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Stefan Freitag tritt nicht mehr an

28.09.2012 | 20:00 Uhr
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Stefan Freitag tritt nicht mehr an
Bürgermeister Stefan Freitag und Kämmerer Sven Lindemann bei der Pressekonferenz am Freitag.Foto: Uwe Möller

  „Ich stehe für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung und werde mit Ablauf meiner Wahlzeit aus dem Amt ausscheiden“, erklärte der 44-Jährige.

Im Foyer vor dem großen Sitzungssaal im Rathaus hängen die Konterfeis aller ehemaligen Velberter Stadtdirektoren und Bürgermeister. „Stefan Freitag – parteilos – seit 2004“ steht unter dem Portrait des amtierenden Stadtoberhauptes. „Bis 2014“ darf man dort wohl bald ergänzen. Grund: Freitag möchte nicht nur die nächste Kommunalwahl – voraussichtlich dann im Frühsommer zusammen mit der EU-Wahl – gemeinsam mit der turnusmäßig eigentlich erst für 2015 vorgesehenen Bürgermeister-Direktwahl durchführen. Vielmehr wird der wiederholt von mehreren Parteien unterstützte Verwaltungsfachmann auch kein drittes Mal antreten. „Ich stehe für eine weitere Amtsperiode nicht mehr zur Verfügung und werde mit Ablauf meiner Wahlzeit aus dem Amt ausscheiden“, erklärte der 44-Jährige. Hintergrund: Die SPD hatte bereits angekündigt, zum nächsten Urnengang wieder einen eigenen Bewerber aufstellen zu wollen.

Er habe die Entscheidung ohne jeden Groll, Zwist oder Frust getroffen, versichert Freitag und sagt: „Ich bin nicht als Politiker ins Amt gekommen, bin auch keiner geworden und werde auch keiner mehr.“ Umso mehr sei er bei seiner Amtsausübung auf eine möglichst breite Unterstützung angewiesen. Das „Velberter Modell“ – ein parteiunabhängiger, von den großen politischen Gruppen gestützter Verwaltungsfachmann an der Spitze von Rat und Verwaltung – sei Grundvoraussetzung für sein Amtsverständnis. Da dieses Modell wohl keine Zukunft mehr habe, könne er nur die Konsequenz ziehen, keine weitere Amtsperiode anzustreben.

Seine berufliche Zukunft ist geklärt: Freitag wird in Nachfolge von Heinz-Werner Thissen nach Ende seiner Bürgermeister-Amtszeit hauptamtlicher Geschäftsführer der so genannten städtischen Holding, der Beteiligungsverwaltungsgesellschaft der Stadt Velbert (BVG). Das hat ihr Aufsichtsrat am Mittwoch – nach WAZ-Informationen einstimmig – beschlossen.

Doch die Velberter bekommen nicht nur einen neuen Bürgermeister oder Bürgermeisterin. Über kurz oder lang beginnt auch die Suche nach einem neuen Kämmerer. Sven Lindemann – immer schon eng mit den Technischen Betrieben verbunden – wird ab Oktober 2013 zunächst zweiter hauptamtlicher Chef und dann Nachfolger von TBV-Vorstand Ralph Güther, der 2015 in den Ruhestand geht. So die zweite wichtige Weichenstellung dieser Woche. CDU-Mann Lindemann, mitunter auch als potenzieller Bürgermeister-Kandidat gehandelt, schließt das klar aus. Es ziehe ihn nicht ins Rampenlicht, zudem habe wegen seiner jungen Familie die Privatsphäre Vorrang.

Klaus Kahle

Kommentare
01.10.2012
18:24
Stefan Freitag tritt nicht mehr an
von tojemirija | #11

Gott sei Dank.
Das ist ja mal eine gute Nachricht. Dann kann man ja in Velbert auch wieder wählen.........ohne immer das selbe Gesicht zu bekommen. Das ist neugewonnene Demokratie..Danke

01.10.2012
10:17
„Ich bin nicht als Politiker ins Amt gekommen...
von dorfbeobachter | #10

...bin auch keiner geworden und werde auch keiner mehr.“

Dieser Satz ist das Beste an unserem BM. Nur versteht man die Konsequenz nicht: die Bürger haben ihn gewählt, warum also stellt er sich nicht wieder zur Wahl, nur weil er meint, nicht mehr den Rückhalt der PARTEIEN zu haben?

Verständlich, wenn er nach zehn Jahren einen höheren Job annimmt. Unverständlich, dass er sich mit seiner Politik nicht mehr zur Wahl stellt, und als Funktionär in eine Gesellschaft abgleitet, die dem bisher von ihm geführten Laden angegliedert war.

