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Streit um neue Heimat-Kennzeichen

22.08.2012 | 18:10 Uhr
Streit um neue Heimat-Kennzeichen
Foto: Timur Emek

Velbert.   Den Freiraum, den Verkehrsminister Peter Ramsauer Städten und Gemeinden eröffnen will, halten vor Ort nur wenige für eine begrüßenswerte Option. Man habe doch ein wirklich gut funktionierendes System, findet etwa Landrat Thomas Hendele

Geht es nach dem Willen von Verkehrsminister Peter Ramsauer, dann sollen die Städte und Gemeinden künftig mehr Freiraum bei der Wahl ihrer Autokennzeichen bekommen. Velberter könnten dann zum Beispiel mit dem Kennzeichen VEL oder Langenberger mit dem Kennzeichen LAN herumfahren. Doch die Pläne sind umstritten und stoßen nicht nur auf Begeisterung.

„Wir haben doch ein gut funktionierendes System“, lehnt Landrat Thomas Hendele die Neuerung ab. „Sollten 29 000 mögliche Buchstabenkombinationen zugelassen werden, würde die Lage unübersichtlich und damit würde die Arbeit der Polizei erschwert, etwa bei der Identifizierung eines Unfallflüchters“, erläutert er. Außerdem: „Das Autokennzeichen ME ist Identifikation mit dem Kreis Mettmann, auch im Marketing!“ Der Vorschlag des Verkehrsministers sei Unsinn. „Der Minister ist offenbar ins Sommerloch gefallen“, meint Landrat Thomas Hendele.

Auf klare Zustimmung treffen die Pläne dagegen beim Velberter Bürgermeister Stefan Freitag. „Warum soll man nicht eine flexiblere Gestaltung der Autokennzeichen erlauben, um die Lokalidentität zu stärken?“, fragt er. Allerdings müsse das Prinzip der Freiwilligkeit gelten. „Ich selbst würde an meinem privaten Auto gerne das Kennzeichen VEL montieren“, betont Stefan Freitag. Allerdings: „Mir wäre lieber, wenn Verkehrsminister Ramsauer sich um den Weiterbau der A 44 kümmert. Das ist viel, viel wichtiger!“

Das Thema Autokennzeichen wird die Bürgermeister-Konferenz des Kreises Mettmann am kommenden Montag beschäftigen. „Ich halte gar nichts von einer Kennzeichen-Wahlmöglichkeit“, erklärt der frühere Stadtdirektor von Langenberg, Walter Grevener. „Die Vielfalt würde nur für Verwirrung sorgen. Um seinen Lokalpatriotismus zu zeigen, braucht man keine Autokennzeichen – Aufkleber am Fahrzeugheck oder auf dem Kofferraumdeckel reichen.“

Auch der Kreisvorsitzende des Automobil-Clubs Europa (ACE), Volkhard May, lehnt den Vorstoß des Verkehrsministers ab. „Das ist vollständiger Schwachsinn. Das bisherige bewährte System finde ich gut, während die Italiener das inzwischen chaotisiert haben. Im übrigen ist um das Kennzeichen herum doch noch genug Platz für Überzeugungsbekundungen“, stellt Volkhard May klar.

Die Kreispolizeibehörde Mettmann will zur laufenden Diskussion überhaupt nichts sagen. „Zu dem Vorschlag der neuen Autokennzeichen äußern wir uns nicht. Das ist ein politisches Thema“, erklärt Polizeisprecher Frank Sobotta auf Nachfrage.

Ob es demnächst wirklich mehr Wahlmöglichkeiten bei den Autokennzeichen geben wird, entscheidet im September der Bundesrat. Das Land Nordrhein-Westfalen hat angekündigt, man werde der Verordnung zustimmen. Beschlossen ist diese Form, das Heimatgefühl zu stärken, aber noch nicht.

Thomas Borowski



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