Tiere von Velberter Landwirten leiden auch unter der Hitze

„Einfach raus auf die Weide geht nicht, denn die Kühe sind witterungsbedingt so bewegungsfaul, dass sie gar nicht zu den Wassertrögen laufen“
„Einfach raus auf die Weide geht nicht, denn die Kühe sind witterungsbedingt so bewegungsfaul, dass sie gar nicht zu den Wassertrögen laufen“
Foto: picture-alliance / dpa
Um etwa das Milchvieh vor zu viel Sonne zu schützen, lassen es einige Velberter Bauern im Stall. Im Hochsommer geben Kühe zehn Prozent weniger Milch.

Velbert.. „Stellen Sie sich mal den ganzen Tag im Wintermantel auf die Weide!“ Landwirt Michael Greshake hat den passenden Vergleich zur Hand, wenn er die Belastungen beschreiben will, unter denen zurzeit seine 60 Milchkühe leiden. Am Samstag soll die 40-Grad-Celsius-Marke geknackt werden – das ist auch für die Landwirtschaft eine echte Herausforderung. Auf Gut Hixholz ächzen neben den Kühen auch Ponys und Schafe unter der hochsommerlichen Hitze, um die Kühe muss sich der Bauer jedoch besonders kümmern. „Einfach raus auf die Weide geht nicht, denn sie sind witterungsbedingt so bewegungsfaul, dass sie gar nicht zu den Wassertrögen laufen, die ich in die Ecke der Wiesenflächen gestellt habe“, so Greshake. Die Folge: Die Tiere legen sich einfach hin und trinken zu wenig „und sind abends im Stall völlig neben der Schnur“, sagt der Bauer.

Große, schattige Waldränder

Während auf Gut Hixholz daher die Kühe dieser Tage im Stall bleiben, dort ordentlich für Durchzug gesorgt wird, für genügend Wasser und Stroh und sogar eigens ein Lüfter installiert wird, kann der Kollege an der Schmalenhofer Straße anders mit dem Hochtemperaturproblem umgehen. „Meine Wiesen haben große schattige Waldränder besonders an der Kuhlendahler Straße entlang, wohin sich die Kühe sehr schnell zurückziehen“, erläutert Landwirt Ulrich Dielschneider. Ein Wasserproblem gibt es hier auch nicht: Der Schmalenhofer Bach plätschert auch im Hochsommer munter und kühl talwärts, „da stellen sich die Kühe gerne in die Nähe und lassen es sich gut gehen“, sagt Dielschneider. Er ist froh, sein Milchvieh nicht im Stall halten zu müssen, „schließlich sollte Landwirtschaft ja nach Möglichkeit unter freiem Himmel stattfinden“, sagt er.

Im Extremfall Wasser aufs Dach

Tiere Für den Fall, dass die Hitze anhält, will Michael Greshake die Fenster aus seinem Stall ausheben und auch das Dach mit Wasser bespritzen, „Das bringt bei der Verdunstung etwas Kühlung.“ Doch alle Anstrengungen, dem lieben Vieh das Sommerleben zu erleichtern, können nicht verhindern, dass die Leistungen der Kühe nachlassen: „Montag und Mittwoch wurde die Milch abgeholt, und es sind rund zehn Prozent, die meine Kühe witterungsbedingt weniger geben“, bilanziert Ulrich Dielschneider. Alles läuft etwas behäbiger auf dem Bauernhof, wenn die Temperaturen steigen. Auch die Ponys und Schafe auf Gut Hixholz haben umgeschaltet auf Siesta. Michael Greshake: „Wer kann es ihnen verübeln, wenn sie jetzt total faul unter dem Baum liegen!“

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