Streik statt Schule
15.11.2009 | 17:49 Uhr 2009-11-15T17:49:00+0100Das Schülerbündnis im Kreis Mettmann ruft Dienstag zur Großdemonstration gegen das Bildungssystem auf.
Die Organisatoren nehmen kein Blatt vor den Mund: „Unser Bildungssystem stinkt!”, sagen die Sprecher des Schülerbündnisses im Kreis Mettmann. Damit das anders wird, wollen die Jugendlichen auf die Straße gehen. „Streik statt Schule” steht am Dienstag auf dem Stundenplan. Mehrere hundert Schüler sollen in einem großen Demonstrationszug durch die Velberter Innenstadt ziehen.
„Wir merken, dass bei G8 vieles falsch läuft”, sagt Mike Raschke. Der 15-Jährige geht selbst in die zehnte Klasse des Geschwister-Scholl-Gymnasiums. Er sieht im kommenden Jahr große Probleme auf Schüler und Lehrer zukommen. Dann werden Gymnasiasten, die das Abitur nach neun Jahren (G9) und solche, die das Abitur nach acht Jahren (G8) ablegen, zusammen in die Oberstufe kommen.
Die 16-jährige Rhena Lissy kennt Berichte von Freunden: „Es gibt viele, die erzählen, dass sie sehr unter Druck stehen.” Die Schüler fordern auch die Abschaffung der Kopfnoten. „Wir denken, dass dadurch die Meinung der Schüler unterdrückt wird”, sagt der 20-jährige Serdar Agit Boztemur. Er will den Rücktritt der NRW-Schulministerin Barbara Sommer: „Frau Sommer muss weg!” Auch das mehrgliedrige Schulsystem müsse abgeschafft werden.
Die Veranstalter rechnen mit mindestens 250 Teilnehmern. So viele sind angemeldet. „Es dürfen auch gerne mehr werden”, sagt der 26-jährige Frank Telega. In einer Schüler-VZ-Gruppe im Internet hätten schon mehr als 400 ihr Interesse bekundet. Das Schülerbündnis habe in allen Schulen für die Großveranstaltung geworben.
Wer am Dienstag ab 11 Uhr dabei sein wolle, müsse übrigens keine Angst haben, dass er als Schulschwänzer angeprangert werde. Das Schülerbündnis sieht keine Konflikte mit der allgemeinen Schulpflicht. Ein vorformuliertes Entschuldigungsschreiben steht auf der Internetseite (http://bildungsstreikVel.wordpress.com) zum Herunterladen bereit. Darin heißt es: „Die Schulpflicht ist nach unserer Ansicht den demokratischen Grundrechten der Versammlungsfreiheit und der Meinungsfreiheit untergeordnet.” Die Lehrer seien ausdrücklich gebeten, das Fehlen zu entschuldigen.
18:43
1500 Leute auf der Demo, richtig geil. Ich bin begeistert, mehr als in Düsseldorf.
12:50
Notengebung folgt nachprüfbaren Kriterien, was bedeutet, dass die Verhaltensnoten einen abgestimmten Schnitt der Bewertung aller Fachlehrer wiederspiegeln müssen. In der Praxis bedeutet dies einen hohen administrativen Aufwand mit dem die Lehrer ihre Zeit verbringen. Er wird daher dadurch unterlaufen, dass z.B. an vielen Schulen generell die gleichen Noten, mit wenigen Abweichungen, gegeben werden.
Wenn ein Lehrer das Instrument der Kopfnote bräuchte, um seine Autorität gegenüber den Schülern zu festigen, hätte er pädagogisch längst versagt.
Die Bewertungskriterien sind subjektiv und folgen zum Teil gegensätzlichen Prinzipien.
Es ist ein Märchen, dass Arbeitgeber davon profitieren, der persönliche Eindruck zeigt doch sehr schnell, mit wem man es zu tun hat.
Unter dem Strich kann man getrost feststellen, dass die sog. Kopfnoten eine ideologische Spielwiese gewisser Politiker darstellt, die so etwas für Bildungspolitik halten.
