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Stationen eines Lebens

26.02.2010 | 19:35 Uhr
Stationen eines Lebens

Velbert. GSG-Pennäler vertreten Velbert bei der Kulturhauptstadt 2010 mit einem Menschenschattenspiel

Noch neun Monate. Fast die Zeit einer Schwangerschaft. Zufall  oder die Duplizität der Ereignisse... Denn das Leben, von der  Geburt bis zum Tod, ist das Thema, mit dem sich das Geschwister-Scholl-Gymnasium (GSG) an der Kulturhauptstadt 2010 beteiligt und damit hochoffiziell die Stadt Velbert vertritt.

Noch neun Monate Zeit zum Proben haben die rund 50 Pennäler, die vom 5. bis 7. November ihre Weltpremiere des Theater-Spektakels „Im Schatten ist Licht: Stationen eines Lebens“ bühnenreif in der Essener Marktkirche präsentieren werden. Gestern stellten die Schüler/innen erste Ausschnitte aus dem multimedialen Schattenspiel in der GSG-Aula vor.

Am Anfang war die Idee;  als Oberstudienrat Gerd Haehnel und Pfarrer Andreas Volke, Leiter des ev. Kulturbüros Ruhr 2010, in der Essener Marktkirche saßen. Beide inspiriert vom blauen Kubus des Gotteshauses. Das war die Geburtsstunde des spektakulären Schattenspiel-Projekts, wobei der Kubus als Leinwand dienen soll. Doch war sich Lehrer Haehnel sicher, dass er auf seine Schüler/innen zählen kann. Führten sie doch einst an einem nasskalten Abend – im November 2008 – zum Gedenken an die Pogromnacht ebenfalls ein Menschenschattenspiel mitten in der Innenstadt auf.

Er sollte Recht behalten. Pennäler, von der Unter- bis zur Oberstufe, waren sofort dabei.  Haehnel wirkte als Regisseur und Autor. Im Literaturkurs und in der jahrgangsübergreifenden Theater-AG wurden weitere Inhalte, Choreografie und Bühnenbild entwickelt. Theater - und Tanzpädagoginnen sorgen nun für den letzten Schliff.

Szenen aus dem Leben, präsentiert in der Kirche. Da ist ein Herzschlag, sichtbar gemacht durch ein rotes Blinklicht auf der Leinwand. Ein junger Mensch, eine überdimensional große Flasche Schnaps. Der Schnaps siegt, der Jugendliche fällt zu Boden. Und aus den Lautsprechern grölt Grönemeyer „Alkohol ist dein Sanitäter in der Not”.

Da ist auch das Wortgefecht zweier am Tisch sitzender Leute, das in heftigen Streit ausartet. Einer von beiden geht. Der andere hält ein Stemmeisen in der Hand. Ein Mädchen kommt. Es wird zum Opfer der Aggression, wird niedergeprügelt. Eine junge Frau hat den Mut, geht dazwischen, hilft der am Boden Liegenden. Bilder werden einblendet: Vom U-Bahnhof in München, wo im September 2009 ein Mann von Jugendlichen zu Tode geprügelt worden, weil er sich schützend vor Kinder gestellt hat. Oder vom Massenaufmarsch der Nazis im Dritten Reich. Und dann ein Foto der Geschwister Scholl. Die Botschaft: „Sag nein.”

Da ist aber auch die Hochzeit. Freude, Glück und der Beatles-Song „All you need is Love“, live gesungen von einem Chor, mit Solo-Part einer Schülerin.</p><p>Und da ist die Großmutter im Schaukelstuhl, Strümpfe strickend mit ihrem wahren Lebensbegleiter, dem Teddybär aus Kindertagen, an ihrer Seite. Sie träumt, erlebt ihr Leben – als Schattenspiel –  noch einmal, untermalt von Reinhard Mays „Jahreszeiten“. Das sind nur einige der Szenen, die unter dem Titel „Dem Antlitz zugewandt –  Bilder des Menschen“ in der Essener Marktkirche unter die Haut gehen werden.

GSG-Schulleiterin Angelika Vogt ist „sehr stolz darauf, dass unsere Schule das Projekt realisieren und im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt präsentieren darf.“

Repräsentant

Weit mehr Velberter Institutionen oder auch die Kirchen hätten gern ihren Beitrag zur Kulturhaupstadt 2010 geleistet. Im Gespräch mit Bürgermeister Stefan Freitag, der die Schirmherrschaft über die Präsentation des GSG in der Essener Marktkirche übernommen hat, war zu erfahren, dass sowohl die katholische Kirche, als auch die evangelische Kirchengemeinde, schon aufgrund  des Jubiläums „450 Jahre evangelische Kirchengemeinde Velbert“ und auch der Kultur- und Veranstaltungsbetrieb Velbert  (KVBV) sehr gern ihren Beitrag geleistet hätten. Doch wird lediglich das GSG offiziell in der Essener  „Kirche der Kulturen“ die Stadt Velbert repräsentieren.

Ellen Wiederstein

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