Stadt Velbert liebäugelt mit einer Partnerstadt im Kosovo

Was wir bereits wissen
Die Stad Podujeva im Nordosten des Kosovo könnte möglicherweise die vierte Partnerstadt Velberts werden. Darüber muss allerdings der Rat entscheiden.

Velbert.. Drei Partnerstädte hat Velbert bereits – Châtellerault in Frankreich, Corby in Großbritannien und Igoumenitsa in Griechenland. Zudem besteht eine Städtefreundschaft mit Hacibektaş in der Türkei. Möglicherweise kommt bald ein neuer Freund hinzu – die Stadt Podujeva im Nordosten des Kosovo. Um die Gründung einer Städtefreundschaft voranzutreiben, waren kürzlich die Bürgermeister Podujevas und Gjilans sowie der Generalkonsul aus dem Kosovo zu Gast in Velbert.

Rrahman Islami, Vorsitzender des Vereins zur Gründung und Förderung der besagten Städtefreundschaft, ist mit dem Ergebnis des Besuchs sehr zufrieden. „Wir hatten gute Gespräche mit Ratsmitgliedern, Bürgermeister Dirk Lukrafka und dem Landtagsabgeordneten Volker Münchow“, berichtet er. Dabei sei es unter anderem um die hohe Arbeitslosigkeit in Podujeva gegangen sowie die Flüchtlingswelle, die nach Meinung Islamis mittlerweile habe gestoppt werden können. Nun müsse der Rat entscheiden, ob eine Freundschaft geschlossen werden soll. Denn diese ist Voraussetzung für eine zukünftige Städtepartnerschaft.

Gemeinsame Geschichte

Islami stammt aus Podujeva, lebt seit 1992 in Deutschland. Er hofft auf grünes Licht aus dem Rat. „Podujeva ist wirklich interessant, landschaftlich toll und Schüler können durch einen Aufenthalt dort einen anderen Teil Europas kennenlernen“, sagt er. Der Vereinsvorsitzende hält eine Freundschaft gerade aufgrund gemeinsamer Geschichte für wichtig. „1999 war der Krieg in Podujeva beendet. Die ersten Hilfen, die eine Woche später eintrafen, kamen aus Velbert“, erzählt er. Deshalb sei zehn Jahre nach Kriegsende eine Delegation zu der Gedenkfeier nach Podujeva eingeladen worden. „Dort entstand auch die Idee für eine Städtefreundschaft“, so Islami. Seitdem besuchten Vertreter aus Velbert bereits mehrmals Podujeva – die Gäste aus dem Kosovo waren letzten Monat zum ersten Mal hier.

Ist die Freundschaft erst geschlossen, können Schulen und Vereine, die im Rahmen eines Austausches nach Podujeva fahren möchten, bisher nur auf einen Zuschuss der Stadt hoffen. Es müsse erst entschieden werden, ob auch in diesem Jahr ein Etat dafür zur Verfügung stehe. Susanne Susok, zuständig für Städtepartnerschaften und internationale Kontakte im Bürgermeisterbüro, erklärt: „Aufgrund der Haushaltssituation ist noch unklar, was möglich ist.“ Wollen die Städte jedoch ein gemeinsames Projekt organisieren, könnten sie Fördergelder der EU beantragen. „Die Vereinsaktiven entscheiden, in welche Richtung das Projekt gehen soll“, so Susok. Von Jugendarbeitslosigkeit bis Klimaschutz sei alles denkbar – schließlich gehe es darum, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.