08:36
Durch Kopfnoten entsteht ein Druck??? Welcher denn, der Druck sich zu benehmen, oder der Druck zur Schule zu gehen, oder etwa der Druck lernwillig zu sein. Nein wie fürchterlich. Und sitzenbleiben abschaffen. Ja klar, alle werden immer bis zum Abi durchgebracht. Super Idee. Aber was macht die Wirtschaft dann mit den ganzen Abiturienten die kaum Rechnen und schreiben können, geschweige dann auch nur ein Fünkchen Allgeminebildung haben. Hauptsache, die Guten sind nicht sitzengeblieben. Solche Denkanstösse zeigen eigentlich schon, dass die Schüler vielleicht erst mal ihre Arbeits- und Denkweise korrigieren sollten, bevor sie die Schulpolitik angreifen. Wer meint jetzt, das stimmt alles nicht, der sollte mal kurz Zinsrechnung machen, oder die ganzen Bundeskanzler von Deutschland der Reihe nach nennen. Viel Spass an die Experten.
00:24
Finde ich eine gute Idee, das werde ich mir anschauen.
15:32
@ dorfbewohner ein netter kommentar. einzig fragwürdig die auseinandersetzung mit der linken. es gibt so viel was man an dieser partei kritisieren kann und muss. aber diese immer wieder kehrende sed keule ist dem nicht dienlich. die linke macht in der gegenwart genug fehler die kritisiert werden müssen. die sed ist tod und das ist auch gut so. viel besser wäre es in diesem zusammenhang mal darauf hin zu weisen dass die überwachungshelden der cdu heute noch tribut zollt. freiheit ist nicht wenn man sagt es ist freiheit...
14:56
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14:46
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14:30
http://www.youtube.com/watch?v=cNdiyZDoNSw&feature=player_embedded
14:18
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14:14
Es gab mal einen Teil unseres Landes, in dem der Beruf der Eltern oder deren Parteizugehörigkeit die Bildungsmöglichkeiten der Kinder einschränkte oder förderte. Systemtreue und ein guter Notenschnitt in so wichtigen Fächern wie Marxismus-Leninismus waren die Grundvoraussetzung zur Zulassung z.B. zum Studium als Bauingenieur. Dass sich die Partei, die damals SED hieß, und sich heute unter dem Namen LINKE tummelt, empört über unser Schulsystem äußert ist grotesk.
Den Schülern sei gewünscht, dass sie mit Ihrem Anliegen Erfolg haben. Die Abschaffung der Schulbezirke, die Beschränkung des Elternwillens bei der Wahl weiterführender Schulen, die frühe Selektion der Schüler in angeblich Mehr- oder Minderbegabte durch den allwissenden Staat, die Verkürzung der Gymlasialschulzeit bei chaotischer Durchführung der Lehrpläne, völlig mangelhafter Ausstattung der Schulen für eine längere Betreuung der Schüler die nun ein weitaus höheres Pensum bewältigen müssen, das einem Erwachsenenvollzeitjob in nichts nachsteht, die ernüchternde Erkenntnis, dass nach all dem Druck die Verkürzung der Schulzeit nur dazu führt, dass die Schüler anschließend Warteschleifen drehen sollen, weil es an Studien- und Ausbildungsplätzen mangeln wird, überlaufene Seminare, dafür aber nur mit Eintrittsgeld (Studiengebühren) und BaFöG nur mittels Verschuldung bei den noblen Geldinstituten, die gerade unsere Zukunft verspielt haben...
Man meint, die Politik sei von allen guten Geistern verlassen und unsere Landesregierung nimmt dabei einen einsamen Spitzenplatz ein. Viele von uns Erwachsenen wissen, dass sie dorthin, wo sie nun sind nur gekommen sind, weil es ein offenes, für alle Schichten gleichberechtigtes und kostenfreies Bildungssystem gab. Dieses Bildungssystem war der Schlüssel zu Arbeit und Aufstieg. Dafür zahlen wir heute auch gerne Steuern, viel lieber als für die Rettung notleidender Banken.
Die Bildungspolitik in NRW gehört geändert; oder abgewählt.