Stefan Freitag war ein engagierter und als Gesicht unserer Stadt sicherlich sypathischer BM. Die Politik der letzten Jahre (das sage ich als NICHTLANGENBERGER und NICHTNEVIGESER) hätte man aber doch an den Bürgern der Stadt ausrichten müssen, nicht an den Parteien und den Machern der Verwaltung.
Schloss und historisches Musikhaus in Trümmern, die Abrissbirne kurz vor den letzten Baudenkmälern V-Mitte, ein Sportal ohne Investor, ein Sportzentrum ohne Anbindung..

01.10.2012
08:33
Stefan Freitag tritt nicht mehr an
von felbrathi | #9

……Freitag wird in Nachfolge von Heinz-Werner Thissen nach Ende seiner Bürgermeister-Amtszeit hauptamtlicher Geschäftsführer der so genannten städtischen Holding, der Beteiligungsverwaltungsgesellschaft der Stadt Velbert (BVG)…….


…..Der Vorsitzende Peter Heesen fordert, „Scheinprivatisierungen“ bei Bund, Ländern und Gemeinden per Gesetz zu verbieten. „Diese Scheinprivatisierungen werden nur gemacht, um Kosten, die im Haushalt stören, zu verschleiern und um gleichzeitig bestimmte Leute auszugliedern, damit die endlich mal gut verdienen“, sagte er der WAZ Mediengruppe…..
http://www.derwesten.de/wirtschaft/arbeitsverdichtung-und-personalmangel-machen-beamte-krank-id7148025.html

30.09.2012
15:17
Stefan Freitag tritt nicht mehr an
von dieterstoschek | #8

Sehr geehrter Herr Auer,
was Sie hier von sich geben, als Mitglied des Stadtrates, ist einfach nur widerlich.
Ich stehe sicher nicht in dem Verdacht mit beiden Herren immer einer Meinung gewesen zu sein. Es ist aber sicher gut für unsere Stadt wenn es gelingt, kluge Köpfe an Velbert zu binden. Beide, sowohl Herrn Freitag als auch Herrn Lindemann, standen und stehen sicherlich andere Optionen offen.

30.09.2012
12:35
zur Erinnerung
von Mabuse9 | #7

Man sollte doch nicht einige Entscheidungen des Bürgermeisters vergessen. z.B. dass er einen „Krankenhausexperten“ ins Klinikum Niederberg geholt hat, der dieses kurz darauf in die Insolvenz geführt hat und danach abtrat. Zwei seiner damaligen Assistenten sind bis heute im Klinikum Niederberg als Geschäftsführer angestellt. Nur durch zig Millionen Euro an Bürgschaften und Kassenkrediten, die die Stadt Velbert in der Vergangenheit dem Klinikum gegeben hat, ist dieses Haus überhaupt überlebensfähig geblieben. Im Geschäftsjahr 2010 z.B. ist dem Klinikum Niederberg ein Kassenkredit von 6 Mio. Euro gegeben worden, um vorsorglich die Liquidität zu sichern (Amtsblatt Kreis Mettmann). Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010 (Bundesanzeiger) weist die Geschäftsführung ausdrücklich darauf hin, dass das Unternehmen wie in den Vorjahren auf die finanzielle Unterstützung durch die Gesellschafter sowohl zur Beseitigung des negativen Eigenkapitals, als auch zur Verbesserung der Liquidität angewiesen

1 Antwort
Stefan Freitag tritt nicht mehr an
von M_Kaufmann | #7-1

Mabuse, das ist fachlicher Blödsinn! Man nennt sich wohl nicht umsonst Mabuse ?! Es geht Ihenn offensichtlich auch nicht um Herrn Freitag sondern um alte Wunden aus alter Zeit!
Ohne den Mut der Eigentümer und ohne die Planinsolvenz aus 2006, gäbe es heute das Klinikum nicht mehr in öffentlicher Hand. Es wäre privatisiert.Ob es besser wäre, darüber kann man diskutieren, aber es reichen ja auch die Blicke auf die bislang Privatisierten. Wenn Sie also durch fachlichen Beitrag Stimmung machen wollen, dann sagen Sie wer Mabuse ist. Wir treffen uns dann in einem öffentlichen Rahmen und diskutieren das mal durch! Dann können wir das auch gleich mit dem Brandschutz besprechen. Also, her mit dem Namen, sonst sollten sie sich Feigling und nicht Mabuise nennen.

