Velbert-Mitte bekommt schnelleres Internet

Los geht’s, das schnelle Internet startet. Mit dabei (v.l.): Stefan Mysliwitz, Peter Kroppen, Andres Wendenburg, Wolfgang Scholz.
Los geht’s, das schnelle Internet startet. Mit dabei (v.l.): Stefan Mysliwitz, Peter Kroppen, Andres Wendenburg, Wolfgang Scholz.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Telekom hat im Vorwahl-Bereich 02051 das Netz erneuert und Glasfaserkabel verlegt. Damit können Kunden nun mit bis zu 100 Mbit/Sekunde surfen. Stadt sieht nun Standortvorteil für die Wirtschaft.

Velbert..  Zwischen fünf und acht Millionen Euro hat die Telekom in die Hand genommen, um Velbert-Mitte mit schnellerem Internet versorgen zu können. Profitieren wird aber zunächst nur der Vorwahl-Bereich 02051, heißt, die Stadtbezirke Neviges und Langenberg behalten vorerst den alten Standard, zumindest in Teilen. Denn: „In Neubaugebieten wird direkt Glasfaser verlegt, und zwar bis ins Haus“, sagt Stefan Mysliwitz, kommunaler Ansprechpartner Infrastrukturvertrieb der Telekom. Gemeint sind in Langenberg die Gebiete Unterer Eickeshagen und Bonsfelder Straße, in Neviges der Bereich obere Hügelstraße.

In Mitte hingegen haben nun rund 21 000 Haushalte Zugang zum neuen, schnelleren Internet – „wobei das Maximum hier noch gar nicht ausgereizt ist“, sagt Mysliwitz. Denn noch besteht das Netz nicht zu hundert Prozent aus Glasfaserkabeln. „Wir haben jetzt zunächst einmal die Strecke zwischen der Vermittlungsstelle der Telekom und den 81 im Stadtgebiet verteilten grauen Kästen, den so genannten Multifunktionsgehäusen, erneuert.“ In den meisten Fällen seien Häuser und Unternehmen aber noch an Kupferkabel angeschlossen. „In den Multifunktionsgehäusen befindet sich aber nun aktive Technik, die die Kombination von Glasfaser und Kupfer ermöglicht, so dass sich für die Kunden die Bandbreite erhöht.“ Das Optimum werde erst erreicht, wenn auch die „letzte Meile“, so Peter Kroppen, Leiter Vertrieb und Service der Telekom für die Region West, „also die Verbindung zwischen grauem Kasten und Haus, mit Glasfaser geschieht.“

Velbert ist damit erst die zweite Stadt im Kreis nach Mettmann, die derart aufgerüstet worden ist. „Wir schauen natürlich auf Kundenzahl, Kaufkraft und Engagement der Stadt und entscheiden dann, wo wir ausbauen“, sagt Kroppen. „Denn ganz Deutschland innerhalb kürzester Zeit umzurüsten, das geht nicht.“ Rund 80 Milliarden Euro würde das kosten, „und wir allein investieren schon drei bis vier Milliarden Euro im Jahr für den Netzausbau.“

Für die Stadt bedeute das schnelle Internet auch einen wichtigen Standortfaktor, sagt Baudezernent Andres Wendenburg: „Das ist etwa für Vermieter eine indirekte Wohnwerterhöhung. Auch Firmen können wir damit locken. Schließlich ist etwa Tele-Arbeit ein Trend und nimmt immer mehr zu.“

Interessanter Fakt am Rande: Im Jahr 2015 wird eine Stadt mit rund 50 000 Einwohnern voraussichtlich genauso viel Datenverkehr haben, wie das gesamte Internet im Jahr 1997 – unter anderem, weil immer mehr Menschen Smartphones und Tablets nutzen würden oder Filme immer häufiger über das Internet geschaut oder heruntergeladen werden.