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Unterschiedliche Welten

11.12.2008 | 18:16 Uhr

Die Unternehmerin und Autorin Marion Knaths sprach in der Stadtteilbibliothek mit viel Witz und Ironie über die Rollenverständnisse von Mann und Frau

Hackordnung oder vernetzte Kommunikation? Die beiden Möglichkeiten, sich mit anderen Menschen auseinanderzusetzen hängt nicht etwa vom Charakter ab, sondern vom Geschlecht. Denn Männer, so sagt zumindest Marion Knaths beim Vortrag im Frauenforum, klären zunächst einmal die Hierarchie bevor sie zum Inhaltlichen kommen. Frauen hingegen denken direkt lösungsorientiert. "Aber eins dürfen Sie nie vergessen: Bei Männern geht es nie nur um die Sache".

Marion Knaths, selbst bei einem großen deutschen Modeunternehmen in den Chefetagen erfolgreich gewesen, erklärt mit Spannung, viel Witz und Ironie die unterschiedlichen Welten von Mann und Frau.

"Das beginnt schon im Kindesalter. Mädels spielen mit Puppen. Bei diesem Spiel kann man aber nicht gewinnen - nur verlieren. Denn wenn die Freundinnen nicht mehr zum Spielen kommen, ist man ausgegrenzt. Jungs spielen Fußball. Da geht es eigentlich nur ums Gewinnen. Und das mit allen Mitteln. Und wenn man mal verliert? Kein Problem, es gibt ja auch noch eine Rückrunde."

Doch nicht nur die Kommunikation per se zeigt, an welcher Stelle der Rangordnung sich der Mitarbeiter nun gerade befindet, sondern auch die Gestik und Mimik. "Was machen sie als Frau? Sie lächeln und legen schlimmstenfalls noch den Kopf beiseite - aber damit signalisieren sie: Ich tu´ dir nichts, tu du mir auch nichts." Und schon ist die Frau in der Rangordnung ganz unten angelangt. "Der Drops ist schon gelutscht, bevor im Kopf überhaupt klar ist, was da gerade los ist." Körpersprache kann gelernt und beherrscht werden. Marion Knaths bittet einige Damen aus dem Publikum nach vorn und schnell wird allen klar: Marion Knaths ist die Überlegene. Warum? Weil Sie mit einem festen Händedruck reagiert, das Gegenüber mit der anderen Hand an der Schulter packt und sich nach vorne beugt.

Das Publikum ist fasziniert und auch der Selbstversuch zeigt: Die Körperhaltung bestimmt wie man sich fühlt. Mit vorne über gebeugtem, hängenden Kopf fühlen sich die Frauen im Selbstversuch eindeutig schlechter, als in einer erhabenen Haltung. "Zeigen sie auch im Sitzen eine große Linie, breiten sie die Ellenbogen aus. Wenn sie stehen: Die Beine immer schulterbreit gespreizt."

Wer diese Hinweise in einem Unternehmen, dass von der Männerwelt regiert wird, beachtet, hat es schon leichter, sich zu behaupten. Doch: "Es gibt da noch ein anderes Problem. Das Spiel um die Hackordnung dient auch dazu, dass die Nummer eins die Auswahl an Frauen hat. Sie werden zunächst also einmal gar nicht als Konkurrenz wahrgenommen." Hier gilt es, sich die "Männerwelt" stets vor Augen zu halten. "Wenn sie einen großen BMW sehen. Wer glauben sie, steigt aus?" Das Publikum ist sich einig: "Ein Mann." Und warum ist das so? "Weil Frauen eben praktisch denken. Ein großes Auto ist teuer, unpraktisch einzuparken. Aber schon haben sie bei der Arbeit das Garagenspiel verloren." Auch bei der Kleidung ist es wichtig, "sich für den Job zu kleiden, den man haben will und nicht den, den man hat." Marion Knaths empfiehlt, die Statussymbole selbstverständlich zu nutzen. Dabei geht es nicht um Prahlerei, sondern einfach nur darum, dass die "Position, die sie haben, wahrgenommen wird. Damit machen sie es nicht nur sich, sondern auch ihrem Umfeld einfacher."

Die Besucherinnern des Frauenforums haben von Marion Knaths reichlich Anregungen für den Berufsalltag und eine neue Einsicht in die Männerwelt erhalten und verstehen so im Nachhinein die eine oder andere Situation, in der sie im Beruf gescheitert sind. Die Frauen sind begeistert davon, wie einige einfache Regeln, viele Dinge leichter machen können.

Von Isabel Papke

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