"Tortür"
10.11.2008 | 17:59 Uhr 2008-11-10T17:59:57+0100"55 Türen für Velbert" heißt die große Sommerausstellung, die das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum für 2009 plant. Und: Die Velberter Bevölkerung ist aufgerufen, dabei mitzumachen
"55 Türen für Velbert" ist der Titel der großen Sommerausstellung, die das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum im kommenden Jahr veranstaltet. Und: Die Bevölkerung ist aufgerufen, mitzumachen. "Ohne Türen wäre ein Großteil der Velberter Industrie undenkbar", sagt denn auch Bürgermeister Stefan Freitag, der für das außergewöhnliche Projekt die Schirmherrschaft übernommen hat.
Außergewöhnlich in der Tat, was sich Reiner De Bruyckere, Leiter der Sonderausstellungen im Museum, da wieder hat einfallen lassen. Er kaufte kurzerhand 55 Türen im Baumarkt, Marke "einfach" - außen Spanplatten, innen Wellpappe. Aber für die Aktion tun sie ihren Zweck. Denn die Türen sollen bemalt, durchbohrt, verformt, gezackt, verdickt, verdünnt werden. Bedingung: Sie müssen nach der "Tortür" als solche noch benutzt werden können.
Und jetzt heißt es zugreifen und mit Pinsel, Hammer, Meißel, Säge etc. bewaffnen und loslegen. Jeder Velberter Bürger darf sich ab sofort im Museum eine Tür abholen und sie behandeln. "Sollten die 55 Türen nicht ausreichen, kann ich jederzeit nachordern", sagt Reiner De Bruyckere. Bis zum 21. Mai haben die Tür-Künstler Zeit, sich ins Zeug zu legen. Dann ist Abgabe-Termin, denn am 4. Juni wird die Ausstellung eröffnet.
Begleitet wird diese Präsentation Velberter Kreativität von einem Ferienprogramm für Kinder und Jugendliche, das sich mit dem Thema Türen, Geschichte der Türen, Sicherheit und natürlich auch künstlerischen Aspekten auseinandersetzt. Als Ergänzung fordert das Deutsche Schloss- und Beschlägemuseum alle Poeten auf, sich des Themas Türen und Tore anzunehmen. Die Geschichten und Gedichte sollen bis Freitag, 17. April, im Museum abgegeben werden. Die Ausstellung endet am 20. September 2009 mit einer Versteigerung der Türen.
Das Geld, das dabei erzielt wird, soll der Aktion "Kinder zum Olymp" zugute kommen. Das Ziel dabei: Bildende Künstler kommen an die Schulen, um mit den Kindern dort Projekte verschiedenster Art umzusetzen. "Dadurch wird die Kunst der Kinder erst richtig wahrgenommen", sagt Dieter Sander-Manzek, Leiter der Abtlg. Kunst an der Musik- und Kunstschule. Den Schulen fehle für solche Aktionen häufig das Geld.
Katharina, Tanja und Lera haben sich zusammen mit ihren Klassenkameraden der Jahrgangsstufen 9 und 10 der Gesamtschule bereits einige Türen "gekrallt" und bearbeitet. Ihr Kommentar: "Das tollste daran ist, dass man selbstständig etwas entwirft und umsetzt."
Und damit sie wissen, wieviel Arbeit dahinter steckt, haben sich Reiner De Bruyckere und WAZ-Redakteur Achim Hodde ebenfalls eine Tür reserviert. Noch ist sie blitzblank. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Wir wollen Sie, liebe Leser, über den Fortschritt der Arbeit nicht außen vor lassen und werden Bericht erstatten. Noch besser ist natürlich, wenn Sie selbst mitmachen. Denn: Der Ruhm ist Ihnen gewiss.
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