Das aktuelle Wetter Velbert 16°C
Trauerrednerin

Tröstende Worte in traurigen Zeiten

31.10.2012 | 20:00 Uhr
Tröstende Worte in traurigen Zeiten

Langenberg.   Mit dem Tod ihres Freundes brach für Editha Roetger vor zwölf Jahren eine Welt zusammen. Als Grabrednerin versucht sie heute, selbst Trost zu spenden.

Der Tod ihres Freundes Christoph war wohl eine Initialzündung. „Die Oma, eine Tante, mein Vater, einige andere Fälle in der Verwandtschaft und Bekanntschaft – ich habe schon viel Tod erlebt“, blickt Editha Roetger zurück. Doch als vor zwölf Jahren ihr geliebter Partner starb, fasste die damals 32-Jährige einen Entschluss. „Ich habe mir gedacht, es sei wichtig, dem Thema Tod in unsere Gesellschaft wieder seinen Platz zurückzugeben“, sagt die Wahl-Langenbergerin, die damals noch in Essen lebte. So habe sie begonnen, Trauerreden zu schreiben.

„Ich arbeitete damals nach Abitur und einem BWL-Studium als Finanzberaterin“, blickt die 44-Jährige zurück. Doch als sie feststellen musste, dass gerade Schicksalsschläge, wie sie eben selbst einen erlebt hatte, dazu benutzt wurden, noch mehr Finanzprodukte an den Mann oder die Frau zu bringen („Man muss doch vorsorgen, sich absichern, schließlich kann es jeden treffen“) habe sie beschlossen, diesem Beruf aufzugeben. „Damals sagte mir eine Freundin: ‘Mit Deinem Talent zu schreiben könntest du doch anderen Menschen Trost spenden“, erinnert sich Editha Roetger. Die Geburtsstunde der Idee, Trauerreden zu schreiben.

Eine Würdigung des Verstorbenen

Über ihre Internetseite, vor allem aber durch persönliche Kontakte bietet die Langenbergerin ihre Dienste an. In zuweilen mehrstündigen Gesprächen mit den Hinterbliebenen versucht sie, viel Persönliches von dem Verstorbenen in Erfahrung zu bringen. Es sei ihr wichtig, sich ein möglichst genaues Bild davon machen zu können, was der Verstorbene für ein Mensch gewesen sei. „Schließlich geht es ja darum, diesen Menschen in der Trauerfeier zu würdigen, ihm gerecht zu werden und Menschen, die ihn möglicherweise nicht oder nicht so gut kannten, ein Bild davon zu vermitteln, was für ein Mensch der Verstorbene war.“

Ein Menschenleben in zehn Minuten

Zehn Minuten dauert eine Trauerrede im Regelfall, wobei die keineswegs immer auch von der Verfasserin gehalten wird. „Oft schreibe ich auch Reden, die die Hinterbliebenen selbst halten, und eigentlich mache ich das sogar am liebsten“, sagt die Langenbergerin. Und damit die Vortragenden die Worte dann nicht einfach nur vom Blatt ablesen, ist das Manuskript dann auch mit zahlreichen Anmerkungen versehen – an welchen Stellen Pausen eingelegt werden sollten, beispielsweise, oder welche Worte es besonders zu betonen gilt.

Falls gewünscht, hilft Editha Roetger den Hinterbliebenen darüber hinaus auch bei der Gestaltung der Trauerfeier. „Lieder, Musik, eigene Texte oder Abschiedsrituale geben einer Trauerfeier schließlich einen eigenen, ganz individuellen Rahmen“, so die Langenbergerin.

Die sich bei all der Intensität, mit der sie sich den Themen Sterben und Tod widmet, aber keinesfalls für morbide hält. „Ich finde Tod nicht toll“, stellt die Trauerrednerin fest. „Aber er gehört eben zum Leben dazu“, ist sie überzeugt.

Harald Wiegand



Kommentare
Aus dem Ressort
Velberter Villa wird zum Veranstaltungshaus umgebaut
Nordstadt
In Zukunft zieht an der Höferstraße in Velbert Leben bis hoch unters Dach ein. Das Konzept sieht viele verschiedene neue Nutzungen vor, die Jugendarbeit behält aber den Vorrang. Das Projekt kostet zwei Millionen Euro. Bund und Land fördern zu 80 Prozent.
Benefizgala auf dem Fellershof
Verein „Zuko“
Seit langem schon leistet der Verein „Zuko“ auf dem Fellershof in Bonsfeld Jugendlichen engagiert und unbürokratisch Hilfe. Jetzt stellte man sich auch als Kulturveranstalter vor – mit einer tollen Benefizgala, die den Verein auch als tollen Kulturveranstalter ausweist.
Vereine fordern Kastrationspflicht für wild lebende Katzen
Tierschutz
Wie groß die Zahl der wild lebenden Katzen in Velbert ist, weiß niemand genau. Tierschützer gehen von bis zu Tausend Tieren aus. Viele sind nicht kastriert, die Population wächst. Daher fordern die Tierschutzvereine nun eine Kastrationspflicht für alle Freigänger und wild lebenden Katzen.
Kreative Köpfe bieten in Neviges ihre Unikate an
Handarbeit
Kinderkleidung, Einkaufstaschen, Kerzen und alle möglichen deko-Artikel. Bei „BiRaSchKo“ an der Elberfelder Straße gibt es nur Unikate zu kaufen, hergestellt von Hobby-Bastlern und Frauen, die gern handarbeiten. Bei Birgit Scherl können sie Regale mieten und ihre Schätze anbieten.
Der Fotoclub der VHS Velbert feiert 25-jähriges Bestehen
VHS-Fotoclub
Seit 25 Jahren gibt es nun schon den Fotoclub an der Volkshochschule Velbert/Heiligenhaus. Die Mitglieder kommen mittlerweile nicht mehr nur aus Velbert, sondern auch aus der Umgebung. Willkommen ist jeder, der das Handwerk der Fotografie erlernen oder seine Technik verbessern möchte.
Fotos und Videos
White Brunch
Bildgalerie
Herminghauspark-Fest
Modenschau
Bildgalerie
Gebrauchwarenhaus
10 Menschen in der Ruhr getauft
Bildgalerie
Kirche
Tag der Offenen Tür
Bildgalerie
Klinikum Niederberg