Titelkampf in Velbert um musikalischste Schule in NRW

Torsten Meyer-Eppler und Juliane Heil motivieren die Velberter Grundschüler aus der dritten Klasse der Albert-Schweitzer-Grundschule an der Deller Straße bei der Aufnahme für eine CD.
Torsten Meyer-Eppler und Juliane Heil motivieren die Velberter Grundschüler aus der dritten Klasse der Albert-Schweitzer-Grundschule an der Deller Straße bei der Aufnahme für eine CD.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Die Albert-Schweitzer-Grundschule in Velbert nahm an Gesangswettbewerb des privaten Anbieters „Minimusiker“ teil. Zum Projekt zählte eine Videoproduktion und eine CD-Aufnahme aller 187 Schüler.

Velbert.. Viel Geld haben Grundschulen nicht zur Verfügung, um Projekte zu finanzieren, die Themen außerhalb des Stundenplans aufgreifen. Da traf das Angebot der Organisation „Minimusiker“, an einem kostenlosen Gesangswettbewerb für Grundschulen teilzunehmen, auf offene Ohren an der Albert-Schweitzer-Schule. „Mich überzeugt, dass alle Klassen, also 187 Schüler, bei diesem Projekt mitmachen und gefordert sind“, sagte Schulleiterin Doris Börner.

Reinspaziert und losgelegt

Freitag war Projekttag, und die „Minimusiker“ Torsten Meyer-Eppler und Henriette Heidrich sowie die Tontechnikerin Juliane Heil ließen die Kinder als Großchor frühmorgens zunächst in der Aula das Lied „Unsere Stimme“ singen; das tun alle von „Minimusiker“ besuchten Schulen. Der Video-Mitschnitt wird auf die Homepage von „Minimusiker“ gestellt und im März wird eine Jury unter allen teilnehmenden Schulen einen Sieger küren, der als Hauptpreis ein Mitmachkonzert mit einem Kindermusiker gewinnt. Und es geht um den Titel der „musikalischsten Schule in NRW“.

Nach dem Clip-Termin waren die Klassen gefordert: „Reinspaziert und losgelegt!“, forderte Meyer-Eppler etwa die Klasse 3a fröhlich auf, in den Musikraum zu kommen und Aufstellung zu nehmen. Jede Klasse hatte im Vorfeld Lieder einstudiert – die Kinder von Klassenlehrerin Hannah Adams hatte „I like the Flowers“ vorbereitet. Meyer-Eppler griff zur Gitarre, Henriette Heidrich sorgte als Musikpädagogin für das richtiges Tempo und die korrekte Tonhöhe bei den kleinen Sängern, Juliane Heil am Laptop schnitt alles mit für die CD-Aufnahme. „Das war zu tief – da müssen wir hin!“, halfen die „Minimusiker“ nach. Zweimal durchgesungen, fertig, die Profis klatschten den stolzen Schülern Applaus, bevor mit „Auf der Mauer, auf der Lauer“ ein zweites Kinderlied intoniert wurde. „Über die CD-Aufnahme finanzieren wir unsere Arbeit“, erklärte Torsten Meyer-Eppler später. Die fertig abgemischte Scheibe mit allen aufgenommen Klassenliedern kann von den Eltern als Erinnerung an das außergewöhnliche Gesangsprojekt gekauft werden.

Überhaupt war das gesamte Schulgebäude an der Deller Straße bis in die Mittagszeit mit Beiträgen zum Thema Musik erfüllt. In jedem Klassenraum gab es Angebote, unter denen die Schüler wählen konnten: Dekorationen für den Musikraum wurden gebastelt, es gab eine Mini-Playback-Show, mittelalterliche Tänze wurden aufgeführt, eine Schulhymne entwickelt, Musikinstrumente gebaut. „Unsere Schüler werden voll mit Eindrücken ins Wochenende entlassen“, freute sich Rektorin Börner, die zwischendurch nach dem Rechten schaute. „Zusammen musikalisch etwas auf die Beine zu stellen ist ein wunderbares Erlebnis!“