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Tierheim in Velbert wagt den Neuanfang

25.05.2011 | 17:40 Uhr
Tierheim in Velbert wagt den Neuanfang
Für alle, die mit dem Gedanken spielen, sich so eines armen Heim-Tiers anzunehmen, wäre auch in Bezug auf den Umbaustress jetzt der ideale Zeitpunkt. Foto: H.W. Rieck

Velbert.Das verbliebene Team des Velberter Tierheims blickt nach dem Rücktritt der Vereinsvorsitzenden nun verhalten optimistisch in die Zukunft. Unter die Querelen der Vergangenheit soll ein Schlussstrich gezogen werden.

Lange Zeit sah es schlecht für das Ende März vom Kreisveterinäramt geschlossene Velberter Tierheim (die WAZ berichtete ) aus. Es fehlte an einem Konzept, um die durch mangelhafte hygienische Zustände und durch eine sanierungsbedürftige Bauweise in Verruf geratene Auffangstation für in Not geratene Tiere wieder die Chance auf Öffnung zu geben.

Nach dem Rücktritt der ersten Vereinsvorsitzenden Jutta Rothstein und der zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Ulrike Mauermann blickt das verbliebene Tierheimteam nun verhalten optimistisch in die Zukunft. Dazu passt, das mit Heike Schuhmacher auf Wunsch der Mitarbeiter auch die ehemalige Tierheimleiterin, die über 25 Jahre die Geschicke des Hauses in den Händen hielt, zumindest kommissarisch zurückgekehrt ist.

Das Umbaukonzept steht

Einig ist man sich darin, unter die Querelen der Vergangenheit einen Schlussstrich zu ziehen. „In jedem Verein gibt es Unstimmigkeiten“, räumt Angelika Kolle, ehrenamtliche Mitarbeiterin, ein, „wir wollen aber lassen, was war und keine Schuldzuweisungen betreiben.“ Einzig und allein um die Tiere soll es jetzt wieder gehen. Dafür wurde bereits einiges unternommen. „Wir haben damit begonnen, die ersten Veränderungen, die am runden Tisch mit dem Kreisveterinäramt sowie einem Vertreter des Landestierschutzvereines angeregt wurden, umzusetzen“, so Schuhmacher.

Zusammen mit einem sich ehrenamtlich einsetzenden Architekten wurde ein Umbaukonzept erarbeitet. Die ehemalige Katzenquarantäne wurde komplett, ebenso wie das angrenzende Badezimmer freigeräumt und der erste Putz von den Wänden geholt. „Was uns jetzt ganz dringend fehlt, ist Hilfe von außen“, erklärt die erste stellvertretende Vorsitzende des Tierschutzvereins Petra Mittelstenscheidt. Man sei zwar momentan schuldenfrei, aber um die zur Bedingung für eine erneute Öffnung gemachte Renovierung der Quarantänebereiche für Katzen und auch der Hunde durchführen zu können, fehle es an allem. „Wir können sowohl Spenden gebrauchen als auch tatkräftige Hilfe von Bauunternehmern, Handwerkern wie Maurern, von Leuten die sich mit Schweißarbeiten auskennen oder auch von einem Gärtner, der sich mal um unser grünes Außengelände kümmert“, zählt Angelika Kolle auf.

Jede helfende Hand wird gebraucht

Kommentar
Tiere nicht vergessen

Sicher mag angesichts der Hygienevorfälle und den unzähligen Querelen der letzten Monate so mancher die Schließung des Tierheims befürwortet haben. Dennoch darf nicht vergessen werden, dass sich hier zahlreiche Ehrenamtliche zusammen mit den Mitarbeitern bemühen, eben mit den wenigen finanziellen Mitteln, die sie haben, und mit ihrer Arbeitskraft, die sie sogar häufig am Wochenende einbringen, Tieren eine Unterkunft zu bieten, die sonst niemand mehr wollte. Eigentlich hätte jeder der 31 Hunde und 25 Katzen ein richtiges Zuhause verdient. Wer ihnen das, aus welchen Gründen auch immer, nicht zu bieten vermag, könnte sich dafür vielleicht durch Spenden einbringen. Eine schöne Art, um zu zeigen, dass einem auch ein Tierleben etwas wert ist.

Die 20 ehrenamtlichen und fünf fest angestellten Mitarbeiter freuen sich über jede helfende Hand, besonders weil allen klar ist, dass die Schließung auch dem Image des Heims erheblich geschadet hat. „Es ist bewegend, wie viele Leute uns jetzt helfen wollen, wieder auf die Beine zu kommen“, freut sich Petra Mittelstenscheidt. „Am Wochenende standen zum Beispiel plötzlich zwei Elektriker vor der Tür, die sofort loslegten.“

Positiv schätzt auch Kreissprecherin Daniela Hitzemann die augenblickliche Lage des Tierheims ein: „Seit sich mit Petra Mittelstenscheidt jemand mit der nötigen Sachkunde gefunden hat, haben wir das Gefühl, dass sich die Lage dort vielversprechend entwickelt.“ Bereits jetzt dürfen, wenn auch unter Rücksprache mit dem Veterinäramt, die Tiere (25 Katzen, 31 Hunde) des Heims wieder vermittelt werden. Aufgenommen werden dürfen aber noch keine neuen Tiere.

