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Velbert packt aus

24.04.2007 | 15:05 Uhr

56 Stunden pro Woche hat der Wertstoffhof geöffnet. Samstags ist Volksbewegung.640 Tonnen Müll haben die Velberter vergangenes Jahr persönlich in der Industriestraße abgeladen

THEMA: MÜLLENTSORGUNG "Bequemlichkeit!" Das ist Stephan Kuhnts Antwort auf die Frage, warum in Velbert an altbekannten Stellen neben Glas- und Papiercontainern noch immer wilde Kippen entstehen. Kuhnt ist Leiter der Deponiebetriebgsgesellschaft Velbert (DBV). Der Wertstoffhof ist 56 Stunden in der Woche geöffnet. Von 7 Uhr morgens mitunter bis 20 Uhr - und samstags. Öffnungszeiten, wie sie keine andere Sammelstelle in der Umgebung bietet. Zudem ist eine Kofferraumladung Sperrmüll für Velberter Bürger kostenlos. Service pur - und dennoch lässt manch einer seinen Abfall irgendwo stehen. Jedoch sind das mittlerweile Einzelfälle. Ein Großteil der Velberter Bevölkerung nutzt den Wertstoffhof - und hat Einiges abzugeben. 24 000 Kofferräume voll Sperrmüll kamen im vergangenen Jahr an der Industriestraße an. Das sind gewogene 640 Tonnen - rund 120 ausgewachsene Elefanten, um die Menge zu verdeutlichen. Und freitags wie samstags ist der Berufsverkehr-Stau auf der A 1 ein Klacks gegen die Auto-Schlange, die vor dem Wertstoffhof anwächst. Die ganze Straße runter stehen vollgepackte Wagen, deren Achsen auf den Rädern hängen. Und hinter dem Lenkrad sitzen nicht nur Männer mit Hosen voller Farbflecken, die gerade vom Renovieren kommen. Velberter, jung wie alt, groß und klein, männlich und auch weiblich mit Stöckelschuhen, die alte Regalbretter in die Container schmeißen möchten - so wie der fünfjährige Niklas, der seinem Vater beim Ausladen hilft und sich ein Paar Arbeitshandschuhe über die Hände zieht. Denn anpacken müssen die Niederberger, wenn sie sperrigen Müll loswerden wollen. Da ist es mit dem Vor-die-Tür-stellen, wie es früher einmal war, nicht getan. Der Vorteil aber: Der Keller ist leer, wann immer man will. Emil Drensicke hat einen Karton Elektroschrott dabei. Immer mal wieder wird der Keller ausgemistet, Luft gemacht im Haus. "Ist doch eh' alles kaputt", sagt der Heiligenhauser. Und hier wird er den Müll schnell los: "Wenn ich den Sperrmüll bestelle, warte ich vier Wochen, habe den Keller voll und muss auch noch dafür bezahlen." So nimmt er ab und an entspannt eine Ladung mit und ist ihn los.

Wie viel Elektroschrott in den Containern auf dem Velberter Wertstoffhof landet, der diese Bezeichnung gar nicht verdient, weiß er nicht. In der Industriestraße ist lediglich das Sammellager. Von hier aus geht es weiter zu den unterschiedlichen Recyclingstellen. Weder die Container gehören der DBV, noch die Laster, die den Velberter Schrott und Sperrmüll wegkarren. Und sie karren eine Menge. Besonders jetzt, im Frühjahr, und dann noch einmal im Herbst. Dann sorgen die Velberter für Platz im Haus.

Hier ein paar Tipps:

Oft regen sich die Velberter über die Gebühren auf, wenn sie zum Beispiel Grünschnitt wegbringen möchten. 2,60 Euro kostet die Kofferraumladung, egal ob es zwei Säcke sind, oder fünf. "Warten Sie, bis Sie genug Grünschnitt zusammen haben", so Stephan Kuhnt. So lohnt es sich eher. Den geschnittenen Rasen oder die Hecke in den Wald zu kippen, ist nicht unbedingt günstiger. Wenn Unrat weggeworfen wird, kostet es 25 Euro, Abfall mit Schadstoffen führt zu einem Verfahren und ist eine Straftat.

Sehr viel Diskussionen und Zeit spart es, wenn im Vorfeld der Müll sortiert wird. Es ist ein Unterschied, ob nur Bauschutt abgeladen werden soll (Steine, Fliesen, Ziegel) oder auch Rigipsplatten dabei sind. Die sind kostenpflichtig.

Wer es nicht eilig hat, kein Auto besitzt, oder mehr als einen Kubikmeter Sperrmüll loswerden möchte, kann für 2 Euro Bearbeitungsgebühr bei der Stadt die Sperrmüllabholung beantragen. Einen kompletten Haushalt nimmt Stadt jedoch nicht mit. Anfragen im Servicecenter unter 262626.

Das neue Elektronikgesetz verbietet es, dass Elektrogeräte in den Restmüll kommen. Der Tipp von Detlef Schäfer von der Abfallberatung der Technischen Betriebe Velbert (TBV): "Wenn Sie ihren Grünschnitt wegbringen, nehmen sie kleine Elektroteile mit zum Wertstoffhof und schmeißen Sie sie weg." In den Restmüll gehören die nämlich nicht.

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