Stadtwerke: „Ein Missverständnis“
03.08.2012 | 17:04 Uhr 2012-08-03T17:04:00+0200
Velbert. Irrungen und Wirrungen bei den Stadtwerken: Erst vorgestern hatte die WAZ darüber berichtet, dass bei den Abbuchungen der Abschläge für Strom und Gas durch die Stadtwerke plötzlich RWE als Zahlungsempfänger auf den Kontoauszügen der Kunden auftauchte. Jetzt geht’s weiter.
Irrungen und Wirrungen bei den Stadtwerken: Erst vorgestern hatte die WAZ darüber berichtet, dass bei den Abbuchungen der Abschläge für Strom und Gas durch die Stadtwerke plötzlich RWE als Zahlungsempfänger auf den Kontoauszügen der Kunden auftauchte.
Übernahme durch RWE?
Jetzt meldeten sich weitere verunsicherte Energie-Abnehmer bei der WAZ, die darauf aufmerksam machten, dass sie zudem noch eine neue Kundennummer erhalten hätten. Und: Nach WAZ-Informationen haben viele Mitarbeiter der Debitorenbuchhaltung inzwischen ihren Arbeitsplatz nicht mehr in Velbert, sondern in Essen, wo RWE seinen Hauptsitz hat. Hat der Konzern nun das Sagen bei den Stadtwerken? Gab es gar eine Übernahme durch den Strom-Riesen, wie manche Kunden glauben?
„Davon kann keine Rede sein“, beruhigt Stadtwerke-Vertriebschef Kai Birkner. „Das alles ist ein Missverständnis, alles bleibt in den Händen unseres Unternehmens“. Sprich: 49,9 Prozent gehören RWE, den Rest kontrollieren die Stadtwerke. Warum aber nun das Durcheinander? „Der Grund ist, dass wir ein neues Abrechnungssystem haben, das über einen Dienstleister läuft“, so Birkner. Das verringere den Verwaltungsaufwand für die Stadtwerke erheblich. Die Gerüchte, dass die Stadtwerke von RWE übernommen würden, seien komplett auf die Panne beim Dienstleisters zurückzuführen – der hatte versehentlich RWE auf den Abbuchungen notiert.
„Natürlich sind wir zum Teil auch selbst Schuld, wir hätten das noch mal kontrollieren müssen“, räumt Birkner ein. Dass Mitarbeiter der Debitoren-Buchhaltung, also der Abteilung, die offene Forderungen überwacht, neuerdings in Essen arbeiten, kann der Vertriebschef bestätigen. „Die arbeiten aber nicht etwa bei RWE, sondern bei dem Dienstleister“, erklärt er.
Die neuen Kundennummern schließlich ergäben sich auch aus dem neuen Verwaltungssystem. Man habe die Kunden deshalb nicht in einem separaten Schreiben darauf aufmerksam gemacht, weil die neue Nummer letztlich ja erst bei der Rechnung wichtig werde, sagt Birkner: „Da hätten wir wohl doch eingehender informieren sollen“. Für die Verunsicherung der Kunden habe er vollstes Verständnis, es sei ihm ein Anliegen, alle Unklarheiten auszuräumen.
Verträge bleiben bestehen
Birkners Ausführungen zusammengefasst: RWE hat die Stadtwerke nicht aufgekauft, bei den Verhältnissen ändert sich nichts. Auch für die Kunden ändert sich im Grunde kaum etwas: Alle Verträge und Konditionen bleiben bestehen, lediglich die Kundennummern sind neu. Parallel bleiben die alten übrigens vorerst erhalten und sind gespeichert. Bei Anfragen können diese erst einmal weiterhin verwendet werden. Und auf den Kontoauszügen soll, so denn nun künftig alles korrekt läuft, auch nicht mehr der Name RWE zu lesen sein.
16:08
Habe die Lastschrift der RWE umgehend bei meiner Bank reklamiert und zurückgehen lassen, da icj mit diesem Unternehmen keinen Vertrag habe.
12:31
Ist das nicht auch die selbstherrliche Stadtwerke, die das Langenberger Freibad ohne Ratbeschluss zerstörte?
Ein Dienstleistungsanbieter der derart sorglos mit Kundendaten umgeht ist nicht tragbar. Es handelt sich auch nicht um Missverständnisse sondern um grobe Schlamperei, welche von den Kunden der Stadtwerke im Endeffekt finanziert werden muss.
Vertraue ich einem Unternehmen (hier der Stadtwerke Velbert) meine Daten an, so erwarte ich einen äußerst korrekten und sensiblen (sicheren) Umgang mit diesen Daten.