Infostand in der City

Damit sich auch das schnell wieder ändert, gibt es am Samstag ab 10 Uhr einen Infostand des Tierheims in der Fußgängerzone/Am Münzbrunnen, dort kann Hilfe oder auch die Aufnahme eines Tieres angeboten werden.

Birgit Hölker-Schüttler

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Kommentare
13.06.2011
23:09
Tierheim in Velbert wagt den Neuanfang
von sunrise | #4

Hallo Herr Richter,

irgendwie vermisst man in Ihrer Stellungnahme eine sachliche Beurteilung der Situation. Man liest nur über Schuldzuweisungen aber nichts über die Umstände , die zu dieser unschönen Situation geführt haben. Ich vermisse ein Wort des Mitleides für die , bewiesenermaßen kranken und schlecht gehaltenen Tiere in diesem Heim, Man hat hier nicht den Eindruck, daß es Ihnen um das Wohl der Tier geht! und das sollte ja wohl an 1. Stelle stehen. Oder sehe ich das falsch?

Freundliche Grüße ;-)

12.06.2011
02:46
Tierheim in Velbert wagt den Neuanfang
von KRichter | #3

Sehr geehrte flocke01!

Leider haben Sie meinen Kommentar nicht richtig gelesen oder nicht richtig verstanden.

Da Sie sich aber, wie so viele Personen, die in dieser Angelegenheit aktiv waren, hinter einem Pseudonym verbergen, werde ich auf Ihren Kommentar nicht eingehen.

Frau Mittelstenscheidt kennt meine Meinung zu den Vorgängen nach der Schließung des Tierheimes und zu ihrer Person.

Freundliche Grüsse

Kai Richter

10.06.2011
20:48
Tierheim in Velbert wagt den Neuanfang
von flocke01 | #2

Hallo, Herr Richter,
ich kann Ihren Kommantar nicht so ganz nachvollziehen. Soweit mir bekannt ist, war Frau Mittelstenscheidt die einzige des Vorstandes, die sich der Situation gestellt hat, was bestimmt, im Zuge der Vorwürfe, nicht einfach für diese Frau war. Und wenn einer sich an der Kasse vergreift, sollte man den noch loben und weiter im Tierheim dulden? Ich entnehme dem Bericht, das gesagt wurde, das Tierheim sei momentan schuldenfrei. Das bestätigen Sie ja auch. Was ist an dieser Aussage nicht nachvollziehbar? Oder verfügt das Tierheim über so viel Vermögen, dass es alle Renovierungen bezahlen kann? Würde mich schon sehr wundern, da die meisten Tierheime in Deutschland ja sehr wenig oder gar kein Geld mehr haben. Dass Sie nun eine Frau angreifen, die nach reiflicher Überlegung, die auch ihre Zeit brauchte nach dieser Aktion, sich dafür entschieden hat, dem Tierheim zu helfen und sich der Verantwortung zu stellen, kann ich nun nicht nachvollziehen. Ohne den Einsatz von Frau Mittelstenscheidt wäre das Tierheim nicht möglicherweise mehr. Sie hat durch ihr Auftreten in der Öffentlichkeit gezeigt, was ihr wichtig ist und um was es eigentlich geht - es geht um die Tiere und um den Fortbestand des Tierheims. Und ich denke, es gibt viele Menschen, die sich wünschen, Frau Mittelstenscheid, die Mitarbeiter, die Mitglieder des Vereins und die vielen ehrenamtlichen Helfer haben dadurch den Weg in eine hoffentlich gute Zukunft geebnet.

03.06.2011
19:24
Tierheim in Velbert wagt den Neuanfang
von KRichter | #1

Da ich in die Vorkommnisse um das Tierheim Velbert seit dem 25.3.2011 involviert war, möchte ich Ihnen zu dem genannten Artikel mein Sicht der Dinge schildern.

Ich wurde in geringem Umfang von der stellvertretenden Vorsitzenden Frau Petra Mittelstenscheid bevollmächtigt, den Vorstand bei der ersten Begehung durch die Mitarbeiter des Amt für Verbraucherschutzes und dem angegliederten Veterinäramt des Kreisamtes Mettmann zu vertreten.

