt. Gemeinsam mit den städtischen Wirtschaftsförderungen und den Netzwerkpartnern informiere die IHK regelmäßig über Gründungs- und Nachfolgethemen im Neanderland.

Nachfolge ist Trend

Neben der statistischen Analyse des Gründungsgeschehens fasst der Bericht die Erfahrungen aus der IHK-Gründungs­beratung zusammen. „Wir sehen in den Jahren nach der Finanz- und Wirtschaftskrise zunehmend anspruchsvolle Gründungsvorhaben“, so Dr. Nikolaus Paffenholz, Leiter der Abteilung Recht und Steuern der IHK. Ein weiterer Trend: Während es in den Jahren 2010 und 2011 in der IHK-Beratung nur vereinzelte Übernahme- beziehungsweise Nachfolgeprojekte gegeben habe, interessierten sich jetzt auch wieder mehr Existenzgründer für die Übernahme bestehender Betriebe.

Der Gründerreport lässt darüber hinaus einen Einblick in die ersten Geschäftsjahre einer „typischen“ Selbstständigkeit zu. Grundlage ist eine Befragung, an der sich mehr als 200 ehemalige Gründer beteiligt haben. „Häufig machen danach Liquiditätsprobleme und die Zahlungsmoral der Kunden Gründern und Jungunternehmern zu schaffen“, so Paffenholz. Die IHK habe darauf bereits reagiert und ihr Informations- und Beratungsangebot für Existenzgründer um die Themen Liquiditätssicherung und Forderungsmanagement ergänzt.

Der IHK-Gründerreport kann unter der Dokumenten-Nummer 13645 kostenlos heruntergeladen werden: duesseldorf.ihk.de.