Umzugsmarathon dauerte neun Monate

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Neun Monate währte der Umzugsmarathon – aber nun hat das Stadtteilzentrum der Diakonie in Langenberg eine neue Bleibe gefunden: In der ehemaligen Gaststätte „Im Rökels“ an der Donnerstraße.

Langenberg..  „Was lange währt, wird endlich gut“, sagt Tanja Kosin – und da schwingt ein Stoßseufzer mit. Gut nachvollziehbar, denn: Neun Monate hat es gedauert, bis die Diplom-Sozialarbeiterin der Bergischen Diakonie in dieser Woche das neue Stadtteilzentrum an der Donnerstraße 1 (vormals Gaststätte Im Rökels) eröffnen konnte. Neun Monate, in denen der eigentliche Umzug mit komplettem Büro- und Besucherbereich noch das kleinste Problem zu sein schien.

„Wir mussten das alte Stadtteilzentrum in der Hauptstraße 112 ja von einem auf den anderen Tag verlassen, nachdem die Stadt festgestellt hatte, dass das Haus nicht mehr bewohnbar war“, erinnert sich auch Diane Kollenberg-Ewald, Geschäftsführerin des Diakonischen Werkes Niederberg.

Zunächst Provisorium in Neviges

„So schnell waren in Langenberg natürlich keine neuen Räume zu finden – darum bin ich erst mal ins Stadtteilzentrum Neviges umgezogen“, erzählt Tanja Kosin. Seit längerem schon habe man in Langenberg einen neuen Standort gesucht – „auch weil die Räume an der Hauptstraße 112 einfach überdimensioniert waren“. Entsprechend froh war man, als mit der Donnerstraße 1 im April dann tatsächlich ein idealer neuer Standort gefunden schien.

Eine große Freude, der im Juni ein kaltes Erwachen folgte. „Wenige Tage vor Eröffnung unseres neuen Stadtteilzentrums erfuhren wir, dass es Schwierigkeiten mit dem Antrag auf Nutzungsänderung gäbe“, berichtet Diane Kollenberg-Ewald. Und so zog Tanja Kosin erneut in ein Provisorium um: „Die Kirchengemeinde Langenberg stellte uns freundlicherweise Räume in der Klippe 2 zur Verfügung.“ Dort konnte Tanja Kosin wenigstens feste Sprechstunden anbieten.

Regelmäßige Sprechstunden

Doch wie gesagt: Was lange währt – nun ist es tatsächlich gut geworden. Am Dienstag eröffnete man das neue Stadtteilzentrum, in dem Ratsuchende demnächst regelmäßig zur Bürgersprechstunde eingeladen sind: montags und freitags von 10 bis 12, dienstags von 14 bis 16 und donnerstags von 15 bis 17 Uhr. „Außerdem findet alle 14 Tage freitags eine Bürgersprechstunde bis 14 Uhr bei der Tafel im Kreiersiepen statt, und weitere Termine gibt es auf telefonische Vereinbarung“, sagt Tanja Kosin.

Etwa 100 Menschen werden regelmäßig im Jahresmittel vom Stadtteilzentrum betreut, u.a. bei Trennungen, Scheidungen und bezüglich des Umgangsrechts. Zudem wird das Stadtteilzentrum auch bei familiengerichtlichen Verfahren herbeigezogen. Für die Zukunft sind aber auch wieder regelmäßige Info-Veranstaltungen geplant. „Wir planen demnächst einen Themenabend zur Pubertät, einen unter dem Motto ‘Eltern bleiben trotz Trennung’ und einen Infoabend für junge werdende Mütter“, zählt Tanja Kosin auf.

Und natürlich will man auch weiterhin die Kummersprechstunde in den Grundschulen Kuhstraße und Hüserstraße anbieten. Alle 14 Tage bietet das Stadtteilzentrum Schülern diese Sprechstunde in beiden Schulen an. Mit überwältigender Resonanz: „Acht bis zehn Kinder kommen da immer – oft reichen die 60 Minuten, die vorgesehen sind, gar nicht für alle Gespräche aus – da muss ich oft länger bleiben.“

Treffen für pflegende Angehörige in Klippe 2

Bei den monatlichen Themenfrühstücken (das nächste findet zum Thema „Sicherheit zu Hause“ am 27. Oktober von 9.30 bis 11 Uhr statt) arbeitet man bereits zusammen – jetzt starten das Stadtteilzentrum der Diakonie und die Evangelische Kirchengemeinde Langenberg ein neues Projekt: Erstmal wird am morgigen Donnerstag um 17 Uhr zu einem „Gesprächskreis für pflegende Angehörige“ eingeladen.

„Das Treffen richtet sich diesmal ausdrücklich nicht nur an die Angehörigen von Demenzkranken, sondern an alle Menschen, die einen Angehörigen pflegen“, betont Cornelia Kleine-Kleffmann, Leiterin der Klippe 2.

An jedem dritten Donnerstag im Monat soll für Angehörige künftig Gelegenheit bestehen, sich auszutauschen, sich gegenseitig Mut zu machen, sich zu informieren und sich bei der allzu oft aufopfernden Pflege auch Gedanken über sich selbst zu machen.