Das aktuelle Wetter Velbert 9°C
Velbert

Teurere Tarife

19.12.2008 | 19:16 Uhr

Taxiunternehmen erhöhen im neuen Jahr ihre Preise.Begründung: Betriebskosten für Winterreifen, TÜV, Inspektionen - und langfristig Spritkosten

Es ist ein ungünstiger Zeitpunkt für die Taxiunternehmen, ihre Preiserhöhung durchzusetzen. Ab Januar sollen die Fahrpreise steigen, das hat der Kreistag beschlossen.

"Die Fahrten werden zwischen 10,4 Prozent und 13,5 Prozent teurer, je nach Strecke", erklärt Kreispressesprecherin Daniela Hitzemann. "Bei einer Strecke von einem Kilometer beträgt die Steigerung 3,5 Prozent, bei sechs Kilometern 10,4 Prozent." Insgesamt seien die Preise für den Kunden einfacher zu kalkulieren, da es einen Einheitspreis gebe. Die Unterscheidung zwischen Tag- und Nachttarif sowie Sonntags- und Feiertagstarif entfällt. Der Grundpreis für eine Fahrt inklusive einem Kilometer beträgt nach der neuen Taxi-Tarif-Verordnung für die im Kreis Mettmann genehmigten Taxen 4,20 Euro. Für jeden weiteren Kilometer zahlt der Fahrgast 1,50 Euro. "Auf den ersten Blick sieht das vielleicht viel aus. Wir müssen den Fahrgästen erklären, dass im Grundpreis ein Kilometer Fahrt enthalten ist", sagt Taxiunternehmer Savas Punar. Aber eine Erhöhung sei nötig gewesen, da die Nebenkosten sehr hoch seien. Die Spritpreise seien momentan zwar gesunken, würden aber erwartungsgemäß auch wieder steigen.

"Wir hoffen, durch die Preissteigerung die hohen Betriebskosten etwas in den Griff zu bekommen", erklärt Michael Böttcher. Er ist Vorstandmitglied der Taxi-Zentrale Velbert. Die hatte für ihre angeschlossenen Unternehmen eine Erhöhung des Fahrpreises beantragt. "Die Taxiunternehmen haben sehr unter dem Kostenanstieg zu leiden. Die Investitionen reichen grade für das Nötigste wie Winterreifen, TÜV, Inspektionskosten. Aber der einzelne Unternehmer, der Mensch, der muss schon ganz schön ackern, um über die Runden zu kommen", sagt Böttcher. "Bus und Bahn erhöhen ihre Preise ein- bis zweimal im Jahr, wir wesentlich seltener. Trotzdem ist das den Fahrgästen schwer zu vermitteln. Den Antrag haben wir vor dem Bankencrash gestellt. Viele Leuten haben nicht mehr so viel Geld. Das merken wir auch." Punar kennt das Problem. "Die Leute fahren weniger Taxe, da sie Zukunftsangst haben. Die Nachfrage ist schon bei der Umstellung auf den Euro gesunken. Jetzt, mit der Finanzkrise, wird es noch weniger", sagt er.

"Die Leute gehen nicht mehr weg, also brauchen sie auch kein Taxi, das sie nach Hause bringt", so Böttcher. "Nachts warten die Fahrer stundenlang für eine Fahrt. Wir müssen die Fahrzeuge bereit halten. Aber eine gute Samstagnacht reißt nicht die ganze Woche raus." Die Verordnung tritt voraussichtlich am 21. Januar 2009 in Kraft.

Von Astrid Stolberg

Facebook
 
Kommentare
Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist: http://www.derwesten.de/services/trackbacks/article/1097923/create

Aktuelle Fotos und Videos
Kindergarten im Wald
Bildgalerie
Waldkinder
Hardenberger Schützenfest
Bildgalerie
Brauchtum
Projekt Gesundheit
Bildgalerie
Regenbogenschule
Kurzer Prozess
Bildgalerie
Fußball
Aus dem Ressort
Marken-Image leidet durch Gerüchte
Opel
Die Gerüchte um eine Schließung des Opel-Werks in Bochum reißen nicht ab – und manch einer befürchtet dadurch einen Imageschaden für die Marke Opel. Die WAZ wollte wissen, ob das drohende Aus für die Fertigung des Astra im Ruhrgebiet auch bei den Velberter Opel-Käufern und -Fans ein Gesprächsthema
Stadt: U3-Ausbau ist doch machbar
Kinderbetreuung
Ausweg aus der Millionen-Finanzierungslücke: Geld aus Belastungsausgleich für nötige Investitionen einsetzen. Richter: „Diese Mittel können ausreichen.“