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Uhus zieht’s nach Niederberg

26.08.2012 | 12:00 Uhr
Uhus zieht’s nach Niederberg
Uhus sind imposante Großeulen und nachts aktiv.Foto: privat

Neviges.   Landschaftspfleger Detlef Regulski hat im Jahr 2005 ein Projekt ins Leben gerufen, das die vom Aussterben bedrohte Vogelart schützen sollte, seither ist eine Kooperation aus Naturschutzbehörden, den umliegenden Steinbruchbetrieben Niederbergs und dem Landschaftspfleger selbst entstanden.

Ein geradeaus gerichteter Blick, die bernsteinfarbenen kugelrunden Augen umgibt ein Gefiederkleid aus warmen Brauntönen. In einer Position verharrend und die Krallen fest um einen Baumstamm geklammert, beobachtet der Uhu seine Welt. So zumindest hat er schon vielen Fotografen als Vorzeigemotiv gedient und tausende Seiten in Tierbüchern geschmückt. Landschaftspfleger Detlef Regulski kennt den Uhu jedoch auch anders und vor allem nicht allein aus Tierbüchern. Er nämlich hat im Jahr 2005 ein Projekt ins Leben gerufen, das die vom Aussterben bedrohte Vogelart schützen sollte, seither ist eine Kooperation aus Naturschutzbehörden, den umliegenden Steinbruchbetrieben Niederbergs und dem Landschaftspfleger selbst entstanden.

Im Steinbruch Schlupkothen leben derzeit Eulen, die Regulskis nächtlichen Beobachtungen und Verhaltensforschungen unterliegen.  In den 60er Jahren gab es in ganz NRW nur ein einziges Uhu-Weibchen, erinnert sich Detlef Regulski. Dies war in der Eifel zu Hause, doch wurde schon nach kurzer Zeit von den Jägern erschossen.  Die kräftigen Eulen stellten lange Zeit für die Jäger eine Konkurrenz dar, da sie viele Tiere zur Beute nahmen, auf die die Jäger es selbst abgesehen hatten. Doch dies sei nicht der einzige Grund, dass es zum Aussterben der Tiere kam.

Im 19. Jahrhundert, so berichtet der Landschaftspfleger, wurden die Nachtfalter systematisch verfolgt: Denn ein Aberglaube besagte, die Uhus seien Totenvögel, die durch ihre Schreie die Menschen nachts auf die Friedhöfe locken wollten.

„15 Paare haben sich in den Niederberger Steinbrüchen derzeit angesiedelt“, sagt Regulski. Deutschlandweit ist das bisher die dichteste Population, die sich in unmittelbarer Nähe zu Großstädten befindet. Detlef Regulski ist leidenschaftlicher Eulenbeobachter, besonders gerne erforscht er das Verhalten der Uhus: „Unter allen Eulen hat der Uhu für mich etwas Majestätisches. Wie ein König der Nacht schwebt er durch die Luft und hat auch vor Menschen keine Scheu. Nicht nur ich beobachte ihn, er mich nämlich auch.“

Da der Flandersbacher Kalksteinbruch zu den größten Steinbrüchen Europas zählt, fühlt sich der Uhu hier besonders heimisch. „Er schätzt das Offenland und die Wiesentäler, denn dichte Wälder mag er nicht“, hier falle ihm die Jagd auf Mäuse oder Beuteltiere schwer. Im Landschaftsbild im Schlupkothen zum Beispiel findet er sich wieder und fügt sich farblich optimal in die Felsen ein. Die Felsen sind sehr gut für seine Brut geeignet. Vom Max-Planck-Institut hat der Landschaftspfleger GPS-Sender gespendet bekommen, mit denen er die Tiere immer wiederfinden kann. Von Reinhard Vohwinkel aus Tönisheide werden die Uhus beringt und die Sender angebracht. „Das ist wichtig, damit die Lebensgrundlage der Uhus gesichert wird, denn wenn wir wissen, wo er sich am häufigsten aufhält, können wir diese Gebiete unter Naturschutz stellen.“

 Dieses Jahr gab es im Schlupkothener Bruch keine Jungen: „Das kann daran liegen, dass die Elterntiere selbst noch jung und unerfahren sind oder aber eine Eule seinen Partner verloren hat.“  Das Brutverhalten der Uhus sei beneidenswert: „Sie machen genau das, wovon viele Menschen träumen“ – sie erlauben sich auch mal einen Seitensprung. Besonders dann, wenn die „feste Lebenspartnerin“ ihre Jungen zur Welt gebracht hat, dann erscheinen die Damen aus der Nachbarschaft oft attraktiver.

Katharina Erschov



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