Tipps vom Velberter Laufcoach für die Zeit nach Weihnachten

Claudia Schmidtmann und Manfred Lindemann leiten den Lauftreff – mit den beiden Profis kann jeder in Form kommen.
Claudia Schmidtmann und Manfred Lindemann leiten den Lauftreff – mit den beiden Profis kann jeder in Form kommen.
Foto: Detlev Kreimeier
Was wir bereits wissen
Die Velberter Ernährungsberaterin und Laufcoach Claudia Schmidtmann erklärt, wie auch Sportmuffel nach den Weihnachtstagen in Bewegung kommen.

Velbert..  Gans, Klöße, Braten. Das reichhaltige Essen der Feiertage lässt derzeit bei Manchem die Hosen spannen – und macht das schlechte Gewissen wach. Claudia Schmidtmann, Velberter Ernährungsberaterin und Laufcoach weiß, „an Weihnachten möchte fast niemand auf das Festmahl verzichten und das ist auch vollkommen o.k.“, wenn, fährt sie fort, „man im Rest des Jahres auf eine ausgewogene Ernährung achtet, dann kann man sich auch einmal zu den Festtagen so richtig was gönnen.“

Der Ernährungs- und Bewegungsprofi rät dazu, sich ausreichend zu bewegen. Auch während oder zwischen den Festtagen. „Mindestens eine halbe Stunde am Tag an die frische Luft gehen und spazieren, noch besser ist natürlich laufen.“ Die Bewegung rege die Verdauung an. Sie weiß, dass sportliche Ertüchtigung für Jeden wichtig ist. „Aber man muss etwas finden, dass einem Spaß macht. Wenn man sich täglich in die Laufschuhe quält, wird man nicht dauerhaft am Ball bleiben.“ Gruppensport sei besonders gut geeignet, denn „die anderen ziehen einen mit. In unserer Laufgruppe kommt es sehr selten vor, dass jemand nicht kommt.“

Langsam wird hier angefangen. „Wer untrainiert zu uns kommt, beginnt mit einer Minute laufen und einer Minute gehen.“ Nach zehn Wochen Training ist „es dann drin, eine halbe Stunde am Stück zu laufen.“ Claudia Schmidtmann weiß. „Es ist wichtig, sich realistische Ziele zu stecken und sie auch zu formulieren. Fitter zu werden ist kein Ziel.“ Zwei Mal in der Woche zu trainieren ist allerdings Minimum – „besser noch drei Mal.“

Gerade am Anfang motivieren den Sportneuling dann sehr schnelle Erfolge. „Das Herz- und Kreislaufsystem, die Atmung und die Koordination verbessern sich schnell. Aber die Gelenke und Bänder brauchen länger“ – um mit der sportlichen Fitness mitzukommen.

Jeder kann fit werden

Schmidtmann weiß, jeder kann aktiv werden. „Doch man sollte darauf achten, den Sport richtig zu machen. Ich sehe oft, wie beim Nordic Walking die Stöcke falsch eingesetzt werden. Dann ist es besser, sie wegzulassen und einfach zu wandern.“ Durch die falsche Haltung setze der gewünschte Ganzkörpereffekt nicht ein. Mindestens genauso wichtig, wie die regelmäßige Bewegung, ist aber auch die gesunde Ernährung. Da rät sie an Silvester zu einem Fondue – „natürlich dann mit Brühe statt mit Fett. Dadurch, dass man langsamer ist, wird man schneller satt.“ Oder aber auch einfach mal einen Salat oder eine Suppe vor dem schweren Essen zu sich nehmen – das sorgt für weniger Appetit auf das Hauptgericht.

Aus eigener Kraft zur alten Form – Der Laufprofi weiß selbst, wie es ist, übergewichtig zu sein

„Der Mensch ist nicht zum Sitzen gemacht. Dennoch verbringen wir so die meiste Zeit des Tages. Wenn wir aber zwei Stunden Zeit haben, uns vor den Fernseher zu setzen, können wir auch was für unseren Körper tun,“ erläutert die Ernährungsberaterin.

Wie es ist, nicht fit zu sein, weiß die 48-Jährige aus eigener Lebenserfahrung. „Bis 25 war ich sportlich sehr aktiv. Doch dann wurde ich beruflich stark eingespannt. Und habe dann nichts mehr für meinen Körper getan.“

Sie nahm 25 Kilo zu, litt unter Übergewicht und Bluthochdruck. Als der Arzt ihr blutdrucksenkende Mittel verschreiben wollte, nahm sie ihr Leben wieder in die Hand. „Ich fühlte mich zu jung, um solche Medikamente zu nehmen. Also hab ich wieder Sport gemacht, bin ins Fitnessstudio gegangen, habe in den ersten vier Wochen fünf Kilo abgenommen.“ Das hatte ihren Ehrgeiz geweckt. Heute sagt sie: „Da will ich nie wieder hin“, macht fünf Mal in der Woche Sport. „Aber wenn ich es geschafft habe, dann kann das jeder“, motiviert sie jeden, der Angst davor hat, anzufangen.