Unterricht mit Spaß beim Tenniscamp in Neviges

Immer schön locker bleiben: Trainer Krystian Paterak zeigt Benno die richtige Technik.
Immer schön locker bleiben: Trainer Krystian Paterak zeigt Benno die richtige Technik.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Feriencamp des Nevigeser Tennisclubs (NTC) erfahren Kinder eine Woche lang ohne Druck und ganz spielerisch, wie schön der weiße Sport ist. Das Angebot ist für Anfänger und Fortgeschrittene.

Neviges..  Aufwärmen bei 30 Grad im Schatten? Geht’s noch? Aber klar: „Die Gelenke müssen sich ein bisschen einspielen, das ist völlig unabhängig von der Temperatur“, sagt Krystian Paterak, Trainer beim Nevigeser Tennisclub (NTC) und bei dem beliebten Feriencamp wieder einmal begnadeter Pädagoge, Motivator und fürsorgliches „Mädchen für alles“.

Während Luca, Elias und die anderen brav ihre Runde traben, Arme und Schultern kreisen lassen, zieht Krystian Paterak ein Sechserpack Wasser aus seiner Sporttasche. „Ich hab noch schnell beim Supermarkt Nachschub geholt. Was die Kinder mitbringen, das reicht heute einfach nicht.“

Tennis bei tropischen Temperaturen, da gelten besondere Anforderungen an Mensch und Material: Zwei bis drei Liter Wasser sollten die kleinen Sportler zu sich nehmen, außerdem gilt: „Oben ohne“ darf an diesem Morgen niemand auf den Platz, da lässt der sonst so liberale Trainer nicht mit sich reden: Es herrscht strenger Kappenzwang. „Wer keine hat, kann sich bei mir eine ausleihen, ich hab so 20 bis 30 zuhause, die hab ich alle rausgekramt“.

Kinder haben alle Ballgefühl

Dann geht’s los: „Den Schlägerkopf ganz frei laufen lassen, ruhiger mit dem Körper. Ja, Luca, sehr gut.“ Eine Woche lang feilen die Kinder an ihrer Rückhand, üben Aufschlag, und haben vor allem eins: Spaß am Spiel mit dem Ball. Marc und Luca, beide neun Jahre alt, halten in diesen Ferien zum ersten Mal einen Schläger in der Hand, sonst flitzen sie eher über den Fußballplatz. „Tennis ist aber auch super“, meint Luca, der in den kommenden Wochen noch ein strammes Programm vor sich hat: „Bauernhof, Ostsee, Holland“, so die knappe, präzise Antwort. Der Unterschied zwischen Tennis und Fußball: „Hier muss man sich nicht ganz so viel bewegen“. Marc nickt. „Dafür kriegt man eher einen Krampf im Arm.“

„König“ ist der Hit auf dem Platz

Unerbittlich brennt die Sonne vom Himmel. Die Jungs hier wollen trotzdem nur eines: Spielen, rennen, am liebsten „König“, ein kurzweiliges Match nach dem k.o. System, doch zu Boden sinken soll hier natürlich niemand, da sei Krystian Paterak vor. „Jungs, Pause, ab in den Schatten.“ Benno hat die Bälle aufgepickt, bücken muss man sich dafür ja zum Glück nicht mehr, und wartet ungeduldig darauf, dass die Pause zu Ende geht. „Hitze ist nicht schlimm, Hauptsache, kein Regen.“ Dass die Kleineren zum Schutz vor der Sonne in der kühleren Halle spielen, juckt ihn nicht. „Hier ist viel schöner. Die haben da doch nur zwei Ventilatoren.“ Auch Benno ist Anfänger, „Fußball, das ist meine Leidenschaft“, darauf legt er Wert. Was ihm hier am besten gefalle? Ernste Antwort: „Das Beibringen.“

Und da hat Krystian Paterak, seit 36 Jahren Tennistrainer, eine eigene Philosophie, die auch sein Kollege Robert Welkner und die anderen im Team beherzigen. „Sie können Kindern schnell alles vermiesen, wenn Sie nur fordern. Die haben jetzt Ferien, da muss man auch mal Fünf gerade sein lassen.“

Natürlich wird hier Technik geübt, werden Fehler ausgemerzt, wird kritisiert, aber eben auch viel gelobt. „Hier kann man einfach so frei spielen, das finde ich gut“, meint Elias. Der Zehnjährige ist ein „alter Hase“, hatte vor Jahren angefangen und dann ausgesetzt. „War alles zu viel, Fußball und noch Schule . . .“ Das Tenniscamp hat er schon letztes Jahr mitgemacht, so auch Max, „ich aber schon zum dritten Mal!“ Und sonst? Findet Max alles prima, gleich gibt’s Mittagessen, „total lecker“. Max einziger Wunsch: „Die Kühlung etwas höher stellen.“