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Er hat überlebt

Überfahren und verbrannt

02.11.2009 | 18:31 Uhr
Überfahren und verbrannt

Neviges. Ursula Strunk päppelt schwer verletzten Straßenhund von der Insel Korfu auf

Nicht nur das Herz von Ursula Strunk schlägt für Hunde. Die Tönisheiderin investiert, seit sie pensioniert ist, fast ihre gesamt Zeit für die „Tierhilfe Korfu”. Von der wunderschönen Urlaubsinsel in der Ägäis weiß Ursula Strunk nämlich schreckliche Dinge zu berichten: „Straßenhunde werden dort lebendig in Müllcontainer geworfen oder vergraben, sie werden verbrannt, vorsätzlich mit dem Auto überfahren, erschossen, mit Äxten einfach totgeschlagen oder gesteinigt”. Dieses brutale Vorgehen gegen Vierbeiner auf der Straße sei nicht etwa einzelnen verrohten Naturen vorzuwerfen, sondern es komme – ähnlich wie in Spanien oder der Türkei – aus einer Gesellschaft, die „überhaupt keine Wertschätzung habe für Hunde und Katzen”, wie Ursula Strunk aus eigener Erfahrung berichtet.

Erst letzte Woche hat der Tierschutzverein wieder ein Opfer dieser Brutalität von der Urlaubsinsel nach Deutschland geschafft – buchstäblich in letzter Sekunde. Marley haben ihn die deutschen Retter getauft, den wenige Wochen alten Mischlingshund, der mit lebensgefährlichen Verletzungen vom Flughafen Düsseldorf sogleich in die Tierklinik Duisburg-Kaiserswerth weiter transportiert wurde. „Das Pflegepersonal dort hat geweint, als es den völlig zerschundenen, elenden Körper in Empfang nahm”, sagt Strunk. Tierhilfe-Korfu-Helfer hatten berichtet, Marley sei nach fragwürdigen Augenzeugenberichten zunächst überfahren worden, habe sich dann hinter einem Dampfkessel versteckt, wo er sich verbrüht habe. Doch die behandelnden Ärzte in Duisburg sahen auf dem OP-Tisch klare Hinweise darauf, dass das Tier verbrannt werden sollte: versenktes Fell überall am Rumpf, großflächige Brandverletzungen an der rechten Flanke, die eine Hauttransplantation notwendig machten. Ein Ohr wurde amputiert, ein Augenlid musste verkürzt, ein Vorderlauf hochgebunden werden, damit sich Marley nicht die Transplantate während des Heilungsprozesses wieder abreißt.

Rund 2500 Euro hat der Hilfsverein für diese Akutmaßnahme bezahlt. Nach Tönisheide zu Ursula Strunk kam der Frischoperierte, weil sie zu Hause eine Pflegestation für Tiere in Not unterhält. „Marley bedankt sich für die Rettungsaktion täglich durch sein Zutrauen und seine Entwicklung”, sagt Strunk.

Die Niederbergerin hatte 1998 während eines einwöchigen Urlaubs in der Türkei ihr Schlüsselerlebnis, das sie in den aktiven Tierschutz drängte. „Ich wurde Zeuge, wie am wunderschönen Strand Motorradfahrer mehrere Hunde verfolgten und sie wie Hasen abschossen”, berichtet sie. „Den völlig verständnislosen Behörden dort habe ich damals gesagt: Nie wieder komme ich hier hin zurück!”

Nun ist die Tierhilfe Korfu kein vermögender Verein. Ein Fahrzeug, mit dem Tiere zur ärztliche Kontrolle gebracht werden, ist derzeit defekt. Operationskosten, Impfungen und Futter verschlingen Unsummen. Auf Korfu unterhält der Verein ein eigenes Tierheim. Ab und zu ist auch Ursula Strunk dort, um die Mitstreiter zu unterstützen.

Doch jetzt zählt allein Marley. „Ich suche jetzt dringend eine Familie, die ihn aufnimmt, wenn er wieder gesund ist. Nach all dem, was er in seinem jungen Leben durchgemacht hat, sollte er in seinem neuen Heim der Prinz sein”, sagt sie. Dann kocht sie: Heute Mittag gibt es Reis und Hühnchen – alles für den Hund.

Matthias Spruck

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Kommentare
03.11.2009
18:05
Überfahren und verbrannt
von dorfbeobachter | #5

Sehr geehrter Herr Kallen,
was meinen Sie mit kehren?
Ausgewilderte Katzen kann man sterilisieren, Hunde vielleicht auch, doch stellen sie eine Gefahr für Menschen dar.
Leider gilt es sogar manchen Hundebesitzern als normal ihre Tiere in der Natur frei laufen zu lassen. Ich habe den Angriff eines großen Hundes selbst erlebt, vom Besitzer keine Spur. Als der dann auftauchte war der offensichtlich überrfordert. Wie sieht da Ihre Lösung aus?

03.11.2009
15:04
Überfahren und verbrannt
von PETER KALLEN | #4

UND? In Deutschland machen Hobbyjäger mit Waffen, Fallen und Gift JAGD auf Haustiere:

Die Jagdstrecke für Katzen sah in den vergangen Jahren folgendermaßen aus:
2001/ 2002: 18.578
2002/ 2003: 16.554
2003/ 2004: 15.110
2004/ 2005: 14.109
2005/ 2006: 13.590
2006/ 2007: 14.402
2007/ 2008: 14.670
(Angaben von Jägern. Die Dunkelziffer liegt höher)

________________________________________

Jagdstrecke in NRW
Die Jagdstrecke für Haushunde sah in den vergangenen Jahren folgendermaßen aus:
2001/ 2002: 194
2002/ 2003: 185
2003/ 2004: 154
2004/ 2005: 144
2005/ 2006: 193
2006/ 2007: 266
2007/ 2008: 176

(Angaben der Jäger selbst, die Dunkelziffer liegt höher)


Es gibt keinen Grund mit dem Finger auf das Ausland zu zeigen, man sollte erst mal vor der eigenen Türe kehren!

03.11.2009
10:24
Überfahren und verbrannt
von Matthias Spruck | #3

Sie haben natürlich Recht, Kaiserberg ist gemeint. Danke für den Hinweis.

03.11.2009
09:28
Überfahren und verbrannt
von Tierklinik | #2

Tierklinik Duisburg-Kaiserswerth ? - oder ist die Tierklinik Duisburg Kaiserberg gemeint

02.11.2009
18:54
Überfahren und verbrannt
von unbestechlicher | #1

Das ist doch nicht nur im Ausland so. Wir wurden gerade Zeuge wie jemand versucht hat eine Katze zu überfahren. Dazu ist er mit über 50 in eine 30er Zone gefahren und hat die Spur gewechselt um die Katze zu erwischen. Wir sind hinterher gehafhern und haben ihn zur Rede gestellt. Er faselte zusammenhangloses Zeug, das er Waffen hat und Jäger sei und er das dürfe und das seine Mutter bereit mehrere Hunde erschossen hätte und er freilaufende Hunde (Wohngebiet) auch erschiessen würde. Als Bauunternehmer der Freunde im Stadtrat hat fühlt er sich sicher.
Solche Leute gibt es in Deutschland mehr als genug. Deshalb sollten wir auch hier etwas unternehmen.

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