Traumhochzeit in Weiß
09.05.2010 | 18:00 Uhr 2010-05-09T18:00:00+0200
Langenberg. Mira Glinz, Tochter des Langenberger Tunnelbauers, und Levin von Elverfeldt gaben sich in der Alten Kirche das Ja-Wort. Viele illustre Gäste prägten das Stadtbild.
So mancher Passant drehte sich wohl am Samstag Vormittag des öfteren mal nach einer der plötzlich zahlreich im Straßenbild der Langenberger Altstadt auftauchenden gut „behüteten“ Damen und ihren dazugehörigen teils befrackten Herren um. Hüte also; Eleganz in allen Farbvarianten, Größen und Macharten – von schlicht bis schrill, klein mit bunten Federchen oder opulent mit enormem Materialaufwand wurde mehr oder weniger erhobenen Hauptes durch die Straßen getragen. Ziel dieser für Langenberg außergewöhnlicher Gesellschaft war die Alte Kirche am Markt. Anlaß: Die Trauung von Mira Glinz, Nachfahrin der Langenberger Unternehmerfamilie, mit Levin von Elverfeldt, seinerseits Spross alten westfälischen Adels.
Eine ökumenische Trauung übrigens, zelebriert von Pater Theo Schneider (SJ) , in dessen Predigt zunächst die schon langwährende Beziehungs- und schließlich dann Liebes- Geschichte der Brautleute erwähnt wurde (sie kennen sich, seitdem sie 14 bzw. 16 Jahre alt waren); dann aber als Hauptthema das Beschenkt-Sein und -Werden mit dem Leben, mit der Liebe, mit Gelingen und allem, was das Leben an Geschenken birgt; und letztlich die Erkenntnis, dass Menschen sich das Kostbarste, die Liebe, weder selbst schaffen noch machen können – „es ist immer ein Geschenk“. Eine kluge, sensibele, keineswegs humorlose Predigt, die nachdenklich stimmte, dem frohen Anlass aber keinen Abbruch tat.
Die Trauung vollzog Pfarrer Volker Basse mit viel natürlicher Innigkeit. Den musikalischen Rahmen bildeten ein neuzeitliches kurzes Orgelwerk, der Knabenchor Hösel unter Leitung von Toralf Hildebrandt sang einige der schönsten geistlichen Lieder wie das „Ave Verum Corpus” von Mozart und „Jesu bleibet meine Freude” von J.S. Bach.
Der Schmuck der Kirche mit Efeu und Schleierkraut-Girlanden: wunderschön und keineswegs überladen. Die sieben jungen Trauzeugen sprachen schlichtweg berührende Fürbitten und so war die ganze Athmosphäre des Gottesdienstes von durchweg angenehmer, dennoch aber auch besinnlicher Leichtigkeit. Als die Brautleute – Mira in leibgeschneidertem, eierschalfarbenen Seide/Chiffon-Kleid, mit Angora-Strick-Bolero, das festliche Eleganz mit nicht minder eleganter, bodenständiger Umsicht verband, Levin zurückhaltend erlesen in Anzug mit taubenblauer Weste – schließlich dem Ort ihrer Verehelichung feierlich entschwebten, gab’s draußen – nein, nicht Sekt oder gar, wie man hätte meinen können, Champagner. Nein, Eiscafébesitzer Angelo Levis hatte im Auftrag einen feinen kleinen Wagen aufgestellt, wo jeder sich mit einem leckeren Eis versorgen lassen konnte.
19:22
Genau das habe ich auch gedacht! Hochzeiten sind ja grundsätzlich ganz nett, aber diese war gewiss keine Meldung wert.
18:59
Ist der Artikel ironisch gemeint oder bin ich hier bei Das Goldene Blatt?