Student aus Velbert macht ein Praktikum in Brüssel

Kenny Weißgerber aus Velbert vor dem Parlament der Europäischen Union.
Kenny Weißgerber aus Velbert vor dem Parlament der Europäischen Union.
Foto: privat
Der Velberter Student Kenny Weißgerber absolviert ein viermonatiges Praktikum in Brüssel. Der Student der Raumplanung an der TU Dortmund will dort Praxiserfahrung sammeln.

Brüssel/Velbert..  Während viele seiner Kommilitonen wieder in Vorlesungen sitzen und Seminare belegen, verweilt Kenny Weißgerber in Brüssel. Allerdings nicht, um dort Urlaub zu machen. Sondern für ein Praktikum im EU-Büro des Deutschen Verbandes für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung (kurz: Deutscher Verband). Der Velberter studiert seit Oktober 2010 Raumplanung an der Technischen Universität in Dortmund. Seinen Bachelor hat er fast abgeschlossen, schreibt gerade auch an seiner Bachelorarbeit.

Das Studium der Raumplanung sieht ein Pflichtpraktikum vor, bei dem Erfahrung aus der Berufswelt gesammelt werden soll. Vorgeschrieben sind mindestens vier bis sechs Wochen. Kenny Weißgerber absolviert vier Monate als Praktikant, vielleicht werden es sogar fünf. „Ich möchte die Zeit selber nutzen. Die EU-Planung interessiert mich sehr, auch wenn es später schwierig ist, dort eine Stelle zu bekommen“, erzählt der angehende Raumplaner, der schon seit November in Brüssel ist.

An den Deutschen Verband ist er über die Fakultät Raumplanung gelangt. Kontaktaufnahme war nicht schwer: „Wir haben an der Fakultät eine Auswahl an möglichen Praktikantenstellen. Der Deutsche Verband ist auch dabei“, erklärt der Student. Ein Anruf genügte, um die Stelle zu bekommen. Allerdings klappte es erst beim zweiten Versuch, weil Weißgerber im April noch eine Absage erhielt. „Als Student der Raumplanung ist es interessant mitzubekommen, was im Ausland so passiert und welche Planungssysteme in anderen Ländern eingesetzt werden“, sagt er.

Projekt fürs Seniorenwohnen

Teilweise tritt der 25-Jährige als Vertreter des Deutschen Verbandes auf, wenn sein Arbeitgeber Einladungen erhält. Auch einige deutsche Institutionen haben sich in Brüssel niedergelassen, so etwa Immobilienfirmen. „Ich schreibe bei den Treffen Vermerke für meinen Chef, mit denen der Verband dann weiter arbeiten kann. Je nachdem, ob ein Thema in die Verbandsarbeit passt“, erläutert Weißgerber.

Mitwirken durfte er unter anderem schon bei einem Verkehrsprojekt, das europäische Metropolen besser verbinden soll oder bei einem Projekt, das darauf zielt, durch Stadtentwicklungsmaßnahmen Senioren bis ins hohe Alter das Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Am meisten freute es ihn, dass er zwei Tage nach Praktikumsbeginn direkt wieder für eine zweitägige Tagung nach Deutschland reiste. In Duisburg fand ein Treffen zum Thema Migration und Stadtum- oder Neuplanung statt.

„Das war schon sehr interessant und zeigte mir, dass man mich gebrauchen kann“, so Weißgerber, der auch oft andere Praktikanten trifft, die in Brüssel leben und bei der EU arbeiten. „Ihnen ist die Dortmunder Fakultät für Raumplanung ein Begriff, das ist schon witzig.“

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