30.09.2012
11:47
Stefan Freitag tritt nicht mehr an, Teil1
von DaDU | #6

Eigentlich begann Herr Freitag ganz gut, was dann aber passierte, ist unverständlich und heute sage ich als Langenberger nur noch, Gott sei Dank, dass er geht.
Aber wie man liest sind auch andere nicht zufrieden gewesen. Zum Schluss missbrauchte er sein Amt ein letztes Mal bei der Verteilung der Pöstchen. Als Chef der Stadt werke wird Herr Freitag sein Sprungbrett zu RWE bekommen. Die Zerstörung des Langenberger Freibads wird bekanntlich seine Eintrittskarte sein. Es wird für ihn schwer werden, wenn er merkt, dass den Bürgern die Stadt gehört und nicht Ihm persönlich.

30.09.2012
11:41
Stefan Freitag tritt nicht mehr an, Teil2
von DaDU | #5

Vielleicht nutzt der äußerst, schwache Stadtrat jetzt endlich mal die Chance um die Verwaltung nach der Wahl zu entmachten und endlich Politik für ALLE Velberter zu machen. Eine Politik die auch die Bürger von Langenberg und Neviges endlich in die Stadt Velbert holt, die die zerstörten Stadtteile wieder belebt.
Das Nizzabad, Bürgerhaus, das Schloss werden nicht vergessen, genauso wie die ausgeblutete Langenberger Innenstadt, aber auf eine positive Zukunft ohne Herrn Putin, äh, Entschuldigung, Herrn Freitag darf man ja hoffen.
So hoffe ich auf einen Bürgermeister der die Stadt Velbert endlich zu EINER Stadt macht, in der auch die alten Stadtteile eine Berechtigung haben, dass Geschaffene zu erhalten, eben in einer Stadt wo man gerne lebt und nicht zum Einkaufen jedes mal in eine Nachbarstadt fahren muss. Vielleicht nutzt der äußerst, schwache Stadtrat jetzt endlich mal die Chance um die Verwaltung nach der Wahl zu entmachten und endlich Politik für ALLE Velberter zu machen. Eine Polit

30.09.2012
09:27
... werden wir in Zukunft also auf schöne Projekte verzichten müssen?
von derwatz | #4

so zum Beispiel der Abriss der Europaplatzes am Forum und
die Errichtung eines Heka-Centers 2.0?
Es hatte vor Jahren eigentlich ganz gut begonnen.
Die aktuellen Projekte finde ich aber zum Teil eher fragwürdig.
Politik ist für mich manchmal ein Buch mit sieben Siegeln,
auch scheinen Entscheidungen nicht human sondern monetär gefärbt zu sein.
Ob es mit oder ohne Freitag besser wird ist schwer zu sagen.
Mich hatte seinerzeit die vehemente PR-Aktion "für den Freitag"
schon sehr befremdet. Komische Einigkeit unter den Abgeordneten ...
Ich hatte ja auch schon beim Kanzler Schröder so sehr daneben gelegen.
Wir Wähler beurteile zu oft nach Äußerlichkeiten und nicht nach Taten.
Was will ich festhalten?
Die Hoffnung; dass Entscheidungen FÜR uns Bürger
und weniger fürs Geld getroffen werden und
es noch ein STOPP für das Einkaufszentrum auf dem Forums-platz gibt.
Die wenig inspirierte Neubebauung der Oberstadt sollte doch bitte genug sein.

29.09.2012
13:34
Stefan Freitag tritt nicht mehr an
von Mabuse9 | #3

Ist der Bürgermeister nicht auch für das Klinikum Niederberg verantwortlich? Ich habe das Gefühl, dass dort hinsichtlich des Brandschutzes vieles im Argen liegt.

29.09.2012
12:38
Stefan Freitag tritt nicht mehr an
von Auer-Velbert | #2

Nach meinen Informationen war die Abstimmung eben nicht einstimmig.

Die Ruhebezüge verbleiben den beiden "Armen" ja Gott sei Dank. :D
Dazu:
http://www.mik.nrw.de/themen-aufgaben/kommunales/erfolgsmodell-kommunale-selbstverwaltung/entscheidungstraeger/buergermeisterin-landratlandraetin/versorgung.html

Und wenn Herr Freitag dann auch noch Geschäftsführer der Stadtwerke wird - in Nachfolge von Herrn Thissen -, muss er sich wohl eine zweite Schubkarre anschaffen, ansonsten kriegt er die Kohle nicht schnell genug weggescheffelt.
Und der Verdienst dürfte wohl um einiges höher liegen als der eines Wahlbeamten.

Endlich funktioniert mal das Versorgungsprinzip. :D:D:D

Mit Grünen Grüßen
Thomas Auer

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