Die Vorkommnisse in der Nacht vom 24.3.2011 auf den 25.3.2011 möchte ich dabei ausdrücklich unkommentiert lassen. Da ich juristischer Laie bin, kann ich dazu nur sagen, dass es sich nach meiner laienhaften Rechtsauffasung in jederlei Hinsicht um einen ungeheuerlichen Vorgang handelt. Eine weitere rechtliche Bewertung wird in einem gerichtlichen Verfahren zu machen sein.

Im Vorfeld der von Mitarbeitern des Tierheimes, Mitgliedern des Tierschutzvereines und Nicht-Mitgliedern initiierten Aktion wurde in verschiedenen Tierschutzverteilern und Tierschutzforen aufgerufen, Tiere aus dem Tierheim aufzunehmen, da das Kreisveterinäramt das Tierheim am 25.3.2011 schließen würde. Meines Erachtens wollte man es ganz bewusst zu einer Schließung kommen lassen. Die Gefahr der Verbringung der Tiere in andere Tierheime einkalkulierend.

Im weiteren Verlauf wurden per Internet ungeheuerliche Anschuldigungen gegen den Vorstand ungehindert, unbewiesen und auch ohne einen juristischen Hintergrund geäussert. Nach meiner laienhaften juristischen Auffassung wird dies auch im Rahmen eines gerichtlichen Verfahrens zu klären sein, in wie weit die sich äussernden Personen für ihre verleumnderischen Äusserungen zur Veantwortung zu ziehen sind. Dies wird und muss geschehen.

Zu dem weiteren Geschehen und Äusserungen bezüglich der ersten Tage nach der behördlichen Schliessung kann ich nur sagen, dass es mich jetzt doch sehr verwundert, wer und wie man sich öffentlich einlässt. Besonders das Auftreten der stellvertretenden Vorsitzenden Frau Petra Mittelstenscheid in den ersten Tagen nach der Schliessung und auch zur Zeit, verwundert mich sehr. Sie war doch auch ein Mitglied des Vorstandes, der so massiv und in verleumnderischen Weise angegriffen wurde. Sie war, wie ihre Vorstandskollegen, in den ersten Tagen nicht bereit und Willens, auch nur einmal im Tierheim zu erscheinen. Erst als sich merklich die Wogen glätteten, weil es in der Gruppe um die Initiatoren bereits Querelen gab, wurde sie aktiv. Bis dahin war ich als, wie gesagt in einem engen Rahmen vom Vorstand bevollmächtigter Ansprechpartner, allein im Tierheim vor Ort. Eine Aufgabe, die niemandem zu wünschen ist. Zumal ich Entscheidungen treffen musste, zu denen ich definitiv nicht bevollmächtigt war und ich mir zum Teil erst im Nachhinein vom noch amtierenden Vorstand genehmigen ließ.

Ich muss bezüglich der Person von Frau Mittelstenscheid meine tiefe Enttäuschung zum Ausdruck bringen. Meinem Wunsch während der ersten Tage nach der Schliessung des Tierheimes nicht alleine vor Ort zu sein, wurde auch von ihr nicht entsprochen. Jetzt wird ihr die nötige Sachkunde bescheinigt. Diese Sachkunde habe ich mir während meiner Tätigkeit im Tierheim nach der Schliessung sehr an meiner Seite gewünscht. Leider war sie dazu auch nicht in der Lage oder Willens ?!?

Übrigens: eine der ersten Amtshandlungen von Frau Mittelstenscheid im Tierheim war das Aussprechen eines Hausverbots gegen eine Mitinitiatorin der ganzen Aktion, die offentsichtlich sprichwörtlich in die Kasse gegriffen hat. Über den derzeitigen Stand in dieser speziellen Angelegenheit bin ich allerdings nicht informiert. Aber das muss auch mal gesagt werden.

Man sei zwar momentan schuldenfrei, aber um die zur Bedingung für eine erneute Öffnung gemachte Renovierung der Quarantänebereiche für Katzen und auch der Hunde durchführen zu können, fehle es an allem.

Diese Aussage von Frau Mittelstenscheid ist für mich in keinster Weise nachvollziehbar. Als gewählter Kassenprüfer kann ich bestätigen, dass der Tierschutzverein während meiner aktiven Zeit nie Schulden hatte.

Der offenbar allseits beliebten Schlussstrich-Praktik möchte ich nur entgegensetzen, dass viele Äusserungen vielleicht in der Hitze des Gefechtes gemacht wurden, aber bis zum heutigen Tag weder korrigiert noch relativiert weiter im Raum der Öffentlichkeit stehen. Dies hätte Frau Mittelstenscheid als Mitglied des unter Beschuss geratenen Vorstandes als erstes tun müssen. Auch in ihrem Interesse. Es ist nicht geschehen und das steht einem Schlussstrich entgegen.

Freundliche Grüsse

Kai Richter

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