Stadtlotsen kümmern sich um Velberter Neubürger

Christel Bierwas von der Gemeinde und Velberter Stadtlotsen schaffen Hausrat in die Goebenstraße.
Christel Bierwas von der Gemeinde und Velberter Stadtlotsen schaffen Hausrat in die Goebenstraße.
Foto: WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Ehrenamtler der Diakonie besorgen Möbel und Wohnungserstausstattung. In der Johanneskirche können sich die Velberter Neubürger nach Absprache versorgen.

Velbert..  Viele Ängste der Bürger auch in Velbert beim Thema Asylbewerber gründen darin, die Neuankömmlinge aus mitunter fremden Kulturen könnten in undurchsichtigen Parallelgesellschaften abtauchen. „Die Erfahrung zeigt andererseits, dass Asylbewerber, die mit großem Engagement und mit der nötigen Hilfe den Eingang in die Bürgerschaft suchen, eher akzeptiert und angenommen werden“, sagt Renate Zanjani von der Bergischen Diakonie. Seit dem vergangenen Herbst gibt es in Velbert so genannte Stadtlotsen, ehrenamtlich arbeitende Menschen unterschiedlichsten Alters, die sich unter der Regie der Diakonie ausschließlich um die Integration solcher Asylbewerber kümmern. Superintendent Joachim Buchholz würdigte beim Jahresempfang des Kirchenkreises diese Arbeit ausdrücklich, die Gemeinden unterstützen die Stadtlotsen auch nach Kräften.

Sprechstunde an der Talstraße

Vor wenigen Tagen war wieder so ein typischer Einsatz der Velberter Stadtlotsen. Projektleiterin Renate Zanjani hatte von einer Wuppertaler Firma, die nicht namentlich erwähnt werden möchte, ein großzügiges Angebot erhalten: Mehrere Einraum-Appartements für Mitarbeiter sollten geräumt werden, die allesamt gut erhaltenen Möbel und Einrichtungsgegenstände sollten bedürftigen Asylbewerbern zukommen. „Unsere Stadtlotsen, darunter auch einige Heiligenhauser, organisierten einen Transport“, berichtet Christel Bierwas von der evangelischen Kirchengemeinde Velbert. In der Mittagszeit fuhr jetzt ein Lkw in der Goebenstraße vor. „Wir sind froh, dass die Kirchengemeinde uns den Raum in der leeren Johanneskirche zur Lagerung bereit stellt“, sagt Renate Zanjani.

Trotz der Hitze sind die Stadtlotsen fix dabei, Schränke, Kommoden, Lampen, Bügelbrett, Betten, ja sogar Bettzeug auszuladen und in den Kirchraum zu tragen. „Man muss sich vor Augen halten, dass die Neubürger keine Einrichtungsgegenstände besitzen, wenn ihnen Wohnungen zugewiesen werden“, erläutert Christel Bierwas. Vor einiger Zeit habe eine Asylbewerberin dringend einen Schreibtisch für ihren Sohn gesucht, damit dieser seine Schularbeiten erledigen konnte. „Da konnte ich privat helfen“, sagt Christel Bierwas. Künftig können sich die Velberter Neubürger in der Johanneskirche gezielt Wohnungseinrichtungen zusammenstellen.

Zehn Stadtlotsen sind es in Velbert aktuell, die Asylbewerber in den Heimen der Talstraße betreuen. „32 Jahre alt ist der jüngste, der älteste Lotse ist schon über 80“, sagt Zanjani. Immer dienstags um 16 Uhr bieten sie dort eine Sprechstunde an, um sich dann um die Probleme der Menschen zu kümmern.