Tönisheide feiert seinen Zug fröhlich-barock

Na sowas: Beim Tönisheider Sonntags-Umzug feiert der Nachwuchs ausgerechnet die „coole Schule“
Na sowas: Beim Tönisheider Sonntags-Umzug feiert der Nachwuchs ausgerechnet die „coole Schule“
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Beim Stadtteil-Umzug geben sich die Majestäten Nicole und Ralf de Vries huldvoll. Das Fußvolk lobt die „einmalige“ Stimmung und genießt den Sonnentag.

Tönisheide..  Auf dem Kirchplatz sammeln sie sich. Sämtliche Prinzen und Prinzessinnen, Tiere, Engel und Teufel aus dem Königreich Tönisheide und der Nachbarschaft. Sie alle genießen die Sonne und die frühlingshaften Temperaturen und stoßen an auf einen perfekten Tag im Land der Illusionen und Träume.

An diesem Sonntag hätten die Voraussetzungen für den familiären Karnevalszug kaum besser sein können. Auch Mexikaner Jens und seine Blume Doreen Schulz wärmen sich schon einmal bei der Feier der KG Zylinderköpp auf. Die beiden Tönisheider sind jedes Jahr beim Zug mit dabei. „Das ist ein Muss.“ Warum? „Weil die Stimmung hier einfach einmalig ist.“

Schlumpf verliebt in Teufelin

So einmalig schön, dass Jens Schulz seiner Frau Doreen auf dem Kirchplatz vor vier Jahren einen Heiratsantrag machte und zwar ganz spontan. „Ich war aber noch im vollen Besitz meiner Sinne und habe es mir gut überlegt.“ Damals, dass weiß seine heutige Frau noch ganz genau, war er als Schlumpf und sie als Teufel verkleidet. „Wir haben zwei Monate später geheiratet, zum Tanz in den Mai.“ Bereut haben beide diesen „jecken Entschluss“ bislang an keinem einzigen Tag.

Wesentlich gediegener geht es bei den Hoheiten Nicole und Ralf de Vries zu. Sie sind an diesem Tag in edle, barocke Kostüme geschlüpft. Königin Nicole de Vries lebt ihre Rolle samt Gestik und Sprache. „Ich denke, mein Gemahl wollte schon immer eine Königin an seiner Seite wissen.“

Für die beiden Tönisheider ist es ein Muss, jedes Jahr beim Zug mit dabei zu sein. „Man kennt hier jeden und wir lieben einfach unseren Ort und die Feier.“ Das geht sichtlich auch allen anderen so. Allmählich versammeln sich auch die böse Fee wie aus „Dornröschen“ mit einem liebevoll selbst- und äußerst gruselig gestalteten Kostüm neben Piraten, Indianern, Miss Piggy und Frosch Kermit am Straßenrand.

Schirme zum Kamellefangen sind in diesem Jahr glücklicherweise bei allen daheim geblieben. Leider haben aber dort auch viele Schaulustige ihre Kostümierung vergessen. Das fällt den Narren und Närrinnen sofort auf. Die kritische politische Botschaft lautete dieses Mal: „Velbert, Deine Glücksradpolitik.“

Bier und Bratwurst nach dem Zug

Da aber alle gerade für diesen Moment glücklich und zufrieden waren, machte sich wohl keiner ernstlich Gedanken über die Zukunft von Velbert. Vielmehr wurde einfach gemeinsam mit Fremden, die zu Freunden wurden, und mit langjährigen Freunden noch lange nach dem Zug bei Bier und Bratwurst gefeiert.