Theatergruppe Freiraum aus Velbert probt Agatha-Christie-Stück

Zehn „Unschuldslämmer“ treffen sich in einem Herrenhaus – ob das gut geht? Die Theatergruppe „Freiraum“ probt ein Kriminalstück nach Agatha Christie – und will den Erfolg des Vorgängers wiederholen.
Zehn „Unschuldslämmer“ treffen sich in einem Herrenhaus – ob das gut geht? Die Theatergruppe „Freiraum“ probt ein Kriminalstück nach Agatha Christie – und will den Erfolg des Vorgängers wiederholen.
Foto: FUNKE Foto Services
Was wir bereits wissen
Die Velberter Theatergruppe Freiraum besteht fast ausschließlich aus Mitarbeitern der Sparkasse. Derzeit laufen die Proben für das zweite Stück auf Hochtouren.

Velbert..  Ein unscheinbarer Hauseingang nahe der Sparkassenfiliale am Berg. Dahinter ein Treppenhaus, von dem mehrere Türen abgehen. Nichts Besonderes. Doch was sich hinter einer dieser Türen verbirgt, hätte wohl keiner gedacht: Ein Wohnzimmer im englischen Stil der vierziger Jahre mit geblümten Sesseln und einem Sofa. Eine altrosa Tapete an der Wand und im Schrank ein ganzes Repertoire an Whiskey, Martini und Sherry. Durch den Raum laufen ein Butler und ein Köchin in weißer Schürze, und bald schon stoßen ein General und eine Lady dazu.

Verkehrte Welt? Keineswegs! Hier probt die Laientheatergruppe „Freiraum“ für ihr neues Stück „Und dann gab’s keines mehr“, geschrieben von Agatha Christie. Worum es geht? „Zehn Personen werden von einem Unbekannten in ein altes Herrenhaus auf einer einsamen englischen Insel eingeladen“, erzählt Regisseur Jesus Lopez, der die Theatergruppe vor zwei Jahren ins Leben rief. „ Sie alle folgen der Einladung, sind aber bei Weitem nicht so unschuldig, wie sie tun.“

Die Rollen der zehn Unschuldslämmer werden von Sparkassenmitarbeitern gespielt, aus denen sich „Freiraum“ größtenteils zusammensetzt. Allein die zweite Regisseurin, Sabine Bongardt, arbeitet nicht für das Institut. „Ich habe sie damals mit ins Boot geholt, um jemanden mit mehr Erfahrung in die Gruppe zu führen“, erklärt Lopez. Bongardt gibt sich bescheiden: „Ich bin als Regisseurin wie alle anderen auch nur Laie. Da ich zehn Jahre lang in einer Theatergruppe gespielt habe, habe ich lediglich mehrere Seminare über den Amateurtheaterverband besucht.“

Wöchentliche Proben

Sabine Bongardt betont: „Die Gruppe lebt durch ihre eigene Dynamik. Jeder bringt Herz mit hinein und lässt sich auf uns und die Rolle ein.“

Und nicht nur das nötige Herzblut, auch Zeit und Engagement gehören zum Theaterengagement mit dazu. Seit fast einem Jahr probt „Freiraum“ wöchentlich für die Aufführung – zunächst noch in der ehemaligen Sparkassen-Geschäftsstelle Bonsfeld, seit deren Verkauf in der Sparkassenwohnung am Berg. „Die Bühnen, auf denen wir spielen, sind natürlich größer“, sagt Lopez lachend. „Aber es ist super, dass wir von der Sparkasse die Möglichkeit bekommen, hier zu proben“.

Messlatte hoch gelegt

Mittlerweile ist das Team bei seiner Probenarbeit in der heißen Phase angekommen. Nach dem vollen Erfolg von „Rendezvous mit einer Leiche“ mit vier ausverkauften Vorstellungen im letzten Jahr weiß Sabine Bongardt: „Wir haben die Messlatte mit dem ,Rendezvous’ sehr hoch gehängt. Viele unserer Anhänger warten schon gespannt und mit großen Erwartungen auf unser zweites Stück.“

Zurecht! Denn dass das Zusammentreffen der zehn Unschuldslämmer nicht glimpflich ablaufen kann, ist gewiss.