Veggie-Day sorgt für Zoff an Velberter Hauptschule

Die Fünftklässler der Martin-Luther-King-Hauptschule und Lehrerin Friederike Grubba bei der Präsentation.
Die Fünftklässler der Martin-Luther-King-Hauptschule und Lehrerin Friederike Grubba bei der Präsentation.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Präsentation von Schülern zum Thema Fleischkonsum sorgte an der Martin-Luther-King-Schule für Zoff. Plakate wurden abgerissen, Emotionen kochten.

Velbert.. In der großen Pause sollte die Aktion stattfinden – 20 Minuten Überzeugungsarbeit für eine geänderte Lebensart. Dafür hatten sich die Schüler der Klasse 5c an der Martin-Luther-King-Schule über Monate ins Zeug gelegt und unter Anleitung ihrer Lehrerin Friederike Grubba viel gelernt und verarbeitet. „Schauen Sie da rein!“, fordert Bastian auf, in Händen ein offener Karton, in dem zerrissene Küken und viel Blut zu sehen sind. Nicht echt, aber auch als Imitation echt schockierend. Neben ihm Diana, die ein Protestplakat hochreißt: „Sag Nein zu Fleisch!“ steht da in knallbunter Schrift zu lesen.

Werbeslogan und Wirklichkeit

„Bewahrung der Schöpfung ist in diesem Halbjahr unser Thema“, erläutert die Religionslehrerin. Wenn Gott wolle, dass die Welt in seinem Sinne von den Menschen verwaltet werde, müsse unangenehmen Fehlentwicklungen ins Auge geschaut werden, sagt sie. „Wir haben viel gelernt über unsere Lebensmittel und wie sie hergestellt werden“, sagt Sven. Er deutet auf ein Plakat, das Werbeslogan und Wirklichkeit gegenüber stellt: Danach behauptet die Werbung, Hühnervögel hätten ein langes Leben, doch in Wahrheit werde ein Großteil der Küken gleich nach dem Schlüpfen aussortiert und gnadenlos getötet. „Das haben wir vorher nicht gewusst!“ – Sven ist immer noch ehrlich empört. Unter dem Plakat „Kein Lebewesen will sterben“ steht Todorka: „Ich esse schon gerne ab und zu Fleisch – aber ganz bestimmt nicht so viel.“ 1094 Tiere verspeist laut Statistik ein Mensch während seines Lebens. „Wenn wir an unserer Schule einen fleischlosen Veggie-Day pro Woche erreichen können, wäre das schon toll“, sagt Grubba.

Am Dienstagvormittag also präsentierten die Fünftklässler ausgerechnet in der Mensa ihre neu gewonnenen Erkenntnisse. Wie würden die anderen Schüler und Lehrer reagieren? „Die Lehrer waren auch längst nicht alle überzeugt, dass das hier eine gute Aktion ist“, betont Friederike Grubba. Einige hätten sogar die zuvor ausgeteilten Informationsblätter zerrissen. Es sind dann Neuntklässler, die sich an den Info-Tischen aufbauen und ungläubig auf die Botschaften starren. „Was soll der Blödsinn?“, grölt Abdul, ein Mitschüler wirft aggressiv einige Plakate auf den Boden. „Alle gehen zu McDonald, alle essen Fleisch, da könnt ihr nichts dran ändern!“

Friederike Grubba nimmt die Reaktion positiv auf. „Das Ziel ist doch erreicht. Wir setzen einen Impuls und die anderen Schüler setzen sich mit dem Thema Fleischkonsum auseinander.“