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Stadtradeln ist nicht nur schneller

23.09.2011 | 16:59 Uhr
Stadtradeln ist nicht nur schneller
Mit dem Fahrrad durch die Innenstadt: Noch hält sich die Radel-Begeisterung bei den Velbertern in Grenzen. Bild : Detlev Kreimeier.

Velbert.Der Panoramaradweg Niederbergbahn kommt an. Und zwar richtig gut; er wird intensiv genutzt, eröffnet für Radfahrer völlig neue, attraktive Möglichkeiten. Auf ihm sind nicht nur reine Freizeit-, sondern auch Alltagsradler unterwegs, die etwa zwischen Zuhause und Arbeitsplatz pendeln. Aber Velbert soll grundsätzlich viel fahrradfreundlicher werden, um wesentlich mehr Bürger zum Umsteigen und Aufsitzen zu bewegen.

Dieses erklärte Ziel des Verwaltungsvorstandes ist mit ein Grund für den Beschluss, dass sich die Schlossstadt dieser Tage erstmals an der bundesweit bereits etablierten Aktion „Stadtradeln – gemeinsam radeln fürs Klima“ beteiligt. Das Teilnehmerfeld – allerdings – ist sehr überschaubar. Gerade einmal elf Beteiligte kann Tim Edler auf WAZ-Nachfrage vermelden und findet denn auch: „Das sind wirklich nicht gerade viele. Aber man muss ja mal einen Anfang machen und vor allem auch Puste haben und durchhalten. Das soll keine Eintagsfliege bleiben.“ Beim nächsten Mal, so der Stadtplaner, zuständig für Klimaschutz und Stadtentwicklung, werde man z. B. im Vorfeld viel mehr Öffentlichkeitsarbeit machen.

Fakt ist: Radfahren erspart der Umwelt Lärm, Schadstoffe und laut Initiative „Klima-Bündnis“ rund 140 Gramm klimaschädliches Kohlendioxid (CO2) pro Kilometer im Vergleich zu einer Autofahrt. Es hält zudem fit und schont obendrein noch den Geldbeutel. Vor allem im Stadtverkehr bringt es schneller an das Ziel.

Die Aktion „Stadtradeln“ dient der Förderung des „Null-Emissions-Fahrzeugs“ Fahrrad im Straßenverkehr, um nicht nur Luftschadstoffe und Lärm zu reduzieren, sondern auch die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden spürbar zu verbessern. Derzeit machen bundesweit 58 Städte mit, sind bislang bereits 2,7 Millionen Kilometer zusammengekommen. Vor Ort sind’s nach Edlers Angaben mehr als 2000 Kilometer. Er hofft, dass noch weitere Einzelteilnehmer und Teams dazustoßen.

Tim Edler: „Das Rad hat als Mobilitätsalternative handfeste Vorteile.“ So sei es bei Strecken mit einem Radius von unter fünf Kilometern – das entspreche rund 50 Prozent aller Pkw-Fahrten – erwiesenermaßen nicht langsamer, sondern mitunter wesentlich fixer. Die niederbergische Topographie mit ihren abschreckenden Steigungen kann natürlich kein Planer ignorieren. Umso mehr glaubt Edler, dass Pedelecs und E-Bikes für die Region eine überzeugende, komfortable Lösung sind. Hierzu gibt es Überlegungen, u. a. am Rathaus eine „Auftankmöglichkeit“ zu schaffen. Überdies wird erwogen, Einbahnstraßen für Radler in Gegenrichtung zu öffnen und Abstellanlagen zu schaffen.

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Mitmachen geht noch

Die Aktion läuft zwar bereits seit zwei Wochen, aber bis zum 30. September können Interessenten noch einsteigen bzw. aufsitzen. Man kann sich zudem auch nachträglich noch schon abgestrampelte Kilometer gutschreiben lassen: einfach registrieren unter www.stadtradeln.de oder über den Link auf der Homepage www.velbert.de.

Und wie klimafreundlich bewegt sich der Verwaltungsvorstand, der zum Stadtradeln aufruft, auf seinem Weg zur Arbeit? Bürgermeister Stefan Freitag und 1. Beigeordneter Holger Richter gehen zu Fuß. Ralph Güther radelt ab und zu von Langenberg zu den Technischen Betrieben, Kämmerer Sven Lindemann nimmt zumeist den Pkw, und Stadtbaurat Andres Wendenburg hat nicht wirklich die Wahl: Er wohnt in Solingen.

Klaus Kahle

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