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Überall Grün – Bürger sehen rot

14.08.2012 | 23:00 Uhr
Überall Grün – Bürger sehen rot

Langenberg.   Wild wuchernde Sträucher und Gehölzer sind vielen ein Dorn im Auge. Beider Stadt beteuert man: „Wir tun, was wir können, um die Liste abzuarbeiten“

Wie schön alles grünt und blüht? Von wegen: Kaum ein Tag, an dem nicht Leser in der Redaktion anrufen, um sich über allzu üppig sprießendes Grün zu beschweren. „Alles wuchert zu – tut die Stadt denn gar nichts mehr in Sachen Grünpflege?“, heißt es immer wieder. Was ungerecht ist, denn: „Etwa 45 Mitarbeiter sind im ganzen Stadtgebiet im Dauereinsatz – aber angesichts dieser extremen Vegetationsperiode kommen die Mitarbeiter der Technischen Betriebe mit der Arbeit kaum nach“, berichtet Dennis Schieferstein, Sachgebietsleiter „öffentliches Grün“ bei der Stadt.

„Beinahe überall gibt es Probleme: Gehen Sie nur mal die Kuh­straße entlang, da steht eine Parkbank, die kann man gar nicht mehr sehen – die ist völlig zugewuchert“, berichtete Christel Langenbruch der WAZ-Redaktion. Und: „Eine andere Bank, in der scharfen Kurve an der Friedhofsstraße, ist so vermoost, dass man sich gar nicht mehr draufsetzen kann.“

Friedhofswege zugewachsen

Klagen kommen auch von Friedhöfen. Lediglich exemplarisch sei hier der Kommunalfriedhof am Pütterfeld genannt: „Das Gras zwischen den Gräbern ist so hoch – da kann ich doch nicht mit dem Rasenmäher anrücken. Und im Bereich der Urnengräber sind die Wege zum Teil völlig zugewuchert“, berichtet Marc Bernhardt.

In der Tat: Ein feucht-heißer Sommer hat den TBV mehr Arbeit bei der Pflege der städtischen Grünflächen und Friedhöfe beschert als in den Vorjahren. „Hinzu kommt, dass wir jetzt in den Ferien bevorzugt die Grünflächen an den Schulen pflegen – dort können wir eigentlich nur jetzt arbeiten, weil wir sonst mit unseren Maschinen den Unterricht stören“, erläutert Schieferstein.

TBV sind nicht für alles zuständig

Er räumt ein: Auch bei der Stadt gehen beinahe täglich Beschwerden von Bürgern ein. „Wenn es sehr akute Sachen sind, dass setzen wir sie ganz oben auf die Liste, die Günter Strathmann und die Mitarbeiter derzeit abarbeiten.“ Zuweilen kämen aber auch Hinweise auf wucherndes Grün, für das die Stadt gar nicht zuständig sei. Schieferstein: „Zum Beispiel die Kuhlendahler Straße zwischen Neviges und Langenberg. Das ist eine Bundesstraße, dafür ist der Landesbetrieb Straßen NRW zuständig, da dürfen wir gar nicht tätig werden.“ Allerdings ziehen sich die TBV nicht einfach mit einem entsprechenden Hinweis aus der Verantwortung, im Gegenteil: „Wir melden den Fall dann dem Landesbetrieb und bitten darum, die Sache möglichst schnell in Ordnung zu bringen.“

Während die zugewucherten Bürgerhaus-Treppen, die von Langenbergern immer wieder als „grüne Schandflecken“ angeprangert werden, während der Sanierungsarbeiten am Bürgerhaus vermutlich auch in den nächsten Wochen und Monaten kaum Pflege erfahren, wurde ein anderes Dauerärgernis für viele Bürger gestern in Angriff genommen: der Fußweg zwischen Panner Straße und Nizzabad. „Forstarbeiten – Lebensgefahr“ warnte ein Schild, das das Betreten des Weges während der Pflegearbeiten ausdrücklich verbot.

Sicherheitsarbeiten im Stillen Park

Und auch andernorts wurde gearbeitet. Aus dem Korb eines Hub­steigers ging TBV-Mitarbeiter Peter Hass mittags im Stillen Park daran, tote Äste, so genanntes „Totholz“ aus den Baumkronen zu entfernen. Eine Arbeit, der natürlich Priorität vor den „Schönheitsaufgaben“ zukommt. Schließlich kann ein herabfallender Ast in dem von vielen Bürgern gerne genutzten Park Schlimmes anrichten. „Aber: Getan werden muss natürlich die andere Arbeit auch“, macht Hass deutlich, dass man sich auch dafür verantwortlich fühlt, in Langenberg wieder für ein ansprechendes Straßenbild zu sorgen.

Harald Wiegand


Kommentare
16.08.2012
11:36
Überall Grün – Bürger sehen rot
von einestadt | #2

Vielleicht sollten die Einwohner des Ortsteiles sich mal klar machen, dass die Stadt Velbert nicht auf die Grenzen Langenbergs beschränkt ist. Wenn man sich mal so anschaut, wieviel Grünflächen stadtweit verstreut vorhanden sind, dann sind 45 Leute zu wenig.

Aber wenn die Wutbürger(innen) bereit sind, höhere Gebühren zu entrichten, kann sicherlich mehr Personal angestellt werden. Wenn nicht, hilft halt nur, selbst zum Gartenwerkzeug zu greifen und die Patenschaft für eine Grünfläche zu übernehmen, wenns denn gar so katastrophal und unerträglich ist, dass Grün wächst...

15.08.2012
09:05
Überall Grün – Bürger sehen rot
von Gaerrie | #1

45 städt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Grün(schnitt)pflege... Wer´s glaubt, wird selig. Allenfalls in den wohl wirklich ganz netten Vorzeigeprojekten der niederbergischen Regierungsmetropole Herminghauspark und neuer Spielplatz. Wie man hört, ergötzt sich die Stadtspitze regelmäßig an den "Potemkinschen Dörfern" und vergisst dabei die Stadtteile. Da wurde also unserem tapferen Investigator Wiegand ein blanker Knochen hingeworfen, damit´s ihn befriedigt. Aber: so nicht! "Harry! Fass (nach)!"

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