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„JuZe“ Langenberg

Teenie-Austausch mit Jena

21.08.2012 | 06:00 Uhr
Teenie-Austausch mit Jena

Langenberg.   Mit einem Grillfest ging im Jugendzentrum an der Vogteier Straße jetzteine Ferienspaß-Aktion mit Experimental-Charakter zu Ende.

Auf einer Fortbildung lernten sie sich kennen – Steffi Ritterskamp vom Jugendzentrum Langenberg und ihre Kollegin Karin Felsch, die in einem Begegnungszentrum für Kinder und Jugendliche in Jena arbeitet. „Wir hatten gleich einen guten Draht zueinander und die Idee, dass wir mehrtägige gegenseitige Besuche veranstalten könnten, war schnell geboren“, erzählen die beiden, als sie sich inmitten zwanzig Jugendlicher im „JuZe“ an der Vogteier Straße gegenübersitzen. Dort endete jetzt mit einem Grillfest der erste Teenie-Austausch zwischen Langenberg und Jena.

„Schön, dass es geklappt hat – es war nämlich zunächst gar nicht so klar, ob wir genügend Jugendliche für diese Austausch-Reise gewinnen können“ erinnert sich Karin Felsch vom Jugendzentrum „Hugo“, das mitten in einer Plattenbau-Siedlung Jenas liegt. Aber schließlich fanden sich doch 20 Jugendliche zwischen zwölf und 15 Jahren – zunächst zum „Skypen“, zum ersten virtuellen Kennenlernen via Internet-Telefonie.

Auch Konfliktbewältigung angesagt

Anfang August ging es dann zunächst für die Langenberger los. Erstes Highlight in Jena war der Besuch eines Open-Air-Kinos, wo schon erste Freundschaften zwischen den Mädchen und Jungen aus dem westlichen und östlichen Deutschland geschlossen wurden.

Na ja: In diesem Alter, der frühen Pubertät, schlagen Gefühlswogen schnell hoch – und zuweilen auch um. Wird hier doch der Umgang mit dem anderen Geschlecht erstmals nicht nur auf kindlicher Ebene erprobt – was Sozialarbeitern immer wieder Gelegenheit bietet, Konfliktbewältigung mit den Jugendlichen zu üben.

Wie zwischen der zwölfjährigen Heidi aus Jena und dem gleichaltrigen Lukas. Eben haben sie sich gegenseitig einen Blumenstrauß überreicht. „Zur Freundschaft“, sagt Lukas mit ernstem Blick. Die nämlich war durch einen bösen Streit zwischen den beiden vorher mal arg in Frage gestellt.

Das, was Karin Felsch, Steffi Ritterskamp, Moritz Korthals und der Jenaer Sozialarbeiter Christoph Tanzberger in diesem Projekt leisten, will weit mehr als bloß Bespaßung oder Freizeitgestaltung sein. Es soll vielmehr qualifizierte sozialpädagogische Arbeit sein: Werden den Teenies hier doch Fairness, Teamwork, angemessene Kommunikation und andere soziale Kompetenzen vermittelt.

Vielleicht gibt’s ein Wiedersehen

Eine gerade in diesem, für Kinder und Eltern oft anstrengenden, ja verstörenden Entwicklungsalter eine höchst kostbare Betreuungsarbeit. Das meint auch Fabian Turowski (17), der als Praktikant des Windrather Berufskollegs schon jetzt seinen Berufswunsch klar hat. Er meint, dass besonders auch männliche Betreuer wichtig sind, so dass sich die Jugendlichen mit Betreuern beider Geschlechter auseinandersetzen können. Wurde er doch selbst, bis er ab der 5. Klasse dann die Windrather Talschule besuchte, ausschließlich von Erzieherinnen und Lehrerinnen betreut.

Matze aus Jena ist mit 15 Jahren der älteste der jugendlichen Teilnehmer des Teenie-Austausch-Projekts. Er fand die gegenseitigen Besuche „richtig toll, weil man mal gesehen hat, wie die das hier so machen und auch, weil man erfuhr, wie die anderen es bei uns fanden“.

Nun fragen sich die Jugendlichen, ob und wie es weitergeht – was sich wohl die meisten wünschten. Wer weiß: Womöglich feiert man im nächsten Jahr mal auf halber Strecke ein Wiedersehen. . .

Lisa Bianchini



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