Umbau des Brunnenplatzes in Neviges beginnt ab April

Kommt weg: Der Brunnen mitten in Neviges wird abgerissen, an gleicher Stelle ein neuer errichtet.
Kommt weg: Der Brunnen mitten in Neviges wird abgerissen, an gleicher Stelle ein neuer errichtet.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Wegen Kanalarbeiten beginnt der Umbau des Brunnenplatzes später als geplant, im zweiten Quartal 2015. Die Werbegemeinschaft sieht dies problematisch.

Der beliebte Platz am Brunnen soll schöner werden, doch bis die Fontänen spritzen, müssen sich die Nevigeser noch etwas gedulden: „Der Brunnenumbau wird nach hinten verschoben, ins zweite Quartal 2015“, erklärt Arnd Sulimma, Sachgebietsleiter Verkehrsmanagement, Straßen und Verkehrsanlagen bei den Technischen Betrieben Velbert (TBV).

Grund der Verzögerung: Es muss zuvor noch eine alte Kanalhaltung in der Elberfelder Straße ausgetauscht werden. Die Aufträge für die Arbeiten sollen jetzt bald zusammen ausgeschrieben werden, die Firma, die sich um den Kanalbau kümmert, soll auch die Brunnenpläne umsetzen. Eine eigene Ausschreibung dagegen wird es für den Bau und die Gestaltung der geplanten grünen Wand geben.

Händler fühlen sich übergangen

Den Zeitpunkt der Brunnenbauarbeiten findet Helmut Wulfhorst, zweiter Vorsitzender der Werbegemeinschaft Neviges, höchst ungünstig. „Der Sommer ist praktisch weg. Vor allem für das Café Monsieur M. ist das eine massive Existenzbedrohung“, wetterte Wulfhorst. „Im Baulärm setzt sich doch kein Mensch da hin, und der Betrieb lebt von der Außengastronomie.“ Auch der Gemüsehändler an der Elberfelder Straße profitiere von der Laufkundschaft, die vor allem im Sommer über die Elberfelder Straße schlendere. „Was mich ärgert: Wir haben das Gespräch mit dem Bürgermeister gesucht und wurden überhaupt nicht in die Planungen miteinbezogen.“

Bei der Planung dieses zentralen Platzes, dem Herz der Altstadt von Neviges, hätte man laut Wulfhorst besonnener umgehen müssen: „Warum nicht von Oktober bis Dezember buddeln? Jeder hier weiß, dass der Winter in dieser Gegend erst im Januar einsetzt.“

Muttalip Avci, Inhaber des Café Monsieur M., hofft nur inständig, dass Lärm und Dreck nicht allzu lange andauern. „Es muss ja irgendwann gemacht werden, aber ab April ist natürlich für uns ganz, ganz schlecht. Da haben wir gerade die Stühle draußen stehen.“

Wie dem auch sei: Der neue Brunnen wird, ungeachtet der Diskussion um den Zeitpunkt, nach den Plänen des Gartenbau-Professors Mehdi Mahabi gestaltet, die auch im Bezirksausschuss im Frühjahr 2014 vorgestellt wurden.

Versenkbare Wasserdüsen

Und das bedeutet: Der Platz ist ebenerdig, die Brunnenmauern kommen weg, dafür soll es rundherum Sitzgelegenheiten geben. Insgesamt soll der Platz einfach Lust machen, hier ein wenig zu verweilen. Und vor allem gibt es viel mehr grün: „Zentrales Element ist die begrünte Häuserwand, dafür muss erst eine freitragende Stahlträgerkonstruktion vor die eigentliche Fassade gesetzt werden“, erläutert Arnd Sulimma. Dann wird dort eine „Substratmatte“ angelegt, in die kleine Pflanztöpfe gesetzt werden. „Das sieht kompletter aus als eine bisher herkömmliche Wandbepflanzung“, sagt der Sachgebietsleiter weiter, der selbst ein bisschen gespannt ist. Ein derartiges Projekt, also die Anlage einer solchen Substratmatte, „das ist auch für uns Neuland“.

Zur Gestaltung des eigentlichen Brunnens: Der Platz soll offener und großzügiger wirken, auf einer ebenerdigen Fläche wird zentral ein Düsenfeld gebaut, aus dem Wasserfontänen sprudeln. Eine kleine Stufenanlage soll die Höhenunterschiede regulieren.

Nicht nur als Brunnenplatz, auch als attraktives Zentrum für Veranstaltungen aller Art könnte die Fläche dann dienen: Bei Bedarf werden die Düsen mit einer Edelstahlplatte abgedeckt, wo gerade noch Wasserfontänen spritzten, könnte eine Musikband auftreten oder Bierwagen vorrollen – soll der neue, wandelbare Brunnen doch sogar befahrbar sein.