„. . . und plötzlich waren es 49“
09.08.2012 | 18:00 Uhr 2012-08-09T18:00:00+0200
Nierenhof. Familie Schulz wurde von einer ungewöhnlichen Kaninchenplage heimgesucht. Mit viel Arbeit hat man alles in den Griff bekommen. Na ja: fast alles.
Alles begann damit, dass man einer guten Freundin einen kleinen Gefallen tun wollte. Es ging um Scheidungskinder – na ja, nicht direkt „Kinder“: „Eine Bekannte hatte sich von ihrem Mann getrennt, musste aus der Wohnung raus und wusste nicht wohin mit ihren Kaninchen“, erinnert sich Andrea Schulz. Die Nierenhoferin, die im Garten ihres Hauses an der Wodanstraße selbst einen kleinen Streichelzoo mit Hunden, Kaninchen, Chinchillas, Laufenten und etlichen anderen Tieren unterhält, zögerte nicht lang – und erlebte am Ende eine große Überraschung.
„Die Rede war von acht Kaninchen, die ich übernehmen sollte“, erinnert sich Andrea Schulz. Neben den eigenen fünf ließ sich diese Anzahl wohl bewältigen – schließlich gab es ja im Gehege im Garten noch Platz, habe sie gedacht. Nur: „Schließlich waren es dann aber 22 Kaninchen, die auf den ersten Schlag kamen – und vier weitere habe ich später auch noch abgeholt“, erzählt die Nierenhoferin.
Zweimal täglich wird gefüttert
Womit das „Ende der Fahnenstange“ freilich noch nicht erreicht war: „Dann bekamen zwei der Kaninchendamen auch noch Nachwuchs – 14 Junge, von denen neun überlebten.“ So wurde aus den ursprünglich geplanten 13 Tieren eine echte Kaninchenplage: „Plötzlich waren es 49 Tiere“, so Andrea Schulz – und sie gesteht: „Das war dann der Augenblick wo ich dachte: Jetzt brauchst du Hilfe“.
Schließlich hatte sich mit der „kleinen Gefälligkeit“, die sie der Bekannten erweisen wollte, mehr Arbeit aufgehalst, als sie sich je hätte träumen lassen. „Jeden Tag habe ich nun zweimal täglich Stall- und Fütterungsdienst, hinzu kommt einmal wöchentlich das Stallausmisten, da sind wir mit drei bis vier Helfern einen ganzen Nachmittag lang beschäftigt“, berichtet die tierliebe Nierenhoferin, die bei ihrer Arbeit vor allem von Tochter Pia und deren Freundin Jana Husemann unterstützt wird.
Doch nicht nur arbeitstechnisch, auch finanziell haben die Kaninchen Familie Schulz einen ordentlichen Aderlass beschert. Als bei Tierarztbesuchen, die man wegen der Kastration der Kaninen-Böckchen antrat, auch noch Wurmbefall einzelner Tiere festgestellt wurde, kam man um eine großangelegte Wurmkur für den ganzen Bestand nicht herum. „Da hatten wir dann schnell Medikamente von über 100 Euro verfüttert“, überschlägt Andrea Schulz.
Mittlerweile ist die Kaninchenschar aber nicht nur wurmfrei und kerngesund, sondern in weiten Teilen auch an neue Halter vermittelt. „Wir haben uns entschlossen, sechs Tiere selbst zu behalten, etwa 20 haben wir bereits in gute Hände vermittelt“, berichtet die Nierenhoferin. Für zwölf Tiere sucht man nun noch neue Besitzer.
Derzeit aber sind die männlichen Tiere nach der Kastration ohnehin noch in Quarantäne. „Erst sechs Wochen nach der Operation ist die Gefahr gebannt – einmal könnten die Tiere bis dahin noch Nachwuchs zeugen“, erklärt Andrea Schulz. Und so weit will man es nach dem, was man in den letzten Wochen erlebt hat, natürlich keines falls kommen lassen. . .
0mitdiskutieren