Start frei für die Ultraläufer in Neviges

Der Weltrekordler von 2015, Jörg Rosenbaum vom „Gehörlosen TSV Essen“, ist auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie.
Der Weltrekordler von 2015, Jörg Rosenbaum vom „Gehörlosen TSV Essen“, ist auch in diesem Jahr wieder mit von der Partie.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Der „WHEW 100“ findet immer mehr Zuspruch. Die dritte Auflage unter dem Motto „Eine Strecke, zwei Regionen, sieben Städte“ findet Ende April statt.

Neviges..  Es ist schon ein paar Jährchen her. Da radelte Guido Gallenkamp mit seiner Freundin ehemalige Bahntrassen hier in der Region Niederberg und im Bergischen Land ab, um schließlich festzustellen, dass die Strecken zusammen gut und gerne 100 Kilometer ausmachten, und er dachte: „Da kann man auch laufen lassen!“ Schon war die Idee für den „WHEW 100“ geboren. Der geht nach seiner Premiere im Jahr 2014 alsbald in seine dritte Runde. Und etabliert sich zunehmend als gefragte Veranstaltung.

Beim Auftakt nahmen unter dem Motto „Eine Strecke, zwei Regionen, sieben Städte“ noch 104 Starter die große 100-Kilometer-Distanz in Angriff. Dazu zählen übrigens auch die Staffel-Teams, die sich die Strecke zu zweit bzw. zu viert aufteilen, und die lediglich als ein Teilnehmer aufgeführt werden. Nimmt man die Teilnehmer der Läufe über fünf und zehn Kilometer hinzu, die jeweils später starten, waren es 314. Im vergangenen Jahr gab es 125 Teilnehmer über die 100 Kilometer und insgesamt 271. Und jetzt – noch etliche Wochen vor dem nächsten „WHEW 100“ Ende April – haben sich bereits 132 bzw. 260 angemeldet. Da dürften für die kürzeren Läufe noch etliche Aktive hinzukommen. Zudem werden die Läufe internationaler: Die Sportler kommen bereits aus sechs verschiedenen Herkunftsländern.

„Man muss dabei natürlich durchhalten und das jedes Jahr durchziehen“, kommentiert Jens Mewes die wachsende Resonanz und den erfreulichen Anstieg. Der 45-Jährige läuft selbst „nur“ Marathon – „das reicht mir auch“ –, und gehört neben Chef-Organisator Guido Gallenkamp zu dem vierköpfigen Orga-Kernteam.

Der Kurs geht wie gehabt von Wuppertal – Start ist in Elberfeld am ehemaligen Mirker Bahnhof an der Nordbahntrasse – über Sprockhövel, Hattingen, Essen, dann von Kettwig her nach Heiligenhaus und weiter über den Panoramaradweg Niederbergbahn via Velbert, Wülfrath retour nach Wuppertal bis zum Mirker Bahnhof. Immer schön ohne große Steigungen.

Alles, was über den Marathon (42,195 Kilometer) hinausgehe, erklärt Mewes, sei ein Ultralauf, zuweilen auch als Ultra-Marathon bezeichnet. Und sagt mit Blick auf die teilnehmenden Sportler: „Das ist absolut beeindruckend.“ Den Sieben-Städte-Ultralauf trägt der „MTV Elberfeld 1861“. Man brauche einen solchen Verein schon allein aus versicherungstechnischen Gründen, erklärt Jens Mewes. Sonst könne man den Ultralauf bei den Städten längs der Strecke, bei der Polizei etc. nicht offiziell anmelden.

Außerdem gebe es ja auch Teilnehmer, die den „WHEW 100“ als Qualifikation für andere Wettbewerbe nutzten. Überdies werde ein Weltrekord, so wie ihn Jörg Rosenbaum 2015 für Gehörlose erzielt hat, nur anerkannt, wenn der Wettbewerb offiziell angemeldet und die Strecke ordnungsgemäß vermessen sei. Der Läufer vom „Gehörlosen TSV Essen“ wird heuer erneut mit dabei sei; ebenso der zweimalige Sieger, der Luxemburger Fernand Clees.